Hamburgs Ausbildungsmarkt bleibt attraktiv: 48,2 Prozent der insgesamt 8 230 Teilnehmer der diesjährigen Azubi-Umfrage haben ihren Schulabschluss zwar nicht in der Hansestadt gemacht, wollen hier aber unbedingt ihre Ausbildung absolvieren (2009: 49 Prozent). Auch die Anzahl der Hamburger Auszubildenden ist im Vergleich zum vergangenen Jahr leicht gestiegen (51,8 Prozent; 2009: 51 Prozent). Die Zahl der Azubis aus Niedersachsen liegt mit 15,4 Prozent konstant hoch (2009: 15,8 Prozent). Immer mehr Jugendliche (21,8 Prozent) kommen aus Schleswig-Holstein, um den beruflichen Einstieg in Hamburg zu suchen (2009: 20,5 Prozent). Erwartungsgemäß ist aber die Anzahl der Jugendlichen aus Mecklenburg-Vorpommern gesunken (4 Prozent; 2009: etwa 5,3 Prozent).
Für 20,3 Prozent der Befragten waren bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz Hinweise von Familienmitgliedern und Freunden von großer Bedeutung (2009: 19,5 Prozent). 14,9 Prozent – etwa 1 Prozent mehr als 2009 – haben die passende Stelle durch die Online-Lehrstellenbörse der Handelskammer gefunden. Weitere 1,7 Prozent haben die Angebote der Hanseatischen Lehrstellenbörse genutzt (2009: 1,6 Prozent). Besonders erfreulich ist es, dass der Ermittlungserfolg mit der Online-Lehrstellenbörse in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen ist (2008: 12 Prozent; 2009: 14 Prozent; 2010: 14,9 Prozent).
Die Ergebnisse der aktuellen Azubi-Umfrage sind ein Hinweis darauf, dass die duale Berufsausbildung in Hamburg ein wichtiges Instrument zur Integration von jungen Erwachsenen mit Migrationshintergrund ist. Aus der Befragung geht hervor, dass 24,3 Prozent der neuen Auszubildenden – fast 1 Prozent mehr als 2009 – im Ausland geboren wurden oder zumindest einen Elternteil ausländischer Herkunft haben. Das ist eine sehr gute Nachricht und Beleg dafür, dass die erfolgreiche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland in besonderem Maße von deren Bildung und beruflicher Qualifikation abhängt.
Wichtig bei der Berufswahl sind den Jungendlichen vor allem Sicherheit und Zukunftschancen (55,4 Prozent; 2009: fast 2 Prozent weniger). Für 42,1 Prozent soll der Beruf in erster Linie Spaß machen und nicht nur gute Perspektiven bieten. Wie im Jahr zuvor spielt Gehalt so gut wie keine Rolle bei der Wahl der Ausbildung (1,1 Prozent). Zudem wurde wieder ermittelt, wie lange die Suche nach einer Lehrstelle im Schnitt gedauert hat und wann damit begonnen wurde: Wie 2009 hat sich mehr als die Hälfte der Befragten etwa drei Monate lang um einem Ausbildungsplatz bemüht. 25,4 Prozent haben bereits nach einem Monat eine passende Stelle gefunden (2009: 22,7 Prozent). Für nur 9,1 Prozent hat die Suche länger als ein Jahr gedauert (2009: 11,4 Prozent). Dass ein frühes Bemühen um eine Lehrstelle der Schlüssel zum Erfolg ist, wissen die Hamburger Azubis: 63 Prozent der Befragten haben bereits vor ihrem Schulabschluss mit der Lehrstellensuche begonnen – und sich damit die besten Plätze gesichert.