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INNOVATION & UMWELT

Brennwertnutzung in Öl- und Gasfeuerstätten

Die Energieträger Erdgas und Heizöl haben eine lange Tradition für die Beheizung von Gebäuden. Der Wirkungsgrad der Wärmeerzeuger hat sich dabei über den technischen Fortschritt ständig weiterentwickelt. Aktueller Stand ist der Einsatz der Brennwerttechnik, die den oberen Heizwert des Brennstoffes nutzbar macht.

Brennwert - der Wirkungsgrad jenseits der 100 %

Da der Wirkungsgrad von Feuerstätten technisch das Verhältnis zwischen eingesetzter Energie zu nutzbarer Energie in Bezug auf den unteren Heizwert des Brennstoffes darstellt und Brennwertfeuerstätten zusätzlich die latente Wärme (Verdampfungswärme) das Abgases nutzen, kommt es bei der Addition der nutzbaren Wärmemengen dazu, dass rechnerisch die magische 100 % Marke überschritten wird.

Hintergründe der Brennwertnutzung

Wenn Stoffe ihren Aggregatzustand (fest/flüssig ; flüssig/gasförmig) wechseln, muss ihnen dafür Energie zugeführt werden. Das Beispiel Wasser zeigt, dass diese Energiemenge für die Erzeugung nutzbarer Wärmemengen einen nicht zu unterschätzenden Faktor darstellt. Um einem Liter Wasser zu verdampfen, muss ungefähr die gleiche Energiemenge bereitgestellt werden, die man vorher benötigt hat, um den gleichen Liter Wasser von 20°C auf 100°C zu erwärmen. Wenn der Wasserdampf durch Kondensation wieder verflüssigt wird, wird genau diese Wärmemenge wieder frei gesetzt und kann beispielsweise für die Beheizung von Gebäuden genutzt werden.

Da Erdgas und Heizöl als Kohlenwasserstoffe zu Wasserdampf und Kohlendioxid verbrennen, steht im Abgas von Gas- und Ölfeuerstättem sehr viel Wasserdampf zur Verfügung, der durch konstruktiv bedingte Absenkung der Abgastemperatur in Brennwertfeuerstätten in den flüssigen Zustand kondensiert werden kann. Die dabei entstehende Wärmemenge, wird zusätzlich an das Heizsystem abgeben und verbessert den Wirkungsgrad des Wärmeerzeugers.

Das richtige System für die richtige Anlagentechnik

Der Brennwert des Heizgases kann durch zwei unterschiedliche Techniken nutzbar gemacht werden. Entweder wird die Rücklauftemperatur des Heizsystems vorgewärmt oder die Temperatur der dem Brenner zugeführten Verbrennungsluft. Der Unterschied ist, dass verbrennungsluftvorwärmende Brennwertfeuerstätten auch an Heizsysteme mit Systemtemperaturen von 70 °C Vorlauf und 50 °C Rücklauf angeschlossen werden können, ohne Wirkungsgradverluste hinnehmen zu müssen. Die Brauchwasseraufbereitung erfolgt bei solchen Feuerstätten ebenfalls unter Nutzung des Brennwerteffektes.

Achten Sie deshalb bei der Auswahl der Feuerstätte darauf, welches Wärmeübertragungssystem bei Ihnen installiert ist oder passen Sie das Wärmeübertragungssystem an die Feuerstätte an.

 
 

DOKUMENT-NR. 50577

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