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INNOVATION & UMWELT

Kraftwerk Moorburg mit hohen Auflagen genehmigt

Die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt hat am 30. September 2008 den Antrag für den Bau des Steinkohlekraftwerks Moorburg mit Auflagen genehmigt, die für den Betrieb des Kraftwerks erforderliche wasserrechtliche Erlaubnis jedoch teilweise versagt.

Vattenfall hatte im Jahre 2006 den Bau eines Steinkohlekraftwerks mit 2 x 827 Megawatt elektrischer Leistung beantragt. Das hocheffiziente Kohlekraftwerk soll darüber hinaus bis zu 650 Megawatt Fernwärme für die 420.000 Fernwärmekunden Hamburgs produzieren. Das Kraftwerk hätte damit einen überdurschnittlich hohen Wirkungsgrad von 61 Prozent. In einer Vereinbarung mit dem ehemaligen Hamburger Senat hatte Vattenfall sich bereit erklärt, eine CO2-Abscheideanlage zu installieren, sobald dies technisch und wirtschaftlich machbar sei. Darüber hinaus hat sich Vattenfall vertraglich verpflichtet, eine extra Laufwasserkühlung am Kraftwerk Moorburg zu installieren.

Die nun erteilte Genehmigung sieht vor, dass das Kraftwerk an durchschnittlich 250 Tagen im Jahr nur mit gedrosselter Leistung betrieben werden darf. Die Leistung des Kraftwerks ist dann herunter zu fahren, wenn der Abfluss der Süderelbe gering ist oder der Sauerstoffgehalt oder die Temperatur des Elbwassers bestimmte Werte unter- bzw. überschreitet. Unter Zugrundelegung der Wasserstände der letzten zwölf Jahre wird das Kraftwerk Moorburg damit allein aufgrund geringer Oberwasserabflüsse im Durchschnitt nur mit einer Leistung von rund zwei Dritteln der beantragten Leistung laufen können. Bei hoher Gewässertemperatur und bei der im Sommer auftretenden Sauerstoffknappheit können darüber hinaus Einschränkungen bis hin zu einem vollständigen Herunterfahren beider Blöcke des Kraftwerks über mehrere Tage notwendig sein.

Die Behörde begründet diese Auflage mit ökologischen Gründen. Sie legte fest, dass insgesamt nur 1/5 des Elbwassers von allen Hamburger Wärmeeinleitern (rund 20 Hamburger Unternehmen) genutzt werden dürfe. Zwar würde diese Menge an Wasser durch das Kraftwerk Moorburg nicht ausgeschöpft, jedoch hat die Behörde 10% der Wassermenge als Nutzungsreserve vorgesehen und einen Zuschlag von 30% der bewilligten Mengen zur Berücksichtigung fachlicher Unwägbarkeiten abgezogen.

Die Begrenzung der nutzbaren Wassermenge ist insbesondere vor dem Hintergrund relevant, wenn die Ankündigung der Behörde Realität wird, dass die Stadt einen neuen kommunalren Energieversorger schaffen möchte, der dann ggf. ein eigenes Kraftwerk in Hamburg betreiben würde. Dieser kommunale Energieversorger mit Namen „Hamburg Energie” soll bis 2009 entstehen und kohle- und atomfreie Energie liefern. Gleichzeitig beabsichtigt der Hamburger Senat, das Fernwärme- und Gasnetz ab 2014 zu rekommunalisieren. Ein weiteres Kraftwerk in Hamburg würde die von Vattenfall nutzbare Menge an Kühlwasser weiter reduzieren.

Ob das Kraftwerk Moorburg trotz der hohen Auflagen wirtschaftlich betrieben werden kann, wird derzeit von Vattenfall geprüft. Die Hamburger Industrie hofft auf eine verlässliche und wirtschaftliche Grundlastversorgung am Standort Moorburg.

 
 

DOKUMENT-NR. 49405

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