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INDUSTRIESTANDORT HAMBURG

DIHK-Umfrage ’Auslandsinvestitionen in der Industrie - Frühjahr 2010’ veröffentlicht

Am 22. März 2010 wurde die aktuelle DIHK-Umfrage "Auslandsinvestitionen in der Industrie - Frühjahr 2010" vorgestellt. Die Umfrage stützt sich auf rund 9.000 Unternehmensantworten aus dem Verarbeitenden Gewerbe.

Die wichtigsten Umfrageergebnisse im Überblick:

  • Das Vertrauen in die Attraktivität ausländischer Märkte kehrt zurück. Deutsche Industrieunternehmen planen nach dem Einbruch der Auslandsinvestitionen im Jahr 2009 für dieses Jahr wieder einen höheren Kapitaleinsatz im Ausland. Gegenüber dem Vorjahr hat sich der Saldo aus "Höher"- und "Geringer"-Plänen um 22 Prozentpunkte auf minus vier verbessert. Einen derart kräftigen Sprung im Jahresvergleich hatte der Saldo lediglich 2005 gemacht. Auch hat sich der Anteil der im Ausland investierenden Industrieunternehmen um vier Punkte auf nunmehr 44 Prozent erhöht.
  • Bestehende Vertriebs- und Kundendienststrukturen effizienter auszugestalten sowie neue Vertriebs- und Servicekanäle aufzubauen, sind jetzt die Prioritäten, die die Unternehmen verfolgen. Deutsche Unternehmen wollen ihre Position im Ausland gerade in Krisenzeiten behaupten und sich für den Aufschwung rüsten. Aktuell planen 47 Prozent der Unternehmen in die logistischen Netze zu investieren – sechs Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Besonders aktiv im Aufbau von Vertriebsstellen sind kleine und mittelgroße Industrieunternehmen.
  • Auch Investitionen, die für den Auf- und Ausbau von Produktionsstätten zur Markterschließung getätigt werden, spielen 2010 eine wichtige Rolle. Hierbei gilt: Je größer das Unternehmen, desto mehr liegt der Schwerpunkt auf der Markterschließung. Die Großindustrie (mehr als 1.000 Beschäftigte) nennt dieses Motiv mit 37 Prozent. Insgesamt haben die auslandsaktiven Industrieunternehmen sogar bessere Investitions- und Beschäftigungspläne im Inland als die Gesamtindustrie, d. h. die Offensivstrategie zahlt sich auch für die inländischen Standorte aus.
  • Die kostenmotivierten Auslandsinvestitionen (aktuell noch 24 Prozent der Unternehmen; 2003: 42 Prozent) stehen mit Ausnahmen, z. B. mit Textil/Bekleidung/Leder nicht mehr im Vordergrund – ein hoffnungsvolles Zeichen für die relative Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Deutschland. Hierfür sprechen auch die sichtlich verbesserten inländischen Investitionspläne der Industrie.
  • China kann 2010 mehr Investitionen aus Deutschland anziehen als jedes andere Land und fast soviel wie die alten EU-Mitgliedstaaten (ohne Deutschland) zusammen. 37 Prozent der Industrieunternehmen planen in China zu investieren – fünf Prozentpunkte mehr als in der Vorumfrage. Besonders für die Großindustrie mit mehr als 1.000 Beschäftigten ist das Reich der Mitte ein wichtiger Markt. Fast 50 Prozent von ihnen wollen dort Kapital produktiv einsetzen, hauptsächlich zur Markterschließung. Die kleinen und mittelgroßen Unternehmen zieht es vornehmlich in die alten EU-Mitgliedstaaten: 42 Prozent der Industrieunternehmen mit Auslandsinvestitionen wollen dort investieren. Neben China werden auch Asien insgesamt und Südamerika, wenn auch noch auf niedrigerem Niveau, als Zielregionen immer interessanter.
  • In der Chemie- und der Elektroindustrie steigt der Anteil der Unternehmen mit Auslandsinvestitionen deutlich (jeweils acht Prozentpunkte mehr). In beiden Sparten investiert mittlerweile mehr als die Hälfte der Unternehmen im Ausland (55 bzw. 57 Prozent). Die Kraftfahrzeughersteller können ihre Position als Branche mit dem höchsten Anteil der im Ausland engagierten Unternehmen knapp verteidigen. Auch bei ihnen steigt der Anteil der auslandsaktiven Unternehmen noch einmal spürbar – von 56 auf 60 Prozent.

Das Statement des DIHK-Präsidenten Prof. Dr. Driftmann zu den Umfrage-Ergebnissen sowie die Umfrage im PDF-Format haben wir zum Download für Sie bereitgestellt.

 
 

DOKUMENT-NR. 58120

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