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STEUERN

INTRASTAT-Meldungen bei innergemeinschaftlichen Warenbewegungen 2013

Die Intrahandelsstatistik ist eine in allen 27 EU-Staaten vorgeschriebene Meldepflicht zur Erhebung von Statistiken über die innergemeinschaftlichen Warenbewegungen mit "Gemeinschaftswaren". Mit den Intrastat-Meldungen wird der tatsächliche Warenverkehr von Gemeinschaftsware zwischen Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft (Versendungen und Eingänge) durch das Statistische Bundesamt statistisch erfasst. Sie ist nicht zu verwechseln mit der Zusammenfassenden Meldung (ZM), mit der jeder Unternehmer seine innergemeinschaftlichen Lieferungen und Leistungen an das Bundeszentralamt für Steuern zu melden hat.

Achtung:

Zum 1. Juli 2013 tritt Kroatien der EU bei. – Von diesem Zeitpunkt an müssen Warenverkehre von Gemeinschaftswaren mit diesem Land nicht mehr zollamtlich abgefertigt werden, sondern zählen zu den Warenbewegungen innerhalb der EU und sind damit Gegenstand der Intrahandelsstatistik.

Von der Meldepflicht für die jeweilige Verkehrsrichtung (Versendung bzw. Eingang) sind in Deutschland umsatzsteuerpflichtige Unternehmen befreit, deren Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten bzw. Eingänge aus anderen EU-Mitgliedstaaten den Wert von jeweils 500.000 Euro (seit 1.1.2012) im Vorjahr nicht überschritten haben. Eine Übersicht über die Schwellenwerte in anderen EU-Mitgliedstaaten finden Sie unter Gliederungspunkt 9.

Gliederung

  1. Wozu dient die Intrastat-Meldung?
  2. Auf welchen Rechtsgrundlagen beruht die Intrastat-Meldung und wer ist zuständig?
  3. Wer ist zur Auskunft verpflichtet?
  4. Welche Befreiungen von der allgemeinen Meldepflicht gibt es?
  5. Welche Warenbewegungen sind zu melden?
  6. Welche Meldeformen gibt es?
  7. Für welche Berichtszeiträume ist die Intrastat-Meldung abzugeben?
  8. Wann und wie sind fehlerhafte Meldungen zu berichtigen?
  9. Welche Meldeschwellen gibt es in den EU-Mitgliedstaaten?
  10. Was gilt bei der sogenannten Lohnveredelung?
  11. Wer hilft bei weitergehenden Fragen?

Für das Berichtsjahr 2013 werden im Bereich der Intrahandelsstatistik (Erfassung des innergemeinschaftlichen Warenverkehrs) nur wenige Änderungen eintreten. Auf die wichtigsten Punkte wird nachfolgend hingewiesen:

  • Zum 01. Juli 2013 tritt Kroatien der EU bei. Damit müssen alle gegenseitigen körperlichen Warenverkehre mit diesem Land (Eingänge und Versendungen) vom Berichtsmonat Juli 2013 an im Rahmen der Intrahandelsstatistik angemeldet werden. – Bis zu diesem Zeitpunkt ist eine statistische Erfassung der entsprechenden Warenbewegungen durch die vorgeschriebene Zollbehandlung sichergestellt.
  • Die auf den Vorjahres- beziehungsweise Jahreswert der innergemeinschaftlichen Warenbewegungen bezogene Schwelle, bis zu der kein Statistischer Wert angegeben werden muss (nur bei Käufen/Verkäufen und Kommissions-/ Konsignationsgeschäften), wird für Wareneingänge auf 34 Millionen Euro und für Warenversendungen auf 46 Millionen Euro angehoben. – Die auf den jeweiligen Vorjahres- beziehungsweise Jahreswert der innergemeinschaftlichen Warenversendungen oder innergemeinschaftlichen Wareneingänge bezogene Meldeschwelle von 500.000 Euro bleibt in Deutschland unverändert.
  • Die aktuelle Internet-Fassung des Merkblatts zur Intrahandelsstatistik (bisher Anleitung zum Ausfüllen der Intrastat-Vordrucke) Portable Document Format (PDF)-Dokument heruntergeladen werden.
  • Zur Klarstellung weisen wir darauf hin, dass die Änderungen im Umsatzsteuerrecht hinsichtlich der Erfassung von innergemeinschaftlichen sonstigen Leistungen (Dienstleistungen) in der „Zusammenfassenden Meldung“ und in der „Umsatzsteuer-Voranmeldung“ seit 2010 in Deutschland keine Auswirkungen auf die Meldungen zur Intrahandelsstatisik haben. Das heißt, innergemeinschaftliche Dienstleistungen (ohne Warenbewegungen) sind nach wie vor nicht im Rahmen der Intrahandelsstatistik zu melden.
  • Weitere Hinweise zur Erstellung der Intrahandelsstatistik:

    Verwenden Sie bei der Schlüsselung der Geschäftsarten die Schlüsselnummer „34“ (Sonstige Geschäfte mit Eigentumsübertragung, jedoch ohne Gegenleistung in Form von finanziellen Leistungen oder Sachleistungen) nicht für ein sogenanntes unternehmensinternes Verbringen. Da Rechnungen für diese Geschäfte unter Austausch von Umsatzsteuer-Identifikationsnummern steuerlich den innergemeinschaftlichen Lieferungen beziehungsweise den steuerpflichtigen innergemeinschaftlichen Erwerben gleichgestellt sind, tragen Sie für ein unternehmensinternes Verbringen eine Geschäftsart für ein Geschäft mit Eigentumsübertragung („11 - 19“) ein. – Die Schlüsselnummer „34“ kommt beispielsweise für Geschenke in Betracht.

    Die Lieferung von Schiffs- und Luftfahrzeugbedarf in deutschen Häfen oder Flughäfen an Schiffe oder Luftfahrzeuge aus der EU, für die keine Zollanmeldung abzugeben ist (beispielsweise für Treibstoffe), sind zur Außenhandelsstatistik meldepflichtige Warenverkehre. Diese können Sie uns mit dem statistischen Vordruck „Anmeldung für Schiffs- und Luftfahrzeugbedarf“ übermitteln.

Änderungen zum 1.1.2012

Ab Januar 2012 sind im Bereich der Intrahandelsstatistik (Erfassung des innergemeinschaftlichen Warenverkehrs) einige Änderungen eintreten. Auf die wichtigsten weist das Statistische Bundesamt wie folgt hin:

  • Die auf den jeweiligen Vorjahres- beziehungsweise Jahreswert der innergemeinschaftlichen Warenversendungen beziehungsweise -eingänge bezogene Meldeschwelle in Deutschland wird (von 400 000 Euro) auf jeweils 500 000 Euro angehoben.
  • Die auf den Vorjahres- beziehungsweise Jahreswert der innergemeinschaftlichen Warenbewegungen bezogene Schwelle, bis zu der auf die Angabe des Statistischen Wertes bei Käufen/Verkäufen und Kommissions-/ Konsignationsgeschäften verzichtet wird, beträgt unverändert für Wareneingänge 30 Millionen Euro und für Warenversendungen 42 Millionen Euro.
  • Über das aktuelle Warenverzeichnis für die Außenhandelsstatistik 2012 können Sie sich informieren unter Grundlagen - Klassifikationen. Hier finden Sie außerdem eine "Übersicht über die aktuellen Änderungen 2011/2012".
  • Durch die Verordnung (EU) Nr. 1006/2011 sind seit dem 1. Januar 2012 eine Reihe von Änderungen in der Kombinierten Nomenklatur (KN) und damit auch im deutschen Warenverzeichnis für Außenhandelsstatistik (WA) 2012 rechtswirksam geworden. Diese Änderungen wirken sich unmittelbar auf die INTRASTAT - Anmeldungen aus. Die Unternehmen sind daher gehalten, ihre bestehenden Warenbestände mit dem aktuellen Warenverzeichnis 2012 abzugleichen. Geändert haben sich unter anderem in einigen Fällen die Artikelbeschreibungen zu einzelnen Warennummern. Auch wurden einzelne Warennummern durch mehrere neue Warennummern ersetzt. Die Anpassungen sind in einer Übersicht zusammengestellt. Sie steht als kostenloser Download  (Stand: November 2011) zur Verfügung. Die übrigen Berichtigungen (Textkorrekturen) ergeben sich aus der Ausgabe 2012. Weitere Informationen zum Warenverzeichnis erhalten Sie beim Statistischen Bundesamt (Gustav-Stresemann-Ring 11,D-65189 Wiesbaden):Tel.:  +49 611 75 2863 ; E-Mail:  warenverzeichnis@destatis.de .
  • Auch über das aktuelle (unveränderte) Länderverzeichnis für die Außenhandelsstatistik 2012 können Sie sich unter Grundlagen - Klassifikationen informieren.
  • Die aktuelle Internet-Fassung der Anleitung zum Ausfüllen der Intrahandelsstatistik-Vordrucke 2011/2012 kann kostenlos im .pdf-Format heruntergeladen werden.
  • Informationen über die Meldemöglichkeiten via Internet im Rahmen der Internet Datenerhebung im Verbund der statistischen Ämter des Bundes und der Länder (IDEV)-Meldesystems erhalten Sie auf den IDEV-Hilfeseiten des Intrahandels.
  • Die Intrahandels-Daten-Erfassungs-Software "IDES" ist eine vom Statistischen Bundesamt zum Zweck der Intrahandelsdatenerfassung entwickelte, eigenständig einzusetzende Software, die die Offline-Erstellung von Meldungen zur Intrahandelsstatistik ermöglicht. Informationen zu IDES finden sie im Internet unter den IDEV-Hilfeseiten des Intrahandels (Nummer 7).
  • Informationen über die online Meldemöglichkeiten via eSTATISTIK.core (".CORE" steht für "Common Online Rawdata Entry", das heißt die automatisierte Gewinnung der statistischen Rohdaten aus den betrieblichen Daten sowie die automatisierte Übermittlung an die zentrale Online-Dateneingangsstelle) finden Sie im Internet unter http://www.statspez.de/core/.
  • Zur Klarstellung wird darauf hingewiesen, dass die Änderungen im Umsatzsteuerrecht hinsichtlich der Erfassung von innergemeinschaftlichen sonstigen Leistungen (Dienstleistungen) in der "Zusammenfassenden Meldung (ZM)" und in der "Umsatzsteuer-Voranmeldung" in Deutschland keine Auswirkungen auf die Meldungen zur Intrahandelsstatisik haben. Das heißt, innergemeinschaftliche Dienstleistungen (ohne Warenbewegungen) sind nach wie vor nicht im Rahmen von Intrastat zu melden. (Ausnahme: Lohnveredelung, siehe dazu Punkt 10).

1. Wozu dient die Intrastat-Meldung?

Die aus den einzelnen Intrastat-Meldungen erstellte Intrahandelsstatistik dient dazu, aktuelle Daten über den innergemeinschaftlichen Warenverkehr Deutschlands bereitzustellen.
Diese statistische Auswertung konnte vor Vollendung des EU-Binnenmarktes aus den Daten der Zollabwicklung gewonnen werden, so wie es heute auch noch für den Bereich der Extrastat (Statistik des Warenverkehrs mit Drittländern) geschieht. Seitdem aber durch die Vollendung des EU-Binnenmarktes bei Lieferungen von Gemeinschaftsware in einen anderen Mitgliedstaat keine Zollabwicklung mehr nötig ist, ist es auch nicht mehr möglich, aus den Verzollungsdaten statistische Informationen über den Warenverkehr zwischen den Mitgliedstaaten zu gewinnen.

Da nach wie vor vielfältige Bedürfnisse für eine genaue Erfassung der Warenströme innerhalb der Europäischen Gemeinschaft bestehen (genaues Zahlenmaterial ist etwa nötig für Fragen der Handelspolitik, für sektorale Analysen, Wettbewerbsregeln, Landwirtschaftspolitik, regionale Entwicklungspolitik und nicht zuletzt für wissenschaftliche Zwecke), schließt die Intrastat-Anmeldung diese Lücke und kann damit auch als "abgespeckte" Zollanmeldung zu statistischen Zwecken bezeichnet werden.

2. Auf welchen Rechtsgrundlagen beruht die Intrastat-Meldung und wer ist zuständig?

Die Intrahandelsstatistik ist eine in allen EU-Mitgliedstaaten vorgeschriebene Meldeverpflichtung und beruht im Wesentlichen auf zwei europäischen Rechtsverordnungen, nämlich der

  • Verordnung (EG) Nr. 638/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 31. März 2004 über die Gemeinschaftsstatistiken des Warenverkehrs zwischen Mitgliedstaaten und zur Aufhebung der Verordnung (EWG) Nr. 33330/91 des Rates, ABl. EG 2004 Nr. L 102, S. 1 (Grundverordnung)
  • Verordnung (EG) Nr. 1982/2004 der Kommission vom 18. November 2004 zur Durchführung der Verordnung (EG) Nr. 638/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates über die Gemeinschaftsstatistiken des Warenverkehrs zwischen Mitgliedstaaten und zur Aufhebung der Verordnungen (EG) Nr. 1901/2000 und (EWG) Nr. 3590/92 der Kommission, ABl. EG 2004 Nr. L 343, S. 3 (Durchführungsverordnung).

Diese Verordnungen sind in Deutschland unmittelbar geltendes Recht und werden durch nationale Gesetze ergänzt. Zu nennen sind hier das Bundesstatistikgesetz, das Außenhandelsstatistikgesetz und die Außenhandelsstatistik-Durchführungsverordnung. Zu den Rechtsgrundlagen finden Sie weitere Ausführungen auf der Internetseite des Statistischen Bundesamtes. Die Intrahandelsstatistik ist in Deutschland als Zentralstatistik konzipiert, deren Organisation und Durchführung einzig dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden übertragen ist.

3. Wer ist zur Auskunft verpflichtet?

  • Im Versendungsfall ist in der Regel derjenige auskunftspflichtig, der eine innergemeinschaftliche Lieferung im Sinne des Umsatzsteuergesetzes (UStG) ausführt. Entsprechend ist im Eingangsfall grundsätzlich derjenige auskunftspflichtig, der einen innergemeinschaftlichen Erwerb im Sinne des Umsatzsteuergesetzes tätigt.
  • Tatsächlich ist der personale Anwendungsbereich noch etwas weiter zu fassen: Grundsätzlich ist zunächst jede natürliche oder juristische Person (auch des öffentlichen Rechts) meldepflichtig, die eine deutsche (Umsatz-)Steuernummer hat und mit einem ausländischen Geschäftspartner einen Vertrag schließt, der die Verbringung einer Gemeinschaftsware (Versendung bzw. Lieferung) zwischen Deutschland und einem anderen EU-Mitgliedstaat zum Gegenstand hat. Dabei kommt es nicht darauf an, ob der deutsche oder der ausländische Geschäftspartner die Beförderung der Waren durchführt oder veranlasst.
  • Liegt hingegen kein entsprechender Vertrag zwischen einem Inländer und einem ausländischen Geschäftspartner vor, so ist bei Versendung von Ware in einen Mitgliedstaat derjenige, der die Versendung der Waren vornimmt oder veranlasst und bei Empfang einer Ware aus einem Mitgliedstaat derjenige, der die Waren entgegennimmt oder entgegennehmen lässt, zur Intrastat-Meldung verpflichtet. Die Auskunftspflicht erstreckt sich auch auf unentgeltliche Versendungen und Eingänge sowie Lohnveredelungsverkehre.

Jeder Auskunftspflichtige kann sich bei der Abgabe der Intrastat-Meldung durch einen Dritten, der allerdings in der EU ansässig sein muss, vertreten lassen.

4. Welche Befreiungen von der allgemeinen Meldepflicht gibt es?

  • Privatpersonen sind grundsätzlich von der Intrastat-Meldeverpflichtung befreit. Allerdings sind Waren, die inländische Unternehmen an Privatpersonen in anderen EU-Mitlgiedstaaten gesandt haben, sowie Eingänge von Waren, die von Privatpersonen in anderen EU-Mitgliedstaaten an deutsche Unternehmen gesandt werden, grundsätzlich durch das inländische Unternehmen anzumelden. Umsätze mit privaten Selbstabholern (Ladentisch-Verkäufe) sind hingegen nicht meldepflichtig.
  • Darüber hinaus sieht das Intrastat-System zur Entlastung der Auskunftspflichtigen bestimmte Schwellenregelungen vor. Von der Meldepflicht sind in Deutschland umsatzsteuerpflichtige Unternehmen befreit, deren Versendungen in andere EU-Mitgliedstaaten bzw. Eingänge aus anderen EU-Mitgliedstaaten seit 1.1. 2012 den Wert von jeweils 500.000 Euro im Vorjahr nicht überschritten haben. Bis 31.12.2011 betrug der Schwellenwert jeweils 400.000 Euro. Werden diese Wertgrenze im laufenden Kalenderjahr überschritten, so beginnt die Meldepflicht mit dem Kalendermonat, in dem die Schwellen überschritten wurden. Der Unternehmer ist dann verpflichtet, alle meldepflichtigen grenzüberschreitenden innergemeinschaftlichen Warenbewegungen (in der jeweiligen Verkehrsrichtung) zu berücksichtigen; unabhängig davon, ob es sich um Kauf-, Kommissions- oder Konsignationsgeschäfte, Lohnveredelungen oder sonstige meldepflichtige Transaktionen handelt.  Andernfalls erhält er rückwirkend eine entsprechende Aufforderung vom Statistischen Bundesamt, das entsprechende Hinweise von den Finanzämtern in der Regel vierteljährlich erhält.
  • Es müssen nicht zusätzlich Angaben zum Statistischen Wert (Warenwert frei Deutsche Grenze ohne Umsatzsteuer) geliefert werden, wenn es sich um Kauf-, Verkaufs-, Kommissions- oder Konsignationsgeschäfte handelt und ein Schwellenwert von 34 Millionen Euro (2012: 30 Millionen Euro) im Eingang bzw. 46 Millionen Euro (2012: 42 Millionen Euro) in der Versendung nicht überschritten wird. Bei Anmeldung mit Vordruck „N” einschl. Online-Vordruck wird auf diese Erhebung bei den genannten Geschäftsarten ganz verzichtet.
  • Die Durchfuhr (Transit) von Waren durch das deutsche Erhebungsgebiet ist ebenfalls von der Anmeldung befreit, wenn keine oder lediglich mit der Beförderung zusammenhängende Aufenthalte stattfinden.

5. Welche Warenbewegungen sind zu melden?

Die Intrastat erfasst nicht nur den klassischen Warenhandel zwischen den EU-Mitgliedstaaten, sondern zielt auf die Erfassung des gesamten Warenverkehrs zwischen den Mitgliedstaaten (vgl. Art. 3 der Grundverordnung). Entsprechend sind grundsätzlich alle aus einem Mitgliedstaat in einen anderen Mitgliedstaat beförderten Waren Gegenstand der Intrastat-Statistik. Neben dem typischen Kaufgeschäft sind damit etwa auch Warentransaktionen ohne Gegenleistung oder ohne Eigentumsübertragung sowie temporäre Geschäfte wie Miete, Leihe, Leasing, Warenbewegungen für eine sonstige vorübergehende Verwendung, Konsignationsgeschäfte, Rückwaren und Ersatzlieferungen etc. erfasst (vgl. im Einzelnen Anhang III der Durchführungsverordnung).

Wie in allen anderen EU-Mitgliedstaaten ist auch in Deutschland seit 1.1.2007 die Durchführung von Reparaturen nicht mehr meldepflichtig.

Das Intrastat-System ist nur anwendbar auf den innergemeinschaftlichen Warenverkehr mit "Gemeinschaftswaren". Erfasst sind also sowohl die in der Gemeinschaft hergestellten oder gewonnenen Waren wie auch die in einem Mitgliedstaat zollrechtlich zum freien Verkehr der Gemeinschaft abgefertigten Drittlandwaren; alle anderen Waren gelten als Nichtgemeinschafts-Waren, die im Rahmen der vorgeschriebenen Zollbehandlung statistisch erfasst werden und für die eine zusätzliche Intrastat-Anmeldung nicht zu erfolgen hat.
Zu melden ist dabei sowohl die Versendung von Waren in andere EU-Mitgliedstaaten (Vordruck NV 2002 – Versendung) wie auch der Eingang von Waren aus anderen EU-Mitgliedstaaten (Vordruck NE 2002 – Eingang).

Als Rechnungsbetrag ist für die zu meldende Ware das in Rechnung gestellte Entgelt, d.h. die umsatzsteuerrechtliche Bemessungsgrundlage anzugeben. Zu berücksichtigen sind hierbei auch eventuell separat berechnete Beförderungs- und Versicherungskosten sowie Verbrauchsteuern.

Warenbewegungen, die allgemein von der Meldepflicht befreit sind, werden in Art. 2 und Anhang I der Durchführungsverordnung aufgezählt. Dazu zählen insbesondere Werbematerial, Warenmuster (sofern diese Waren nicht Gegenstand eines Handelsgeschäfts sind), Individual-Software, die nicht Gegenstand eines Handelsgeschäftes ist, sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch Waren zur vorübergehenden Verwendung. Dienstleistungen sind grundsätzlich nicht meldepflichtig, mit Ausnahme der Veredelungsverkehre. Einzelheiten zu den Meldungen finden Sie in der Ausfüllanleitung.

6. Welche Meldeformen gibt es?

Die Intrastat-Meldungen müssen beim Statistischen Bundesamt abgegeben werden. Dies kann erfolgen als

  • Online Meldung via IDEV (Internet Datenerhebung im Verbund der statistischen Ämter des Bundes und der Länder)

    • Online Formularmeldung: Die Bearbeitung des des Anmeldeformulars erfolgt online direkt am Browser;
    • Datei-Upload: ermöglicht es, eine offiziell erstellte Meldedatei direkt an das Statistische Bundesamt zu senden.
  • eSTATSTIK.core: automatisierte Gewinnung der statistischen Rohdatenaus den betrieblichen Daten von Unternehmen sowei die automatisierte Übermittlung dieser Daten an die zentralen Online-Dateneingangsstelle.
  • Meldungen auf elektronischen Datenträgern (Versendung von CD-ROM)

 Die Übersendung von Dateien via E-Mail ist aus Datenschutzgründen nicht zulässig. Einzelheiten siehe in der Spalte rechts neben diesem Merkblatt die aktuelle Ausfüllanleitung.

7. Für welche Berichtszeiträume ist die Intrastat-Meldung abzugeben?

Berichtszeitraum ist grundsätzlich der Kalendermonat, in dem der innergemeinschaftliche Warenverkehr tatsächlich stattgefunden hat. Ausnahmsweise kann und muss dann aber auch der innergemeinschaftliche Warenverkehr im Folgemonat gemeldet werden, wenn die dem Warenverkehr und seiner statistischen Meldung zugrundeliegende Rechnung (auch Proforma-Rechnung und Teilrechnung) erst im Folgemonat oder später ausgestellt bzw. vorgelegt wird.

Die Intrastat-Meldung ist bis zum 10. Arbeitstag nach Ablauf des Berichtsmonats dem Statistischen Bundesamt, Außenhandel, 65180 Wiesbaden, zu übersenden. Eine Fristverlängerung ist nicht möglich. Dies gilt auch dann, wenn für die Abgabe der Umsatzsteuer-Voranmeldung eine Fristverlängerung durch das zuständige Finanzamt gewährt wird.

Wegen ggf. notwendiger Rückfragen durch das Statistische Bundesamt sollten kaufmännische Unterlagen, die zur Erstellung der Intrastat-Meldung erforderliche waren, und eventuelle Kopien der Intrastat-Meldung 2 Jahre aufbewahrt werden.

Eine automatische Aufforderung zur Intrastat ergeht grundsätzlich nicht. Die auskunftspflichtigen Unternehmen müssen vielmehr selbständig bei der Abwicklung ihrer innergemeinschaftlichen Warengeschäfte für die fristgerechte und vollständige Abgabe der Intrastat-Meldungen Sorge tragen.

Zur Sicherung der Datenqualität führt das Statistische Bundesamt Kontrollen durch. Neben den monatlichen Eingangskontrollen sorgen insbesondere die quartalsweise durchgeführten Abgleiche mit den von den Finanzbehörden übermittelten Daten aus der Umsatzsteuer-Voranmeldung für eine Evidenzkontrolle.

8. Wann und wie sind fehlerhafte Meldungen zu berichtigen?

Intrastat-Meldungen, die sich nach Übertragung an das Statistische Bundesamt als fehlerhaft herausstellen, sind grundsätzlich zu berichtigen, wenn sie das laufende oder vorangegangene Kalenderjahr betreffen. Es sind nur Angaben zu korrigieren, die im Zeitpunkt der Anmeldung objektiv unzutreffend waren (z.B. Anmeldung einer anderen als der gelieferten Ware), nicht dagegen später eingetretene Änderungen (z.B. spätere Vertragsänderungen, Skonti oder Mengenrabatte am Jahresende).

Angaben in den Feldern „Rechnungsbetrag" bzw. „Statistischer Wert" müssen nur korrigiert werden, wenn sich der ursprüngliche Wert durch die Korrektur um mehr als 5.000 Euro verändert. Angaben in den Feldern „Eigenmasse" und „Besondere Maßeinheit" müssen nur korrigiert werden, wenn sich die ursprüngliche Menge durch die Korrektur um mehr als 10 Prozent verändert. Angaben in den übrigen Feldern müssen nur korrigiert werden, wenn der Rechnungsbetrag bzw. der Statistische Wert der betreffenden Warenposition höher ist als 5.000 Euro.

Falls ganze Meldedateien gelöscht oder eine große Anzahl von Positionen berichtigt werden müssen, ist das Statistische Bundesamt unverzüglich zu informieren unter Tel. +49 611 75 4525. Beschreiben Sie die durchzuführende Änderung und geben Sie bitte den Meldeweg (Onlinemeldung via IDEV / eSTATISTIK.core oder Datenträgermeldung), die Online-Kennung mit der online gemeldet wurde, die Materialnummer und das Meldedatum der Datei an.

Es kann grundsätzlich auch das elektronische Berichtigungsformular, das auf der Homepage des Statistischen Bundesamtes zur Verfügung steht, verwendet werden. Bei den anderen Meldeformen sind die jeweils unterschiedlichen Berichtigungsverfahren zu beachten.

9. Welche Meldeschwellen gibt es in den EU-Mitgliedstaaten?

Nachdem der EU-Binnenmarkt 1992 gegründet wurde, bestehen auch heute keine einheitlichen Meldepflichtdaten und auch keine einheitlichen Wertgrenzen.

Die Meldeschwelle Wareneingang bedeutet, dass beispielsweise ein belgisches Unternehmen, dessen innergemeinschaftliche Erwerbe aus den EU-Mitgliedstaaten die Summe von insgesamt 500.000 Euro im Vorjahr nicht überstiegen hat, in Belgien nicht zur Abgabe der Intrahandelsstatistik verpflichtet ist.

Es gelten folgende Freigrenzen, innerhalb derer die Unternehmen keine statistischen Meldungen abgeben müssen.

Freigrenzen für die Versendung und den Eingang - Stand 2012

EU-MitgliedstaatMeldeschwelle Wareneingänge
Jahreswerte in EUR
Meldeschwelle Warenversendungen
Jahreswerte in EUR
Belgien700.0001.000.000
Bulgarien102.258117.597
Dänemark497.000671.000
Deutschland500.000500.000
Estland140.000100.000
Finnland275.000500.000
Frankreich460.000460.000
Griechenland115.00090.000
Großbritannien675.000280.000
Irland191.000635.000
Italien200.000200.000
Lettland142.288142.288
Litauen188.253202.734
Luxemburg200.000200.000
Malta    700    700
Niederlande900.000900.000
Österreich500.000
ab 1.1.2013: 550.000
500.000
ab 1.1.2013: 550.000
Polen275.372275.372
Portugal200.000250.000
Rumänien70.061210.182
Schweden450.000450.000
Slowakische Republik200.000400.000
Slowenien120.000200.000
Spanien250.000250.000
Tschechische Republik320.000320.000
Ungarn357.000357.000
Zypern100.00055.000

 Alle Angaben unter Vorbehalt, verbindliche Informationen erhalten Sie in den jeweiligen Mitgliedstaaten.

10. Was gilt bei der sogenannten Lohnveredelung?

Unter „Lohnveredelung“ versteht man Vorgänge (Be-/Verarbeitung, Aufbau, Zusammensetzen, Verbesserung, Renovierung usw.), bei denen aus vom Auftraggeber unentgeltlich zur Verfügung gestellten Vormaterialien neue oder wirklich verbesserte Waren hergestellt werden. Je nachdem, ob die Lohnveredelung im Inland oder im Ausland erfolgt, spricht man von "aktiver" bzw. "passiver" Lohnveredelung.

Als „Lohnveredelung“ im Sinne der Intrahandelsstatistik sind grenzüberschreitende innergemeinschaftliche Warenbewegungen anzumelden, wenn die aus den grenzüberschreitend zur Verfügung gestellten Vorerzeugnissen hergestellten Fertigprodukte später das Herstellungsland wieder verlassen (Versendung) und entweder in das ursprüngliche Versendungsland zurückkehren oder in eine anderes Land verbracht werden.

Anzumelden ist sowohl das grenzüberschreitende Verbringen der (kostenlosen) Vormaterialien als auch die spätere (grenzüberschreitende) Rücklieferung der Fertigprodukte.

Die vom Veredeler für eigene Rechnung vorgenommene Veredelung stellt keine Lohnveredelung dar, sondern wird i.d.R. als Kauf/Verkauf erfasst.

Bei der Anmeldung der kostenlos zur Verfügung gestellten Vorerzeugnisse ist ein statistischer Wert anzugeben, der einem marktüblichen Verkaufspreis (frei deutsche Grenze) entspricht; im Zweifel ist eine sorgfältige Schätzung vorzunehmen. Vorerzeugnisse, die unbearbeitet an den Auftraggeber zurückgehen, sind mit ihrem ursprünglich angegebenen Wert anzumelden.

Keine Lohnveredelung liegt vor, wenn:

  • der Auftraggeber nach ihrer Funktion oder vom Wert her nur unbedeutende Teile zur Verfügung stellt (z.B. Etiketten, Schrauben usw.). Diese sind als sogenannten Beistellungen von der Anmeldung zur Intrahandelsstatistik befreit.
  • die Lohnarbeiten an den zur Verfügung gestellten Waren lediglich in einfachen Maßnahmen (z.B. einfaches Verpacken, Bügeln usw.) bestehen. In diesen Fällen wird generell auf eine statistische Erfassung der in diesem Rahmen vorübergehend exportierten bzw. importierten Waren verzichtet.

11. Wer hilft bei weitergehenden Fragen?

Kontakt/Ansprechpartner im Außenhandel:
Statistisches Bundesamt
65180 Wiesbaden
Auskunftsdienst des Außenhandels
Telefon:  +49 611 75 2466 oder -2481

Kontakt/Ansprechpartner im Intrahandel
Statistisches Bundesamt
G 305-55/IDEV
65180 Wiesbaden
Tel. 0049 (0) 611 752405
Fax. 0049 (0) 611 753330
idev-intrahandel@destatis.de

Für Fragen zum Ausfüllen der Vordrucke:
Statistisches Bundesamt
Fax: +49 (0) 611/753965
Tel: +49 (0) 611/754225
E-Mail: gruppe-g3@destatis.de


Für Fragen zum Online-Meldesystem IDEV-Intrahandel:
Telefon +49 (0) 611 75-2705, -4417, -3238
Fax +49 (0) 611 75-3922

Für Fragen zu ASCII- Dateien:
Telefon +49 (0) 611 75-2743, -3609, -2705
Fax +49 (0) 611 75-3922

Für Fragen zur Instat/XML-Dateien:
Telefon +49 (0) 611 75-3390, -2951, -3460
Fax +49 (0) 611 75-3922

Für Fragen zur Steuernummer (UStVA)/ Unterscheidungsnummer:
Telefon +49 (0) 611 75-4417, -2865, -2741
Fax +49 (0) 611 75-3922

Für Fragen zu Warennummer und Warensystematik:
Telefon +49 (0) 611 75-2863

Für Fagen zu eSTATISTIK.core:
www.statspez.de/core

Telefon +49 (0) 611 75-2040
Fax +49 (0) 611 75-4000 .

Dokument-Nummer: 25798

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die für Sie zuständige IHK.

Trotz sorgfältiger Prüfung können wir für die Richtigkeit der Angaben keine Gewähr übernehmen. Bitte wenden Sie sich im Zweifelsfall an das für Sie zuständige Finanzamt.

Stand : Januar 2013

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DOKUMENT-NR. 25798

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