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INTERNATIONAL

Hamburg und Russland

Außenhandelsbeziehungen zwischen Hamburg und Russland

  • Warenaustausch Hamburg - Russland 2011: Starkes Wachstum bei den Hamburger Ausfuhren zeichnet sich ab
  • Warenaustausch Hamburg - Russland 2010 im Wert von 2,5 Mrd. Euro
  • Auf Importe entfallen vier Fünftel, auf Exporte ein Fünftel des Hamburger Außenhandels mit Russland
  • 660 Unternehmen haben aktive Geschäftsbeziehungen zu Russland
  • Mehrere hundert Firmen mit Firmengründern russischer Herkunft oder Unternehmen mit russischer Muttergesellschaft sind in der Hansestadt angesiedelt

Außenhandel Hamburg – Russland
in Mrd. EUR

2006

2007

2008

2009

2010

2011/ 2010*
in %

Hamburger Importe

2,0

1,9

2,4

1,5

2,0

- 0,5 %

Hamburger Exporte

0,4

0,5

0,3

0,6

0,5

+ 80 %

Gesamt

2,4

2,4

2,7

2,1

2,5

+ 8 %

*jeweils erstes Halbjahr 

Russland ist Hamburgs bedeutendster Handelspartner in Mittel- und Osteuropa und siebtwichtigster Handelspartner weltweit.

Wichtige Hamburger Importe sind Grundstoffe, darunter Kupfer und Kupfererzeugnisse, Erdöl und Erdgas, Mineralölerzeugnisse. außerdem Papier und Pappe. Importrouten von Mineralöl verlaufen zum Teil über Rotterdam und per Pipeline nach Hamburg, und zum Teil per Schiff über Ostseehäfen.

Die Hamburger Exporte umfassen eine breite Palette an Konsumgütern, chemische Erzeugnisse, Medizintechnik, Maschinen, Flugzeuge. Der Wert der Hamburger Exporte nach Russland wird durch die jährlich schwankenden Lieferungen der Luftfahrzeugindustrie beeinflusst. Im Jahr 2009 entfielen 411 Mio. Euro von 1.545 Mio. Euro auf Luftfahrzeuge.


Entwicklung des Hamburger Außenhandels mit Russland 2007-2010/2011
in Mio. Euro

hh_aussenhandel_russland

Quelle: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein

Hamburger Außenhandel nach Waren:

Hamburger Einfuhrwaren aus Russland 2010*Hamburger Ausfuhrwaren nach Russland 2010*
  • Mineralölerzeugnisse                                    (29%)
  • Erdöl und Erdgas                                         (34%)
  • Kupfer, -legierungen                                     (24%)
  • Luftfahrzeuge                                               (29%)
  • Chem. Erzeugnisse                                       (6%)
  • Maschinen, div. Kategorien                             (8%)
  • Medizinische Geräte                                      (3%)
  • Mineralölerzeugnisse                                     (21%)
*Anteil an den Gesamteinfuhren Hamburgs aus Russland*Anteil an den Gesamtausfuhren Hamburgs nach Russland


Hamburger Hafen und Russland

  • Der Containerverkehr des Hafens mit Russland ist im Jahr 2011 erneut stark gewachsen (+35 Prozent)
  • Im Jahr 2011 entwickelte sich Russland zum zweitgrößten Partnerland des Hamburger Hafens nach China.
  • Der Einbruch im Containerumschlag im Krisenjahr 2009 um 55 Prozent ist noch nicht vollständig aufgeholt.
  • Auf St. Petersburg und Kaliningrad entfallen rund 95 Prozent der Tonnage im Seeverkehr über Hamburg von und nach Russland


Containerverkehr Hamburg - Russland in TEU

hh_russland_containerverkehr

Wichtige Güter im Seeverkehr Hamburg-Russlands 2010
Insgesamt wurden im Jahr 2010 6,6 Mio. Tonnen Güter über den Hamburger Hafen ausgetauscht.

Versand nach Russland in 1000 Tonnen
Insgesamt 3.038
Fleisch, Kühlgut253
Obstkonserven/säfte113
Fahrzeuge185
Elektrotechnik111
Papier und Pappe100
Empfang aus Russland
Insgesamt2.756
Diesel622
Erdöl, roh292
Schweres Heizöl53
Steinkohle390
Papier und Pappe177
Sonst. chem. Grundstoffe87

Quelle: Hafen Hamburg Marketing e.V. (HHM)

Liniendienste ab Hamburg
Laut Hafen Hamburg Marketing e.V. boten fast 50 Feederdienste im Jahr 2010 durchschnittlich 154 wöchentliche Abfahrten zu den Ostseeanrainern an. Durchschnittlich 29 wöchentliche Feederabfahrten gingen nach Russland. Liniendienste bieten CMA CGM/Fesco, OOCL, Unifeeder, Team Lines/APL, Delta Shipping nach St. Petersburg und Kaliningrad.

Firmen mit Verbindungen zu Russland
Viele Hamburger Firmen haben Geschäftsverbindungen zu Russland. Nach den Daten unserer Handelskammer sind es 660 aktive Firmen. Den Stärken des Hamburger Außenwirtschaftsplatzes entsprechend betätigen sich in Russland neben den Handelsfirmen auch viele Dienstleistungsunternehmen, Industriefirmen, Spediteure, Logistiker, Lieferanten von Umwelttechnologie, IT- und Medienfirmen, Verlage und Berater.

In der Hamburger Partnerstadt St. Petersburg haben unter anderen folgende Firmen eine Niederlassung:
Kühne & Nagel, 3B Scientific GmbH, Beiersdorf, B+V Industrietechnik GmbH, Germanischer Lloyd AG, Lufthansa Technik, Jungheinrich AG, Hauni Maschinenfabrik AG, Otto AG, Rohde & Liesenfeld, August Töpfer & Co., Gebr. Heinemann (in Vyborg), Farmgold Vertriebs GmbH, Aurubis, F. Reyher Nachf. GmbH & Co. KG, Tchibo GmbH, Imtech Hamburg GmbH, Mühlhan Surface Protection. Das Papier- und Zellstoffhandelsunternehmen Conrad Jacobsen hat eine Beteiligung an einem Produktionsunternehmen in Karelien. Das Unternehmen Eurogate beteiligt sich am Bau eines Tiefwasserhafen in Ust Luga, der Ende 2011 in Betrieb gegangen ist

In und um Moskau sind unter anderen die Unternehmen Beiersdorf, British-American Tobacco, Helm AG, Panalpina, Philips Medizin Systeme, ECE, Reemtsma, Schwarzkopf und viele Außenhändler und Dienstleister wie der Logistikimmobilienentwickler Garbe Logistics AG vertreten.

Russische Unternehmen in Norddeutschland:
Umgekehrt haben sich auch russische Firmen (Firmen mit russischer Muttergesellschaft oder einem Geschäftsführer, der aus Russland stammt) in Hamburg niedergelassen, etwa die Firma Dovgan GmbH, Bilat Handel GmbH, Soham, Transport- und Logistikunternehmen wie Eurosib Logistics, die Bierbrauerei Baltika Deutschland GmbH, Sovag Schwarzmeer und Ostsee Versicherungs AG etc.

Russisch-Deutsche Handelsgilde: Unternehmen in Hamburg haben sich in einer Interessengemeinschaft zusammengeschlossen, die freundschaftliche und berufliche Kontakte zwischen in Deutschland tätigen russischen Geschäftsleuten und deutschen Unternehmern fördern will. Die Handelsgilde bietet regelmäßige Treffen und Veranstaltungen an.

Einen Firmenpool  in St. Petersburg hat die IHK Schleswig-Holstein eingerichtet. Dieses Firmengemeinschaftsbüro erleichtert kleinen und mittleren Unternehmen den Markteinstieg in Russland. Die beteiligten Unternehmen erhalten die Vorteile einer ständigen Unternehmens- und Interessenvertretung und testen den russischen Markt.

Institutionen Hamburg - St. Petersburg
Zwischen Institutionen der beiden Partnerstädte gibt es ein dichtes Netzwerk an Beziehungen, das von offizieller Hamburger Seite, von der Hamburg Messe, Hafen Hamburg Marketing e.V., Hamburg Tourismus GmbH, Ost- und Mitteleuropa Verein, dem Baltic Sea Forum und weiteren Organisationen getragen wird.

Verbindungen und Projekte der Handelskammer Hamburg mit Russland:

  • Vertretungen der Handelskammer Hamburg in St. Petersburg und Kaliningrad
  • Erfolgreiches Fortbildungsprogramm für über 800 junge russische Praktikanten in Hamburg
  • Studiengang "Internationales Wirtschaftsrecht" in St. Petersburg
  • Kooperation mit den Handels- und Industriekammern St. Petersburg und Moskau, und mit der HIK der Russischen Föderation
  • Fachveranstaltungen, Seminare, Foren über Wirtschafts- und Rechtsfragen mit Russland-Bezug
  • Delegationsreisen

Viele politische und wirtschaftliche Delegationen aus allen Teilen der Russischen Föderation werden bei ihren Besuchen in Hamburg von Vertretern unserer Handelskammer empfangen. Das Fortbildungsprogramm für russische Praktikanten wird seit 1992 jährlich in Hamburg durchgeführt. Jungen Leuten aus St. Petersburg wird - jetzt einmal jährlich - von der Handelskammer Hamburg eine mehrwöchige Ausbildung in Hamburg mit wirtschaftsnahen Seminaren und einem berufspraktischen Teil angeboten. Die Senatskanzlei führt ein ähnliches Programm für St. Petersburger Praktikanten aus den Bereichen Kultur und staatliche Organisationen durch. Die bisherigen 800 Absolventen des Kurses bilden ein interessantes Mitarbeiterpotenzial für deutsche Unternehmen in Russland und sind aktive "Botschafter Hamburgs" in Russland.

Der Studiengang "Internationales Wirtschaftsrecht" in St. Petersburg, den unsere Handelskammer als Gemeinschaftsprojekt mit der Universität Hamburg, der Rechtsfakultät der Staatlichen Universität St. Petersburg und dem DAAD ins Leben gerufen hat, führt junge russische Führungskräfte – Juristen und Praktiker aus der Wirtschaft – an internationales Vertrags-, Steuer- oder auch Handelsrecht heran.
Die Baltic Sea Chambers of Commerce Association (BCCA) versteht sich als Instrument der Interessenvertretung der Privatwirtschaft im Ostseeraum und als Gremium für Politikberatung.
51 Ostseehandelskammern aus Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Norwegen, Polen, Russland und Schweden sind in der BCCA organisiert.

Geschichtliche Verbindungen zwischen Hamburg und Russland
13. Jh.: Erste Russland-Verbindungen der Hanse bis nach Nowgorod
1558: Hamburger Kaufleute beginnen Handel mit Moskau
17. Jh.: Hamburger Zuckerfabrikant in Archangelsk versorgt Nordrussland
1719: Erste diplomatische Mission Russlands in Hamburg
1957: Städtepartnerschaft zwischen St. Petersburg und Hamburg

Handels- und Schifffahrtsbeziehungen reichen bis ins Mittelalter zurück. Unabhängig von politischen Grenzen dehnte sich der Handel der Hansestadt Hamburg schon im 13. Jahrhundert auf dem Seeweg über die Ostsee und über den Landweg bis nach Nowgorod, wo die Hanse-Kaufleute den "Petershof" gründeten. Die Liste der damaligen Exportgüter wurde vom Hamburger Bier angeführt, importiert wurde dafür vor allem Holz für den Schiffsbau. Neben der Verbindung Riga-Nowgorod entwickelte sich bald eine Route nach Witebsk und Smolensk. Dort ermöglichten deutsche Häuser und Höfe den Winteraufenthalt für ihre Kaufleute. Sprachbarrieren wurde durch Sprachschüler überbrückt, die von Deutschland in die russischen Städte geschickt wurden. Auch Archangelsk war schon im Mittelalter ein Zentrum hansischer Kontore. Im beginnenden 18. Jahrhundert ließen sich dort Hamburger Zucker-Fabrikanten nieder, die mit ihrer Produktion zeitweise ganz Nordrussland bis Moskau versorgten.

In den Nachkriegsjahren konnten Hamburger Firmen ihre Verbindungen in vielen Teilen aufrecht erhalten. über Hamburger Firmen gingen in Zeiten des Kalten Krieges 27 Prozent der gesamten Einfuhren der Bundesrepublik aus der UdSSR. In dieser Zeit schlossen Hamburg und St. Petersburg eine Städtepartnerschaft, die sich als sehr erfolgreich und dauerhaft erwiesen hat.
Mit dem politisch-wirtschaftlichen Systemwandel sind Hamburger Wirtschaftsverbindungen zu Russland vielfältiger und komplizierter geworden.

Das Generalkonsulat der Russischen Föderation in Hamburg
Das Generalkonsulat der Russischen Föderation ist eines der ältesten in Hamburg ansässigen Konsulate. Die erste Gründung einer diplomatischen Mission des Zarenreiches in der Hansestadt geht auf das Jahr 1719 zurück. Generalkonsul der Russischen Föderation in Hamburg ist seit November 2005  S. E. Herr Dr. Sergey P. Ganzha.

Russische Staatsbürger in Hamburg
Nach Schätzungen aus russischer Quelle leben in Norddeutschland etwa 100.000 Russen und Deutsche aus Russland. Aussiedler aus der ehemaligen Sowjetunion und Russland haben sich im Hamburger Verein der Deutschen aus Russland e.V. zusammengeschlossen. Einige z.T. sehr erfolgreiche Unternehmer sind in einem Club der Deutschen Unternehmer aus Russland organisiert.

Institutionen der Förderung der Wirtschaftskooperation Hamburg-Russland

Quellen: Statistisches Amt für Hamburg und Schleswig-Holstein, Hafen Hamburg Marketing e.V., HWF Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH

 
 

DOKUMENT-NR. 28786

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