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PRESSE

(09.10.) Länderübergreifende Clusterpolitik für den Norden stärken

Länderübergreifende Clusterpolitik für den Norden stärken
Handelskammer Hamburg und IHK Schleswig-Holstein fordern gemeinsame Einrichtung

Hamburg, 9. Oktober 2009 – Die Handelskammer Hamburg und die IHK Schleswig-Holstein haben für eine engere Zusammenarbeit beider Länder in der Clusterpolitik plädiert. Ein Ansatzpunkt, um die Clusterpolitik beider Länder enger zusammenzuführen, könnte, so Handelskammer-Präses Horch, die Weiterentwicklung der in Kiel ansässigen Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein GmbH (WTSH) sein. Die Kammern schlagen vor, Möglichkeiten einer Ausweitung dieses Konzepts, das die Landesregierung, die Industrie- und Handelskammern sowie die Hochschulen Schleswig-Holsteins einbindet, auf Hamburg zu prüfen, wo es eine vergleichbare Einrichtung nicht gibt.

Da Wirtschaft nicht vor Ländergrenzen halt mache, gehöre zur Interessenvertretung auch das Thema der regionalen Kooperation, sagte Margarete Böge, Präsidentin der IHK Schleswig-Holstein, bei der Vorstellung eines zusammen mit der Handelskammer erarbeiteten Eckpunktepapiers zu den „Potenzialem einer gemeinsamen Clusterpolitik in Hamburg und Schleswig-Holstein”. Während dies zwischen den Kammern schon hervorragend funktioniere, sei der projektbezogene Ansatz beider Landesregierungen seit einiger Zeit ins Stocken geraten. Handlungsbedarf sehen die Kammern in insgesamt sieben Wirtschaftsbereichen: Life Science, Logistik, Maritime Wirtschaft, IT und Medien, Luftfahrt, Ernährungswirtschaft und Erneuerbare Energien. Im Bereich der Life Sciences bestehe vor allem organisatorischer Optimierungsbedarf. Horch appellierte an die politischen Entscheidungsträger, die Norddeutsche Life Science Agentur „Norgenta” mittelfristig durch eine Öffnung der Gesellschaft für Unternehmen und Institutionen in ein Public Private Partnership zu überführen. Bei der Maritimen Wirtschaft könnten Hamburg und Schleswig-Holstein ihr ausgezeichnetes und stetig wachsendes Know-how in die Waagschale werfen. Clusterstrukturen seien beim Nachbarn ausgeprägter, deshalb empfahl Horch, ein gemeinsames Clustermanagement unter gleichberechtigter Einbindung und mit finanzieller Beteiligung der Wirtschaft nach schleswig-holsteinischem Vorbild einzurichten. Ein weiteres wichtiges Handlungsfeld für eine gemeinsame Clusterinitiative sei darüber hinaus der Bereich der Erneuerbaren Energien. „Da in beiden Bundesländern entsprechende Strukturen in dem Cluster noch nicht voll ausgebildet sind, bietet sich gerade hier die Chance, von Beginn an länderübergreifend zu agieren”, so der Präses.

Margarete Böge betonte, dass es den Kammern mit ihrem gesetzlichen Auftrag zur Politikberatung ausgesprochen ernst sei. Verbunden sei dies mit dem Anspruch, durch eigenes Engagement Themen für mehr gemeinsames Handeln aufzuzeigen und weiterzuentwickeln. Ein solches Thema sei eben die Clusterpolitik, deren Potenziale mehr Initiative und Kreativität verdient hätten, als ihr bislang von der Politik zuteil geworden sei.

Präses Horch und Präsidentin Böge empfahlen, die bislang weitgehend unabhängig voneinander agierenden Clusterinitiativen – mit Ausnahme der Life Science - zusammenzuführen und in eine engere Kooperation zu bringen. Die beiden Landesregierungen luden sie ein, gemeinsam über diese organisatorische Weiterentwicklung der Zusammenarbeit Hamburgs und Schleswig-Holsteins nachzudenken.

Kontakt:
Dr. Jörn Arfs, Handelskammer Hamburg, Tel.: 040/36138-301, joern.arfs@hk24.de
Michael Legband, IHK Schleswig-Holstein, Tel.: 0431/5194-224, legband@ihk-kiel.de