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PRESSE
Antrag für BID Nikolai-Quartier soll im Sommer gestellt werden
Handelskammer will „Wiege der Kaufmannsstadt” wieder zur ersten Adresse machen
Hamburg, 3. Februar 2009 – Die Handelskammer will dem sogenannten Nikolai-Quartier, zwischen Rathaus, Rödingsmarkt, dem Alsterfleet und der Willy-Brandt-Straße gelegen, zu neuer Attraktivität verhelfen. Unter Federführung der Kammer wollen die dortigen Grundeigentümer und Kaufleute im Sommer einen „Business Improvement District” (BID) beantragen. In ihrem Bereich können sie dann zeitlich begrenzte Maßnahmen zur Verbesserung des Umfeldes und der Anziehungskraft für Kunden und Besucher finanzieren und durchführen.
Die „Wiege der Kaufmannsstadt Hamburg” sei in den letzten Jahrzehnten in eine gewisse Randlage geraten und es habe sich hier ein Nachholbedarf aufgebaut, sagte Hauptgeschäftsführer Prof. Hans-Jörg Schmidt-Trenz bei der Vorstellung des Jahresberichts 2008/2009 der Handelskammer. Ziele der Initiative seien die Neugestaltung öffentlicher Räume und Plätze – hier nannte er zum Beispiel ein neues attraktives Beleuchtungskonzept für den Großen Burstah –, zusätzliche Angebote im Bereich der Gastronomie und des Einzelhandels, unter anderem Wochen- und Kunstmärkte, sowie ein gemeinsames Marketingkonzept für das Quartier. Ein weiteres Ziel sei es, eine Neuordnung im Hinblick auf die Parkplätze und die Verkehrsführung vor allem der Busse vorzunehmen. Hier nannte Schmidt-Trenz eine geplante Tiefgarage und einen Anlaufpunkt für Reisebusse am Hopfenmarkt sowie die Wiedereinführung des Zwei-Richtung-Verkehrs für Busse und neue Haltestellen im Großen Burstah.
In seinen Ausführungen zum Gründergeschehen in Hamburg bilanzierte Hauptgeschäftsführer Schmidt-Trenz 29.574 Gewerbeanmeldungen im Bereich der Handels- und der Handwerkskammer 2008 – ein Rückgang von 9,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Dies begründete er mit der anziehenden Konjunktur und dem Anstieg offener Stellen in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres, die erfahrungsgemäß zu weniger Existenzgründungen führten.
Es gebe dann weniger „Gründungen aus der Not” und die guten Job-Aussichten hielten vor allem qualifizierte Fachkräfte davon ab, ein eigenes unternehmerisches Risiko einzugehen. Aufgrund der schwierigen wirtschaftlichen Situation seit Herbst 2008, die sich auf den Arbeitsmarkt auswirken dürfte, hielt es Schmidt-Trenz für wahrscheinlich, dass die Zahl der Unternehmenszugänge – mit einer entsprechenden Zeitverzögerung – wieder ansteigen werden.
Unzufrieden zeigte sich Schmidt-Trenz mit einem anderen Projekt: der Organisation des Technologie- und Innovationstransfers. „Was die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Wissenschaft angeht, hängt Hamburg gegenüber anderen Bundesländern um Jahrzehnte zurück”, so der Hauptgeschäftsführer wörtlich. Er plädierte erneut für die schnelle Einführung einer hochschulneutralen und wirtschaftsnahen Transfer-Erstanlaufstelle für Firmen, die für „mehr Transparenz, niedrigere Schwellen und damit für größere Effizienz” sorgen würde. Damit würde deutlich, dass alle Unterzeichner der InnovationsAllianz, die bis zum Jahresende eine Strategie vorlegen sollten, es mit der Verzahnung von Wirtschaft und Wissenschaft tatsächlich ernst meinten.
Bei der Vorstellung wichtiger Kammer-Aktivitäten 2009 kündigte Schmidt-Trenz unter anderem eine Unternehmer-Delegationsreise nach Istanbul für Juni und ein Symposium über die „Nationale Bedeutung der deutschen Seehäfen” am 25. Februar an. Mit den Schwesterkammern in Norddeutschland würden überdies Konzepte für einen „Wirtschaftsraum Unterelbe” von Hamburg bis zur Deutschen Bucht und für eine regionale „Entwicklungsachse A1”, also für die Autobahn von der südlichen Landesgrenze Hamburgs bis nach Fehmarn im nordöstlichen Schleswig-Holstein, erarbeitet.








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