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PRESSE
In einen modernen, leistungsfähigen Kraftwerkspark investieren
In einen modernen, leistungsfähigen Kraftwerkspark investieren
Frank Horch: „Sonst droht Norddeutschland ein Engpass bei der Energieversorgung.”
Hamburg, 12. Januar 2009 – Frank Horch, Präses der Handelskammer Hamburg und Vorsitzende des IVH-Industrieverband Hamburg, hat beim 2. Hamburger Industrietag vor einem drohendem Engpass bei der Energieversorgung in Norddeutschland gewarnt. „Ich rufe Politik und Verwaltung auf, notwendige Kraftwerksprojekte zügig zu genehmigen. Ich appelliere gleichzeitig aber auch an die Energieversorger, in einen modernen, leistungsfähigen Kraftwerkspark zu investieren”, sagte Horch vor mehr als 150 Teilnehmern bei der Siemens AG in Hamburg. Gerade in diesen Tagen werde vor dem Hintergrund der Auseinandersetzungen um die russischen Gaslieferungen die Bedeutung einer sicheren Energieversorgung sehr deutlich, was Beleg für die Notwendigkeit zur Schaffung eigener Kapazitäten sei, um die Energie-Import-Abhängigkeit so gering wie möglich zu halten. Horch wies auch darauf hin, dass bis 2030 mehr als 90 Prozent der norddeutschen Kraftwerkskapazitäten vom Netz gehen werden. Kohlekraftwerke wie in Hamburg-Moorburg seien daher zwingend notwendig.
Horch betonte außerdem die wachsende Rolle der Erneuerbaren Energien für die Energieversorgung in Norddeutschland, warnte aber davor, deren Potenziale zu überschätzen: „Ich sehe am Horizont noch keine Kupferhütte und noch kein Stahlwerk, das mit Wind- oder Sonnenenergie betrieben werden kann”, so Horch. Er machte die Politik für den Energiepreisanstieg der letzen Zeit mitverantwortlich, da die staatliche Abgabenlast mittlerweile mehr als 30 Prozent vom Strompreis ausmache. Hier könnte die Politik „unmittelbar preissenkend wirken”, schlug Horch vor.
Wirtschaftssenator Axel Gedaschko räumte die Bedeutung einer sicheren und wettbewerbsfähigen Energieversorgung für die Industrie ein und stellte das Thema in den Zusammenhang mit der Klimapolitik des Hamburger Senates. "Die Finanzkrise wirft zweifelsohne Schatten auf die Diskussion über den Klimaschutz. Aber: Der globale Klimawandel ist bereits heute Realität – er beschleunigt sich. Für einen Aufschub ist keine Zeit. Die Verschiebung des Klimaschutzes gefährdet den Beginn einer globalen Klimapolitik unter Einschluss der USA. Und dies wäre fatal. Was wir heute gezielt in den Klimaschutz investieren, verhindert in der Zukunft hohe wirtschaftliche Folgekosten. Für diese Investitionen brauchen wir angesichts der langen Investitionszyklen im Energiebereich noch mehr als anderswo planbare, verlässliche und vernünftige staatliche Rahmenbedingungen. Bei all unseren Bemühungen muss die
Konkurrenzfähigkeit der hiesigen Unternehmen gewährleistet blieben. Ein sogenanntes "carbon leakage" darf es nicht geben."
Der Magdeburger Wissenschaftler Professor Joachim Weimann kritisierte in seinem Vortrag die aktuelle politische Debatte und die Klimapolitik der Bundesregierung. „Klimapolitik muss so gestaltet werden, dass mit den eingesetzten Mitteln ein Maximum an CO2-Einsparung erreicht werden kann. Das bedeutet, dass wir kosteneffiziente Instrumente wie den Emissionshandel einsetzen müssen. Ordnungsrechtliche Maßnahmen und das EEG führen dazu, dass wir wertvolle Ressourcen verschwenden, die wir für den Kampf gegen die Klimaveränderung dringend brauchen.”
Dr. Alfred Richmann, Geschäftsführer des VIK Verband der Industriellen Energie- und Kraftwirtschaft, wies auf die Bedrängnis der Industrie zwischen „marktmächtigen Stromerzeugern und einem CO2-auktionswütigem Staat hin”. Richmann wörtlich: „Die von der EU beschlossenen Auktionierung der CO2-Zertifikate wird die Strompreise für die Industrie um mindestens 50% steigern. Viel kostengünstiger und dennoch mit ökologischer Zielgarantie wäre ein CO2-Emissionshandel auf Basis einer kostenlosen Zertifikatezuteilung, orientiert an Benchmarks und an der tatsächlichen Produktion.”
In seinem Schlusswort beim 2. Hamburger Industrietages wies Kammer-Präses und IVH-Vorsitzender Horch auf die Bedeutung der Energieeffizienz hin. Alle Energieverbraucher sollten ihren Energieeinsatz kritisch überprüfen. Dies sei der kostengünstigste Weg zur Verringerung des Energieverbrauchs, zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen und zu betrieblichen Kosteneinsparungen. In diesem Zusammenhang nannte Horch das neue Angebot der „Handelskammer-Energie-Lotsen”, die seit Beginn des Jahres in den Betrieben kostenlose Energieberatungen durchführen.
Ansprechpartner:
Dr. Jörn Arfs, Handelskammer Hamburg, Leiter des Stabsbereichs Kommunikation,
T: 361 38 – 301, Fax: 361 38 – 460.
Marc März, Stellv. Geschäftsführer, IVH Industrieverband Hamburg, T: 63 78 - 41 50,
Fax: 63 78 - 41 99.








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