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ÜBER UNS

Zur Geschichte der Hamburger Konvoischiffe

Zu Beginn des 17. Jahrhunderts entwickelte sich die Piraterie auf den Handelsrouten nach Spanien, Portugal und der westafrikanischen Küste besonders durch algerische Korsaren zu einer ernsthaften Bedrohung des Handels der Hansestadt Hamburg. Der Senat beschloss daraufhin 1623 die Gründung der Admiralität, die jedoch im Laufe der folgenden Jahrzehnte nicht in der Lage war, wirkungsvolle Gegenmaßnahmen einzuleiten. So entschlossen sich die Hamburger Kaufleute im Jahr 1665 zur Selbsthilfe. Man verpflichtete sich, dass jedes abgehende und eingehende Schiff einen "Convoy-Zoll" entrichten sollte. Für die Verwaltung der Gelder wurde die mit Kaufleuten besetzte Commerz-Deputation gegründet, deren erster Auftrag es war, Kriegsschiffe zur Bekämpfung der Piraterie zu bauen und in Dienst zu stellen. Die Commerz-Deputation wurde 1867 in „Handelskammer Hamburg“ umbenannt. Die von der Commerz-Deputation betriebenen Kriegsschiffe bekämpften die Piraterie höchst erfolgreich. Statt mit Kanonen gegen Korsaren kämpft die Handelskammer heute mit Argumenten für die Gesamtinteressen der gewerblichen Wirtschaft gegenüber der Öffentlichen Hand – wir hoffen mit ähnlich durchschlagendem Erfolg.

Wapen* von Hamburg 1668 – Die erste Wapen von Hamburg wurde zeitgleich mit der Leopoldus Primus gebaut und ging unter Kapitän Behrend Karpfanger im Jahre 1668 auf Jungfernfahrt. In den folgenden 14 Jahren war das Schiff unter der Führung dieses Kapitäns sehr erfolgreich. Karpfanger wurde zum Seehelden. Im Oktober 1683 geriet das Schiff vor Cadiz in Brand. Es kam zu einer Explosion der Pulverkammer und das Schiff sank – mit dem Kapitän, der sich geweigert hatte, das Schiff zu verlassen. Das Modell wurde als Auftragsarbeit für den Verein Hamburger Wirtschaftsgeschichte gefertigt, der es der Handelskammer mit den Modellen der beiden Nachfolgeschiffe als Dauerleihgabe zur Verfügung stellte.

Leopoldus Primus 1668 - Das erste Hamburger Konvoischiff ging im April 1668 unter Kapitän M. Dreyer auf Jungfernfahrt. Es begleitete Handelsschiffe nach Spanien und Portugal sowie zur Küste Westafrikas (Sklaventransporte), nach Westindien und nach Grönland. Vermutlich wegen "Instabilität" wurde das Schiff 1705 in Hamburg abgewrackt. Der Modellbauer Eduard E. Willke hat die Leopoldus Primus 1992 nach den Grundrissen des Schwesterschiffes "Wapen von Hamburg" und einem alten Stich im Maßstab 1 : 16 aus Lindenholz rekonstruiert. Die Decks und Kajüten sind beleuchtet, die Geschütze auf Lafetten aus Bronze gegossen oder gedreht, das Schnitzwerk ist 23 Karat blattvergoldet. Das Schiff ist eine Schenkung der Deutschen Bank AG und befindet sich im Besitz der Handelskammer Hamburg.

Wapen* von Hamburg II – Als Nachfolgerin der " Wapen" von Hamburg I (ein Modell steht in der Eingangshalle des Seegerichtshofes in Hamburg) nahm das Schiff 1687 seinen Dienst auf und unternahm 25 sehr erfolgreiche Konvoifahrten, bis es 1719 außer Dienst gestellt wurde. Es war das letzte in Deutschland gebaute Exemplar eines holländischen Zweideckers. Dieses Schiff sollte den Glanz und die Pracht der Hansestadt Hamburg widerspiegeln und wies deshalb insbesondere im Bereich des Heckspiegels außerordentlich reiche Verzierungen auf. Das Modell entstand 1998 bis 2000 nach einem alten Stich und der Vorgabe der Bauweise holländischer Zweidecker im ausgehenden 17. Jahrhundert im Maßstab 1 : 16 aus Lindenholz, Der Segler ist ab dem Kiel vollständig ausgebaut und beleuchtet, Zierrat und Schnitzwerk sind 23 Karat blattvergoldet. Erbauer ist Eduard E. Willke.

Wapen* von Hamburg III - Der wohl prächtigste aller deutschen Segler entstand 1722 und trug den Beinamen "Barockpalast". Nur 15 Jahre trug das Schiff die Flagge der Hansestadt. 1737 wurde es an eine Hamburger Reederei verkauft, die es zu einem bewaffneten Handelsschiff umbauen ließ. In einem Herbststurm des Jahres 1796 soll der Segler, mit einer Ladung Tee von Indien kommend, vor der Küste Dofars (Südküste Saudi-Arabiens) gestrandet sein. Eduard E. Wilke baute das Modell in den Jahren 1993 und 1994 nach Unterlagen des Museums für Hamburgische Geschichte im Maßstab 1 : 16 in Lindenholz. Die Decks sind beleuchtet, das Schnitzwerk ist 23 Karat blattvergoldet.

*niederdeutsch

 
 

DOKUMENT-NR. 29089

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