Handelskammer Hamburg 2005

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Treffpunkt

HIGHLIGHT

Keine Panik in der BallinStadt
Die Kooperation ist so ungewöhnlich wie naheliegend: Handelskammer, Kulturbehörde und Hamburgs Rock-Unikat Udo Lindenberg haben gemeinsam Lindenbergs Rockrevue „Atlantic Affairs“ auf die Bühne der Hamburger Staatsoper gebracht. Das Stück erinnert an die Schicksale der vielen, zumeist jüdischen Künstler, die in der NS-Zeit Deutschland verlassen mussten – viele von ihnen über den Hamburger Hafen, wo bis 2006 das Auswanderungsmuseum „BallinStadt“„ entsteht.
Die Handelskammer will mit der Aufführung an Hamburgs Geschichte als Auswandererhafen erinnern und eine Brücke über den Atlantik schlagen, erklärte Präses Dr. Karl-Joachim Dreyer, der das Projekt gemeinsam mit Udo Lindenberg und Kultursenatorin Prof. Karin von Welck im Hotel Atlantic präsentierte. Möglich wurde die – in kürzester Zeit ausverkaufte und begeistert gefeierte – Aufführung, weil unsere Handelskammer sechs Hamburger Firmen als Sponsoren gewinnen konnte, die Kulturbehörde eine Ausfallbürgschaft übernahm und die Staatsoper das Stück kurzfristig in den Spielplan integrierte.

Besucht

Lilianne Lebron de Wenger, Botschafterin von Paraguay in Berlin, will ihr Land in Deutschland stärker bekannt machen. Bei ihrem Antrittsbesuch bei Kammerpräses Dreyer erklärte de Wenger, dass sich das Land sowohl politisch als auch wirtschaftlich auf einem guten Weg befinde. Diese Entwicklung mache es Investoren sowie Im- und Exporteuren leichter, Geschäftsbeziehungen zu Paraguay aufzubauen. Neue Chancen für Hamburger Firmen ergäben sich vor allem im Fleischimport: Anfang kommenden Jahres würden in diesem Sektor Handelsbeschränkungen fallen.

Den Hamburg-Besuch von Jacques Barrot, Vize-Präsident der EU-Kommission und Verkehrs-Kommissar, nutzte unsere Handelskammer, um ihn über wichtige Anliegen der Hamburger Wirtschaft zu informieren. In Anwesenheit von Stadtentwicklungssenator Michael Freytag und dem Hamburger EU-Parlamentsabgeordneten Georg Jarzembowski erläuterte Präses Dreyer die Vorteile der Magnetschwebebahntechnik und verdeutlichte die Positionen der Hamburger Wirtschaft zum „Port Pack-age II“, zur Fehmarn-Belt-Querung, zur Nachbesserung bei den Wasserwegen von Mittel-/Oberelbe und Oder sowie zur Ausweisung von Flora-Fauna-Habitat-Gebieten.

Die Insel ist 2000 Kilometer entfernt und steht Hamburg doch nahe: Keiner europäischen Stadt sei Island enger verbunden als Hamburg, sagte Honorarkonsul Oswald Dreyer-Eimbcke bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen der Deutsch-Isländischen Wirtschaftsvereinigung. Zu diesem Anlass war auch der isländische Tourismus-Minster Sturla Bödvarsson Gast in unserer Handelskammer. Auch dank des wachsenden Fremdenverkehrs gehe es dem Land der Geysire blendend – auch ohne EU-Mitglied zu sein; mit einem Beitritt habe man keine Eile, so der Minister. Und über die zweite Haupteinnahmequelle des Landes, die Fischerei, bestimme man lieber in Reykjavik, als sich aus Brüssel Vorschriften machen zu lassen.

Veranstaltet

Über die Investitionsbedingungen in Mexiko informierte der Gouverneur des mexikanischen Bundesstaates Querétaro, Garrido Patrón, norddeutsche Firmen- und Verbandsvertreter. Diese trafen Patrón und den Honorarkonsul von Mexiko, Frank K. Westermann, in Hamburg auf Einladung unserer Handelskammer. Über 50 große deutsche Unternehmen haben bereits Auslandsvertretungen in Querétaro.

Die Gesundheit der Mitarbeiter stärker in den Mittelpunkt unternehmerischen Handels rücken: Das ist das Ziel der Kampagne „Fit in Hamburg“, die unsere Handelskammer gemeinsam mit Vertretern der Gesundheitswirtschaft, der Sportvereine und des Hochschulsports gestartet hat. „Aus Sicht der Wirtschaft gibt es kaum ein höheres Gut als die Gesundheit, das Wohlbefinden und die Motivation der Mitarbeiter“, erklärte Präses Dreyer, der am Weltgesundheitstag gemeinsam mit Gesundheitssenator Jörg Dräger den Startschuss gab. Angesichts der Alterung der Gesellschaft und längerer Lebensarbeitszeiten werde das Thema noch an Bedeutung gewinnen.

Mai-Plenum

Haspa-Vorstandschef Dr. Karl-Joachim Dreyer steht für weitere drei Jahre als Präses an der Spitze unserer Handelskammer. Ohne Gegenstimmen bestätigte ihn das Plenum auf seiner Mai- Sitzung im höchsten Ehrenamt der Hamburger Wirtschaft. Zur Seite stehen ihm in der neuen Amtsperiode die ebenfalls wiedergewählten Vizepräsides Dr. Jens Peter Breitengroß (Jos. Hansen & Soehne GmbH), Dr. Werner Marnette (Norddeutsche Affinerie AG), Dr. Michael Otto (Otto GmbH & Co. KG) und Dr. Martin Willich (Studio Hamburg GmbH). Neu ins Präsidium wählten die Plenarier Dr. Michael Behrendt (Hapag Lloyd AG) und Andreas Bartmann (Globetrotter Aus-rüstungen Denart & Lechhart GmbH).
Eine Spur von Wehmut mischte sich in die Sitzung, weil sie auch ein Abschied war: Ein Abschied von Nikolaus W. Schües, der sich in den Ruhestand verabschiedete. Als junger Reeder hatte er 1981 im Verkehrsausschuss sein langes ehrenamtliches Wirken in unserer Handelskammer begonnen, deren Arbeit er als Ausschussmitglied, später als Plenarier, Präses und Vize-Präses maßgeblich geprägt hat.

hamburger wirtschaft, Ausgabe Juni 2005