
Wirtschaft in Bewegung
Von der Feinstaubdebatte über den Bundesfernstraßenbau und
die Ertüchtigung des Hamburger Straßennetzes bis hin zu den
Auswirkungen der Maut: An aktuellen Themen herrschte kein Mangel auf dem
diesjährigen „Tag des Wirtschaftsverkehrs“. Rund 120
Teilnehmer verfolgten die Auftritte von hochrangigen Referenten wie Angelika
Mertens, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für
Verkehr, Bau- und Wohnungswesen, oder Stadtentwicklungssenator Michael
Freytag. Gut besucht war auch die anschließende Podiumsdiskussion
zur Verkehrspolitik auf Länder- und Bundesebene, bei der sich Politiker
und Unternehmervertreter gegenübersaßen. Der Tag des Wirtschaftsverkehrs
wird alle zwei Jahre von unserer Handelskammer und dem Landesverband Straßenverkehrsgewerbe
e.V. veranstaltet.
Eine hochrangige Wirtschaftsdelegation aus Saudi-Arabien besuchte im Juni Hamburg unter Leitung des Präsidenten der Saudi-Arabischen Kammervereinigung, Sheik Abdul Al Rahman Al-Jeraisy Intensive Gespräche mit Hamburger Firmen, Briefings, Präsentationen und eine von Vizepräses Dr. Jens Peter Breitengroß geleitete Wirtschaftsveranstaltung standen auf dem Programm des von unserer Handelskammer organisierten mehrtägigen Aufenthalts.
Eine bemerkenswerte Erfolgsbilanz präsentierte der Botschafter von Kasachstan, Kairat Sarybay, bei seinem Antrittsbesuch in unserer Handelskammer: Seit fünf Jahren steige das Wirtschaftswachstum des Staates in zweistelliger Höhe, so Sarybay. Kasachstan wolle mit den Gewinnen aus Erdölexporten hochinnovative Industrien fördern und suche dafür die Kooperation mit Hamburg. Vizepräses Breitengroß erklärte, Hamburger Unternehmen könnten den Aufbau von Industrien mit Know-how und Lieferungen von Komplettlösungen unterstützen. In den kommenden Monaten soll eine Veranstaltung in unserer Handelskammer über Kooperationsmöglichkeiten mit Kasachstan informieren.
Eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen Guatemala und Hamburg war das zentrale Thema beim Antrittsbesuch des neuen Botschafters der südamerikanischen Republik Guatemala, Heinz Erich Richter de Léon. Begleitet wurde er vom Hamburger Honorarkonsul des südamerikanischen Landes, Peter Schirrmann. De Léon, der mehrere Jahre in der deutschen Textilindustrie gearbeitet hat, erklärte im Gespräch mit Präses Dr. Karl-Joachim Dreyer, er sehe gute Chancen für eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen guatemaltekischen Textilherstellern und Hamburger Importeuren.
Paul Dubois, kanadischer Botschafter in Berlin, berichtete bei seinem Antrittsbesuch über die tiefgreifenden Wirtschaftsreformen, die Kanada seit einigen Jahren mit großem Erfolg umsetze. Mit drei Prozent verzeichne Kanada das höchste Wachstum unter den G7-Staaten, und mittels eines rigiden Sparkurses seien die öffentlichen Finanzen saniert worden. Im Gespräch mit Präses Dreyer wurde eine engere Kooperation zwischen Hamburg und Kanada, vor allem in der Luftfahrtindustrie, ins Auge gefasst.
Wenn es zwischen Geschäftspartnern zu Konflikten kommt, sollten sie nicht gleich vor den Richter treten. Welche Vorteile eine au-ßergerichtliche Einigung hat, davon konnten sich rund 150 Teilnehmer unserer Tagung „Schiedsgerichtsbarkeit und Wirtschaftsmediation – kaufmännische Entlastung der staatlichen Justiz“ überzeugen. Auch Bundesjustizministerin Brigitte Zypries zeigte sich von den Vorzügen der alternativen Streitbeilegung überzeugt: „Wenn wir den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken und modernisieren wollen, dann müssen wir auch überlegen, wie wir die Wirtschaftsmediation fördern.“ Auch für das Schiedsverfahren wünschte sich die Ministerin eine höhere Aufmerksamkeit.
Seit vielen Jahren dokumentiert der russische Fotograf Igor Sarembo das Leben in Kaliningrad, dem ehemaligen Königsberg. Zum 750. Geburtstag der Stadt zeigte unsere Handelskammer eine Auswahl von 70 seiner eindrucksvollen Bilder. Die Ausstellung aus der Reihe „Kunst in der Handelskammer“ eröffneten Altpräses Klaus Asche und Christian Neef, stellvertretender Auslands-Res-sortleiter des Nachrichtenmagazins Spiegel. Sarembo, der auch die deutschsprachige Zeitung „Königsberger Express“ herausgibt, stellt die Menschen in den Mittelpunkt seiner Arbeit: Ihre Gesichter und Gesten zeichnen das eindrucksvolle Bild einer Stadt im Aufbruch zwischen Russland und Europa.
Eine engere Kooperation mit der Hamburger Wirtschaft wünschte sich der Vorsitzende des Marketing Clubs St. Petersburg, Viktor Khartschenko bei einem Meinungsaustausch unter dem Motto „60 Jahre nach Kriegsende“. Khartschenko, Ex-Marineoffizier und heute Miteigentümer einer Schifffahrtsgesellschaft, traf sich mit anderen hochrangigen Club-Mitgliedern, darunter Altpräses Klaus Asche.
Hamburg ist Europas Tor nach China – und war damit der perfekte Veranstaltungsort für den 6. Deutsch-Chinesischen Rechtsstaatsdialog unter der Leitung von Bundesjustizminister Brigitte Zypries und Chinas Justizminister Cao Kangtai. Nach dem Auftakt im Rathaus debattierten in unserer Handelskammer chinesische und deutsche Rechtsexperten in drei Arbeitsgruppen zum Veranstaltungsthema „Offenlegung von Regierungs- und Verwaltungsinformationen“. Die Teilnehmer lobten die offene und konstruktive Atmosphäre, beide Seiten seien sehr daran interessiert gewesen, voneinander zu lernen und Wege zu einer weiteren Annäherung der Rechtssysteme aufzuzeigen.
Die Entsorgung von gewerblichem Abfall wird zukünftig spürbar teurer werden – so lautet die Einschätzung des Geschäftsführers der Stadtreinigung, Berend Krüger. Krüger referierte im Ausschuss für Industrie über neue Regelungen zur Deponierung unbehandelter Siedlungsabfälle. Seit dem 1. Juni 2005 dürfen nach einer bundesweit geltenden Verordnung so genannte Siedlungsabfälle nicht mehr unbehandelt deponiert werden. Grund für den Preisanstieg seien die in der Verordnung geforderten hohen technischen Standards, die noch über die Anforderungen der so genannten „Deponie-Richtlinie“ der EU hinausgehen.
Stafettenwechsel im Ausschuss für Finanzwirtschaft: Nach viereinhalb Jahren als Vorsitzender übergab Volker Bremkamp sein Amt an Rainer Brüggestrat . Präses Dreyer würdigte die besonderen Verdienste Bremkamps, der zahlreiche Aktivitäten vorangebracht habe. Diese hätten sich nicht nur positiv auf den Finanzplatz Hamburg, sondern auf die gesamte Hamburger Wirtschaft ausgewirkt. Thematische Schwerpunkte der Ausschuss-Sitzung waren die Unternehmenskommunikation für Finanzdienstleister und die neuen amerikanischen Bilanzierungsstandards IFRS.
Unter dem Eindruck der drohenden Schließung der Hamburger Aluminiumwerke
berichtete Vizepräses Dr. Werner Marnette über die aktuellen
Probleme in der Energiepolitik. Dr. Stefan Schmittmann, Mitglied des Bereichsvorstands
der HypoVereinsbank, schilderte in seinem Vortrag, welchen Reglementierungen
die Banken durch Aufsichtsbehörden und Verbraucherschutz ausgesetzt
sind.
Außerdem wählte das Plenum André Kemper, Geschäftsführer
der kempertrautmann GmbH, als neuen Vorsitzenden des Ausschusses für
Medienwirtschaft.