
Leitbild auf dem Prüfstand
Welche Ziele soll unsere Handelskammer in den nächsten fünf Jahren verfolgen? Was sind die wichtigsten Entwicklungen im Wirtschaftsraum Hamburg, auf die wir reagieren müssen? Welchen Stärken und Schwächen hat unser Standort? Mit diesen Fragen befassten sich die gewählten Vertreter der Hamburger Unternehmerschaft auf einer besonderen Sitzung des Plenums. Auf der Tagesordnung stand die Überarbeitung des Leitbilds unserer Handelskammer. Es wurde zum ersten Mal 1996 formuliert und kommt seitdem alle fünf Jahre auf den Prüfstand. Das Leitbild enthält konkrete Vorgaben sowohl für die Handelskammer insgesamt als auch für die einzelnen Geschäftsbereiche. In moderierten Kleingruppen und Diskussionsrunden überprüften die Plenarier jedes einzelne Teilziel vor dem Hintergrund der veränderten Realitäten am Standort Hamburg, warfen Überholtes über Bord, passten viele Formulierungen an und nahmen neue Ziele in den Katalog auf. Das Ergebnis soll im Präsidium und in der Dezembersitzung des Plenums abschließend diskutiert und zum Beginn des neuen Jahres verabschiedet werden.
Stadt- und Regionalentwicklung - Neue Impulse für ein zentrales Quartier: Der Geschäftsbereich Infrastruktur entwickelt derzeit ein Entwicklungskonzept für das Fleetviertel (Kontorhausviertel, südliche Altstadt und Speicherstadt) zwischen Innenstadt und Hafencity. Die Ausschussmitglieder befürworteten die Beschäftigung mit diesem wichtigen Viertel, das seinem Potenzial noch nicht gerecht wird, und brachten viele Vorschläge in den Arbeitsprozess ein.
Handel - Erleichterung über das glimpfliche Ende des Textilstreits zwischen der EU und China: Die Ausschussmitglieder begrüßten den geschlossenen Kompromiss und dankten unserer Handelskammer für ihre Unterstützung. Sie hatte sich über den DIHK bei der Bundesregierung und der EU für eine wirtschaftsfreundliche Lösung stark gemacht.
Tourismus - Eine im Auftrag des Deutschen Tourismusverbandes durchgeführte Studie hat gezeigt, dass Tagestouristen in keiner deutschen Stadt mehr Geld ausgeben als in Hamburg. Die Hamburg Tourismus GmbH will diesen Markt darum noch stärker bewerben. n Ab dem 11. Dezember übernimmt die Nord-Ostsee-Bahn (NOB), eine Tochter der Connex AG, die Zugstrecke Hamburg-Sylt. Die NOB sucht jetzt Kooperationen mit Hamburger und Sylter Unternehmen, um das Angebot so attraktiv wie möglich zu gestalten.
Dienstleistungswirtschaft - Der Ausschuss informierte
sich über die Folgen der neuen Hamburgischen Spielvergnügungssteuer.
Sie ist nach nur kurzer Beratung zum 1. Oktober in Kraft getreten, ohne
dass der Verband der Spielautomatenaufsteller gehört wurde. Statt
des Kasseninhalts werden nun die Einsätze mit zehn Prozent besteuert.
Da die Aufsteller diese Belastung nicht an die Spielgäste weitergeben
können, befürchtet die Branche viele Geschäftsaufgaben
und den Verlust von Arbeitsplätzen.
Brüssel - Die IHK Nord-Vertretung hat an einer Anhörung der EU-Kommission teilgenommen, in der ein integriertes europäisches Aktionsprogramm für die Binnenschifffahrt zur Diskussion stand. Die Branche, die sich bislang über mangelndes staatliches Interesse an ihren Problemen beklagt, lobte die Vorschläge.
Existenzgründer - Anlässlich der Vorstellung des Gründerreports 2005 hat der DIHK gefordert, die Ich-AG abzuschaffen. Die Existenzgründungsförderung für Arbeitslose müsse von Grund auf gestaltet werden. Das jetzige Angebot sei zu kompliziert und fördere Mitnahmeeffekte.
Verkehr - Der DIHK hat sich gegen Pläne zur Einführung
einer PKW-Maut oder den Verkauf von Autobahnen ausgesprochen. Sie wären
eine untragbare Zusatzbelastung der Autofahrer. n Auch die Einführung
einer Kerosinsteuer zugunsten der Entwicklungshilfe lehnte der DIHK ab:
Sie würde zu mehr Bürokratielast führen und die Wettbewerbsfähigkeit
der Fluglinien schwächen.