Handelskammer Hamburg 2005

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Handelskammer-Themen des Monats

Plenum

2006 kann kommen
Das Plenum hat auf seiner November-Sitzung (Foto) die Weichen für die Arbeit des kommenden Jahres gestellt: Es verabschiedete für 2006 sowohl den Wirtschaftsplan als auch den Aktivitätenplan, der die Verwendung der Personal- und Finanzmittel beschreibt. Außerdem beschloss das Plenum den Nachtragshaushalt 2005 und entlastete Präsidium und Hauptgeschäftsführer für das Haushaltsjahr 2004.
Rudolf Tiemann (Schütz & Co.) berichtete über die von der Bundesregierung geplante neue Pharmabetriebsverordnung. Sie gehe deutlich über die Vorgaben der EU hinaus und bedeute daher Wettbewerbsnachteile für den deutschen Wirkstoffhandel. Un-sere Handelskammer wird über den DIHK in Berlin intervenieren. Vizepräses Dr. Michael Otto stellte das Hamburger Hauptschulmodell vor, bei dem sich 71 Unternehmen um bessere Berufschancen für Hauptschüler bemühen. Mit Erfolg: Inzwischen finden mehr als doppelt so viele Hauptschulabsolventen einen regulären Ausbildungsplatz als vor fünf Jahren. Das Modell ist jetzt mit dem Carl Bertelsmann-Preis ausgezeichnet worden.

Ausschüsse und Arbeitskreise

Osteuropa - Offene Worte über ein heikles Thema: Der Arbeitskreis befasste sich intensiv mit der Kriminalität und Korruption in Osteuropa und ihren Folgen für westliche Unternehmer, die sich vor Ort engagieren wollen. Stefan Stein, Leiter der Handelskammer-Repräsentanzen in Kaliningrad und St. Petersburg mit langjähriger Russland-Erfahrung, erläuterte die Hintergründe der Korruptionsproblematik und beschrieb geeignete Handlungsstrategien für deutsche Investoren.

Afrika, Asien, Lateinamerika, Osteuropa - Die gemeinsame Sitzung der vier Arbeitskreise war ganz dem von der scheidenden Bundesregierung diskutierten Urwaldschutzgesetz und seinen Folgen für den deutschen Holzhandel gewidmet. In Zusammenarbeit mit Verbänden wie dem Gesamtverband des Deutschen Holzhandels und dem DIHK will unsere Handelskammer zu einer Versachlichung der Diskussion beitragen und sich für die Beachtung des von der Branche erarbeiteten Verhaltenskodizes stark machen.

Kommunikation - Der langjährige Arbeitskreisvorsitzende, HypoVereinsbank-Kommunikationschef Hartmut Heinicke, wurde auf der Sitzung in der AOL Arena aus seinem Amt verabschiedet. Sein Nachfolger ist Holsten-Sprecher Udo Franke.

DIHK

Berufsbildung - Um Arbeitnehmer in Europa mobiler zu machen, arbeitet die EU derzeit an einem Schema, das einen Vergleich der vielen verschiedenen Berufsbildungswege und -abschlüsse in der Union ermöglicht. Derzeit würdigt dieser „Europäische Qualifikationsrahmen“ (EQF) aber nicht die besonderen Qualitäten der praxisnahen dualen Berufsausbildung. Damit drohen deutschen Fachkräften Nachteile gegenüber Konkurrenten aus anderen EU-Ländern, wo vollzeitschulische Bildungswege üblich sind. Unsere Handelskammer hat nun maßgeblich an einer Stellungnahme mitgewirkt, mit der sich der DIHK, der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) und die Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) bei der Bundesregierung für eine Aufwertung der betrieblichen Ausbildung im EQF eingesetzt haben.

Schulpolitik - „Keiner darf verloren gehen“: Unter dieses Motto stellt der DIHK seine „Agenda für mehr Schulerfolg“, ein Forderungskatalog an die Bundespolitik, der von den bildungspolitischen Konzepten unserer Handelskammer geprägt ist, vor allem im Bereich der Lehrerfortbildung. Mit dem Papier verfolgt der DIHK das Ziel, Jugendliche besser auf eine duale Berufsbildung vorzubereiten, damit die Wirtschaft auch bei zurückgehenden Schülerzahlen weiterhin ihren Fachkräftebedarf decken kann.

Auswärtige Vertretungen

Brüssel - Mit kritischer Aufmerksamkeit verfolgen wir das Bestreben der EU-Kommission, die Erhebung von Gebühren zur Nutzung von Hafeninfrastrukturen europaweit zu regeln. Ein entsprechender Richtlinienentwurf soll möglicherweise noch in diesem Jahr verabschiedet werden.

Informationen

In der demokratischen Selbstverwaltung unserer Handelskammer engagieren sich über 680 Unternehmerinnen und Unternehmer für die Interessen der Hamburger Wirtschaft: Das Plenum, unser höchstes beschlussfassendes Gremium, wird alle fünf Jahre von den Mitgliedsunternehmen gewählt und bestimmt auf seinen monatlichen Sitzungen die Leitlinien unserer Arbeit. Die derzeit 30 Arbeitskreise und Ausschüsse unterstützen das Plenum; sie befassen sich mit speziellen Fach- und Branchenthemen und erarbeiten Analysen und Beschlussvorlagen. Weitere Infos über das Ehrenamt der Handelskammer unter: www.hk24.de, Dok.-Nr. 12509.

Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist die Dachorganisation der 81 deutschen Industrie- und Handelskammern.
Weitere Infos: www.dihk.de

Näheres zur Arbeit der auswärtigen Vertretungen unserer Handelskammer unter www.hk24.de, Dok.-Nr. 363.

hamburger wirtschaft, Ausgabe Dezember 2005