
Wo werden die Harry Potter-Bücher gedruckt? Müssen sich Gedichte immer reimen? Und wie wird man eigentlich Schriftsteller? Diesen und anderen Fragen können Hamburgs Kinder und Jugendliche während des Lesefests „Seiteneinsteiger“ einen ganzen Tag lang nachgehen. „Am 2. November soll Hamburg als Literaturstadt in den Brennpunkt rücken“, sagt Nina Kuhn, Geschäftsführerin des Literatur- und Pressebüros Pauw & Politycki, „vor allem für Kinder und Jugendliche hat die Stadt in Sachen Literatur viel zu bieten.“ Der Projekttag soll aufzeigen, welche Angebote, Kapazitäten und Kompetenzen die Hansestadt besitzt.
Nina Kuhn hat das Konzept für den Aktionstag im Auftrag von Kultur- und Bildungsbehörde entworfen. Unter dem Motto „Eine Stadt liest ein Buch“ gelang es ihr und ihren Kolleginnen bereits, ganz Hamburg für Uwe Timm und Siegfried Lenz zu begeistern. „Seiteneinsteiger“ soll nun gezielt Kinder und Jugendliche an die Beschäftigung mit Büchern und Literatur heranführen. Das Ziel: „Kreative Leseförderung“.
Ein vielseitiges Angebot richtet sich an diesem 2. November an die Schulen. Workshops, Lesungen und die Begegnung mit Schriftstellern stehen auf dem Stundenplan. Mit literarischen Entdeckungstouren, Poetry-Slams und weiteren Angeboten rund ums Buch geht es nach Schulschluss an zahlreichen Veranstaltungsorten weiter.
Neben den Verlagen Carlsen, Oetinger, Rowohlt und Gruner + Jahr engagieren sich die Hamburgische Kulturstiftung, die Haspa Hamburg Stiftung, die PWC-Stiftung, AstraZeneca und der Deutsche Literaturfonds für die „Seiteneinsteiger“. Auch der Börsenverein des deutschen Buchhandels sowie die Öffentlichen Bücherhallen und das Hotel Wedina unterstützen das Lesefest. Als Medienpartner sind das Hamburger Abendblatt und NDR-Info mit an Bord.
„Das Lesefest macht Kindern und Jugendlichen Lust, die Welt der Bücher aus ganz verschiedenen Blickwinkeln kennen zu lernen. Es ist Leseförderung im besten Sinn“, begründet Katrin Hogrebe, Pressesprecherin des Carlsen Verlags, das Engagement ihres Hauses. Für seine Verdienste um Hamburgs Kinder- und Jugendkultur wurde der Verlag 2002 bereits mit dem KulturMerkur ausgezeichnet. An „Seiteneinsteiger“ beteiligen sich, neben Künstlern wie der Autorin Hilke Rosenboom oder Harry-Potter-Illustratorin Sabine Wilharm, deshalb auch Verlagsmitarbeiter, beispielsweise mit den Workshops „Wie entsteht ein Manga-Magazin“ und „Berufsbilder im Verlag“.
Mit „Seiteneinsteiger“ übernimmt Hamburg eine Vorreiterrolle als erste Stadt in Deutschland mit einem Literaturprojekttag für Schüler. Die Veranstaltung soll jährlich stattfinden und ist zunächst auf drei Jahre befristet. Für Nina Kuhn steht das nächste Ziel jedoch schon fest: Ein bundesweiter Literaturprojekttag als Teil einer nationalen Kampagne zur Leseförderung – nach britischem Vorbild. „Den ,World Book Day' kennen und nutzen fast 90 Prozent der englischen Kinder und Jugendlichen“, sagt Kuhn, „etwas Ähnliches würden wir gerne auch in Deutschland etablieren. Denn das Interesse an guter Kinder- und Jugendliteratur ist groß.“
Im Internet findet sich nicht nur das Gesamtprogramm des Aktionstages,
sondern auch ein literarischer Stadtplan von Hamburg, Lese-, Surf- und
Buchtipps sowie weitere Infos über das literarische Leben in der
Hansestadt:
www.seiteneinsteiger-hamburg.de