
Lange Nacht
Nicht nur die Presse, sondern auch das Plenum beschäftigte sich mit Hamburgs aktuellstem
wirtschaftspolitischen Thema: der geplanten Beteiligung der Deutschen Bahn AG an HHLA und Hamburger
Hochbahn AG (HHA). Unsere Handelskammer hält die Vision des Bahnvorstandes von einem
integrierten Logistikkonzern für konsequent und sehr gut nachvollziehbar. Wie Präses
Dreyer betonte, ist es jedoch aus Hamburger Sicht ausgeschlossen, dass die unternehmerische
Führung von HHLA und HHA nicht in der Stadt verbleibt. Diese Ansicht vertrat auch Stefan
Behn, Vorstandsmitglied der HHLA, der über den Containerumschlag als Motor der Hamburger
Wirtschaft referierte.
Enttäuscht äußerte sich das Plenum über die Koalitionsverhandlungen. Zentrale
Reformen beim Arbeitsmarkt, bei den sozialen Sicherheitssystemen und bei der Unternehmenssteuerreform
seien nicht angepackt worden. Einstimmig verabschiedeten die Plenarier das neue Leitbild unserer
Handelskammer. Es wird bis 2010 Richtschnur der Arbeit unserer Handelskammer sein. Im Anschluss an
die Sitzung hatte unsere Handelskammer zur Langen Nacht in das Hotel Vier Jahreszeiten
geladen. Mit dieser festlichen Veranstaltung wird jedes Jahr das Engagement der Unternehmerinnen
und Unternehmer gewürdigt, die sich ehrenamtlich in der Selbstverwaltung der Hamburger Wirtschaft
engagieren. Für ihren langjährigen Einsatz erhielten sechzehn Unternehmer, die im vergangenen
Jahr aus ihren Ämtern ausschieden, die Ehrennadel unserer Handelskammer: Renate Anthony, Walter
Conrads, Eberhard Hirsch, Hans-Joachim Jähne, Arndt Klippgen, Elisabeth Lange, Dierk Lilienthal,
Thomas Lohse, Georg Wilhelm Möhlenbrock, Wolfgang Müller, Christian Olearius, Gerhard
Rötters, Burkhard Schwenker, Werner Teuffel, Torsten Wagner und Marion Wedekind. Die Silberne
Ehrennadel ging an Udo A. Böttcher, Detlef Fischer, Ludwig Görtz, Wolf-Dieter Gramatke,
Hartmut Heinicke, Harald Neuhaus, Walter Stork, Friedrich Wendt und Claus-Peter Weber. Volker Bremkamp
und Altpräses Nikolaus W. Schües wurden mit der Ehrennadel in Gold ausgezeichnet.
Medienwirtschaft
Der Ausschuss befürwortete einstimmig die Idee des bekannten Hamburger Journalisten Kay
E. Sattelmair, ein Sprachrohr für die Medienhauptstadt Hamburg zu schaffen. Unter
dem Arbeitstitel MediaPort plant Sattelmair eine regelmäßig erscheinende
Zeitung, die die Interessen der Medienbranche öffentlichkeitswirksam transportiert.
Umwelt
Ein weitergehendes Veto- und Mitspracherecht für unsere Handelskammer forderte der Ausschuss
im Bereich des Naturschutzes. So solle sie zukünftig bei Entscheidungen bezüglich der
Landschaftsplanung sowie bei der naturschutzrechtlichen Gesetzgebung in Hamburg mit einbezogen
werden. Unsere Handelskammer wird ein entsprechendes Schreiben an die Leiterin des Amtes für
Naturschutz verfassen.
Dienstleistungswirtschaft
Die Ausschussmitglieder bedauerten, dass der Senat die Kritik unserer Handelskammer an der
überhasteten Einführung der Hamburgischen Spielvergnügungsteuer zurückgewiesen
hat.
Kulturförderung
Nachdem der Startschuss für den Bau der Elbphilharmonie gefallen ist, stellten Wibke Kähler,
Geschäftsführerin der Stiftung Elbphilharmonie, und Thomas Fuchs, zuständiger
Abteilungsleiter der Kulturbehörde, die Stiftung, die Fundraising-Kampagne und das
Finanzierungskonzept des Konzerthauses vor.
Industrie und Energie
Über die Planung für ein neues Kraftwerk in Moorburg berichtete Reinhardt Hassa, Vorstand
von Vattenfall Europe. 2012 soll es mit einer Kapazität von 1640 Megawatt in Betrieb gehen und
dann auch 450 Megawatt thermischer Energie für Hamburgs Fernwärmeversorgung liefern.
Dabei wird es mehr Heizenergie mit weniger CO2-Emissionen erzeugen als das 50 Jahre alte Wedeler
Kraftwerk, an dessen Stelle es tritt. Vattenfall Europe ist offen für die Beteiligungen
großer stromverbrauchender Unternehmen. Weitere Themen waren das kürzlich vom
Industrieverband Hamburg vorgelegte Papier Mit Hamburgs Industrie zu neuem Wachstum und
die neue Technologiedatenbank unserer Handelskammer. (
www.hk24.de/technologie)
Berlin
Kritisch verfolgen wir die geplante Änderung der Pharmabetriebsverordnung, die das
Bundesgesundheitsministerium noch vor der Bildung der neuen Bundesregierung und praktisch
unterhalb des Radarschirms des neu gewählten Parlaments erarbeitet hat. Gemeinsam mit
dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und den betroffenen Verbänden haben wir
die Politik auf die wirtschaftlichen Konsequenzen aufmerksam gemacht, die der vorliegende Entwurf
mit sich brächte. Als das internationale Zentrum für den Handel mit pharmazeutischen
Wirkstoffen wäre Hamburg von der Regelung besonders betroffen.
Regierungsprogramm
Die Vollversammlung des DIHK hat in der Heilbronner Erklärung die neue Bundesregierung
aufgefordert, einen strikten Sparkurs einzuschlagen, den Bürokratieabbau voranzutreiben und eine
umfassende Föderalismus- und Unternehmenssteuerreform anzugehen. Das Papier wurde maßgeblich
von unserer Handelskammer mitgestaltet.
Rechtspolitik
Die IHK-Organisation hat in einem rechtspolitischen Forderungskatalog die Diskussionen zusammengefasst,
die 2005 unter dem DIHK-Jahresmotto Standortvorteil Recht geführt wurden. Zu den
Forderungen gehört eine Verringerung der Zahl der Vorschriften sowie ein ehrlicher Umgang mit den
Kosten und anderen Belastungen, die beim Erlass neuer Gesetze auf die Wirtschaft zukommen.
Maßgeblich mitgestaltet hat unsere Handelskammer vor allem die Forderungen zum Steuerrecht und
zum außergerichtlichen Konfliktmanagement.
In dieser Rubrik informieren wir Sie über die aktuellen Themen, die in den Gremien der demokratischen Selbstverwaltung der Hamburger Wirtschaft diskutiert werden. Hier engagieren sich ehrenamtlich rund 350 Unternehmer. (Weitere Informationen zum Ehrenamt unserer Handelskammer: www.hk24.de, Dokumenten-Nr. 12509) Außerdem finden Sie hier aktuelle Infos aus unseren auswärtigen Vertretungen und über Initiativen des DIHK, an denen unsere Handelskammer maßgeblich beteiligt ist.
Plenum
Das Plenum ist das höchste beschlussfassende Gremium unserer Handelskammer. Auf seinen
monatlichen Sitzungen bestimmt es die Leitlinien unserer Arbeit. Ihm gehören derzeit 64
gewählte bzw. kooptierte Vertreter von Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen der
gewerblichen Wirtschaft an.
Arbeitskreise und Ausschüsse
Die derzeit 30 Arbeitskreise und Ausschüsse unterstützen das Plenum, sie befassen sich
mit speziellen Fach- und Branchenthemen und erarbeiten Analysen und Beschlussvorlagen.
Auswärtige Vertretungen
Berlin, Brüssel, St. Petersburg, Kaliningrad, Shanghai: Mit fünf auswärtigen
Vertretungen ist unsere Handelskammer präsent, wo für die Hamburger Wirtschaft wichtige
Entscheidungen getroffen werden oder neue Märkte entstehen.
DIHK
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist die Dachorganisation der 81 deutschen
Industrie- und Handelskammern. Weitere Informationen:
www.dihk.de