
Eine Stadt zieht Bilanz
Mit der Eröffnungsbilanz der Stadt befassten sich die Plenarmitglieder auf der
Oktobersitzung. Als erstes deutsches Bundesland hat Hamburg sein Vermögen und seine
Verbindlichkeiten konsequent nach kaufmännischen Methoden erfasst, bewertet und ausgewiesen. Unsere
Handelskammer hatte dies bereits 1994 gefordert. Diese Transparenz ermöglicht die Vergleichbarkeit mit
Dritten und eine generationengerechte Steuerung der Finanzpolitik. Die Plenarier diskutierten die
Plausibilität bestimmter Bewertungsansätze und insbesondere auch die Frage, wie mit der Bilanz
weiterverfahren werden soll. Sie bemängelten vor allem die noch fehlende Gewinn- und Verlustrechnung
und betonten den Wert der Folgebilanzen. Außerdem diskutierte das Plenum die aktuelle Sachlage beim
Airbus-Vorzeigeprojekt A380 und die möglichen Konsequenzen für die Produktion am Standort Hamburg.
Wolfgang Burgard, Vorstandsvorsitzender der Holsten-Brauerei AG, berichtete über den hart umkämpften
deutschen Biermarkt.
Dienstleistungswirtschaft
Über ihre gemeinsamen Erfahrungen bei der Vergabe eines Gütesiegels zur Service- und
Beratungsqualität bei der Hamburger Sparkasse berichteten Wilhelm Alms (Service Rating GmbH) und und
Mathias Weber (Hamburger Sparkasse AG). Hans Melchiors, Vorstandsmitglied bei der Volksfürsorge Deutsche
Lebensversicherung AG, informierte den Ausschuss über die Aktivitäten seines Hauses insbesondere im
Bereich der privaten Altersvorsorge.
Handel
Öffnungszeiten rund um die Uhr werden auch in Zukunft die Ausnahme sein. Die Hamburger werden aber
künftig auch nach 20 Uhr einkaufen können, wenn das geplante neue Ladenöffnungsrecht in Kraft
tritt. Die Mehrzahl der Einzelhändler aber dürfte die Öffnungszeiten auch nach einer
Gesetzesänderung kaum ausweiten. Dies zeigte die Diskussion im Ausschuss. Daneben standen die beschlossene
Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Konsequenzen für den Handel sowie die Erfahrungen der Branche mit
großen Sportereignissen auf dem Programm.
Hafen und Schifffahrt / Verkehr
Auf einer gemeinsamen Exkursion besuchten der Ausschuss für Hafen und Schifffahrt und der Verkehrsausschuss
den Lübecker Hafen, ein zentrales logistisches Bindeglied zwischen Skandinavien, Russland sowie dem Baltikum
und den großen europäischen Wirtschaftszentren. Mit Hamburg ist der Containerterminal Lübeck (CTL)
besonders eng verbunden: Diese Anlage wird von der Hamburger Hafen- und Logistik AG betrieben und ist speziell
für den Direktumschlag von Bahncontainern auf Feederschiffe ausgelegt. Besichtigt wurde außerdem der
Terminal Nordlandkai, der für den Umschlag von Forstprodukten konzipiert ist und sich zum Distributionszentrum
der finnischen Papierindustrie für das gesamte europäische Hinterland entwickelt hat. Letzte Station der
Exkursion war der Skandinavienkai, einer der größten RoRo- und Fährhäfen Europas mit einem
Umschlagsvolumen von 18 Millionen Tonnen im Jahr 2005.
Erbschaftssteuer
Rund 50 Vertreter namhafter deutscher Familienunternehmen haben sich am 4. Oktober mit den Fraktionsvorsitzenden der
Koalitionsparteien in Berlin getroffen. Eingeladen zum Politikdialog" hatte DIHK-Präsident Ludwig Georg
Braun. Auf der Agenda standen vor allem die Auswirkungen der geplanten Erbschaftsteuerreform auf die Betriebe.
Die Familienunternehmen erwarten von der Bundesregierung ein deutliches Signal, dass sie willkommen sind und
in Deutschland eine Zukunft haben", fasste Braun die Ergebnisse zusammen.
Innenstädte
Künftig sollen Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister ihre innovativen Ideen zum Bau von Ladenlokalen
einfacher umsetzen können. Ein entsprechendes Gesetz zur Erleichterung von Planungsvorhaben in den
Innenstädten diskutierte der Bundestag im September. Der Gesetzgeber hat hiermit eine Forderung des DIHK
aufgegriffen, den Innenstädte wieder die Chance zu geben, mit den Einkaufscentern auf der grünen
Wiese" zu konkurrieren. Der DIHK wird sich dafür stark machen, dass die Regelungen zügig verabschiedet
werden und nicht an überzogenen Umweltanforderungen scheitern.
In der Rubrik Handelskammer-Themen des Monats informieren wir Sie über die aktuellen Themen, die in den Gremien der demokratischen Selbstverwaltung der Hamburger Wirtschaft diskutiert werden. Hier engagieren sich ehrenamtlich rund 680 Unternehmer. (Weitere Informationen zum Ehrenamt Ihrer Handelskammer: www.hk24.de, Dokumenten-Nr. 12509). Außerdem finden Sie in dieser Rubrik aktuelle Informationen aus unseren auswärtigen Vertretungen und über Initiativen des DIHK, an denen unsere Handelskammer maßgeblich beteiligt ist.
Plenum
Plenum ist das höchste beschlussfassende Gremium unserer Handelskammer. Auf seinen monatlichen Sitzungen
bestimmt es die Leitlinien unserer Arbeit. Ihm gehören derzeit 64 gewählte bzw. kooptierte Vertreter
von Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen der gewerblichen Wirtschaft an.
Arbeitskreise und Ausschüsse
Die derzeit 30 Arbeitskreise und Ausschüsse unterstützen das Plenum, sie befassen sich mit speziellen
Fach- und Branchenthemen und erarbeiten Analysen und Beschlussvorlagen.
DIHK
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist die Dachorganisation der 81 deutschen Industrie- und
Handelskammern. Weitere Informationen: www.dihk.de