Handelskammer Hamburg 2006

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Handelskammer-Themen des Monats

PLENUM

Eine Stadt zieht Bilanz
Mit der Eröffnungsbilanz der Stadt befassten sich die Plenarmitglieder auf der Oktobersitzung. Als erstes deutsches Bundesland hat Hamburg sein Vermögen und seine Verbindlichkeiten konsequent nach kaufmännischen Methoden erfasst, bewertet und ausgewiesen. Unsere Handelskammer hatte dies bereits 1994 gefordert. Diese Transparenz ermöglicht die Vergleichbarkeit mit Dritten und eine generationengerechte Steuerung der Finanzpolitik. Die Plenarier diskutierten die Plausibilität bestimmter Bewertungsansätze und insbesondere auch die Frage, wie mit der Bilanz weiterverfahren werden soll. Sie bemängelten vor allem die noch fehlende Gewinn- und Verlustrechnung und betonten den Wert der Folgebilanzen. Außerdem diskutierte das Plenum die aktuelle Sachlage beim Airbus-Vorzeigeprojekt A380 und die möglichen Konsequenzen für die Produktion am Standort Hamburg. Wolfgang Burgard, Vorstandsvorsitzender der Holsten-Brauerei AG, berichtete über den hart umkämpften deutschen Biermarkt.

Ausschüsse und Arbeitskreise

Dienstleistungswirtschaft
Über ihre gemeinsamen Erfahrungen bei der Vergabe eines Gütesiegels zur Service- und Beratungsqualität bei der Hamburger Sparkasse berichteten Wilhelm Alms (Service Rating GmbH) und und Mathias Weber (Hamburger Sparkasse AG). Hans Melchiors, Vorstandsmitglied bei der Volksfürsorge Deutsche Lebensversicherung AG, informierte den Ausschuss über die Aktivitäten seines Hauses insbesondere im Bereich der privaten Altersvorsorge.

Handel
Öffnungszeiten rund um die Uhr werden auch in Zukunft die Ausnahme sein. Die Hamburger werden aber künftig auch nach 20 Uhr einkaufen können, wenn das geplante neue Ladenöffnungsrecht in Kraft tritt. Die Mehrzahl der Einzelhändler aber dürfte die Öffnungszeiten auch nach einer Gesetzesänderung kaum ausweiten. Dies zeigte die Diskussion im Ausschuss. Daneben standen die beschlossene Erhöhung der Mehrwertsteuer und die Konsequenzen für den Handel sowie die Erfahrungen der Branche mit großen Sportereignissen auf dem Programm.

Hafen und Schifffahrt / Verkehr
Auf einer gemeinsamen Exkursion besuchten der Ausschuss für Hafen und Schifffahrt und der Verkehrsausschuss den Lübecker Hafen, ein zentrales logistisches Bindeglied zwischen Skandinavien, Russland sowie dem Baltikum und den großen europäischen Wirtschaftszentren. Mit Hamburg ist der Containerterminal Lübeck (CTL) besonders eng verbunden: Diese Anlage wird von der Hamburger Hafen- und Logistik AG betrieben und ist speziell für den Direktumschlag von Bahncontainern auf Feederschiffe ausgelegt. Besichtigt wurde außerdem der Terminal Nordlandkai, der für den Umschlag von Forstprodukten konzipiert ist und sich zum Distributionszentrum der finnischen Papierindustrie für das gesamte europäische Hinterland entwickelt hat. Letzte Station der Exkursion war der Skandinavienkai, einer der größten RoRo- und Fährhäfen Europas mit einem Umschlagsvolumen von 18 Millionen Tonnen im Jahr 2005.

DIHK

Erbschaftssteuer
Rund 50 Vertreter namhafter deutscher Familienunternehmen haben sich am 4. Oktober mit den Fraktionsvorsitzenden der Koalitionsparteien in Berlin getroffen. Eingeladen zum „Politikdialog" hatte DIHK-Präsident Ludwig Georg Braun. Auf der Agenda standen vor allem die Auswirkungen der geplanten Erbschaftsteuerreform auf die Betriebe. „Die Familienunternehmen erwarten von der Bundesregierung ein deutliches Signal, dass sie willkommen sind und in Deutschland eine Zukunft haben", fasste Braun die Ergebnisse zusammen.

Innenstädte
Künftig sollen Einzelhändler, Gastronomen und Dienstleister ihre innovativen Ideen zum Bau von Ladenlokalen einfacher umsetzen können. Ein entsprechendes Gesetz zur Erleichterung von Planungsvorhaben in den Innenstädten diskutierte der Bundestag im September. Der Gesetzgeber hat hiermit eine Forderung des DIHK aufgegriffen, den Innenstädte wieder die Chance zu geben, mit den Einkaufscentern auf der „grünen Wiese" zu konkurrieren. Der DIHK wird sich dafür stark machen, dass die Regelungen zügig verabschiedet werden und nicht an überzogenen Umweltanforderungen scheitern.

Informationen

In der Rubrik „Handelskammer-Themen des Monats“ informieren wir Sie über die aktuellen Themen, die in den Gremien der demokratischen Selbstverwaltung der Hamburger Wirtschaft diskutiert werden. Hier engagieren sich ehrenamtlich rund 680 Unternehmer. (Weitere Informationen zum Ehrenamt Ihrer Handelskammer: www.hk24.de, Dokumenten-Nr. 12509). Außerdem finden Sie in dieser Rubrik aktuelle Informationen aus unseren auswärtigen Vertretungen und über Initiativen des DIHK, an denen unsere Handelskammer maßgeblich beteiligt ist.

Plenum
Plenum ist das höchste beschlussfassende Gremium unserer Handelskammer. Auf seinen monatlichen Sitzungen bestimmt es die Leitlinien unserer Arbeit. Ihm gehören derzeit 64 gewählte bzw. kooptierte Vertreter von Mitgliedsunternehmen aus allen Branchen der gewerblichen Wirtschaft an.

Arbeitskreise und Ausschüsse
Die derzeit 30 Arbeitskreise und Ausschüsse unterstützen das Plenum, sie befassen sich mit speziellen Fach- und Branchenthemen und erarbeiten Analysen und Beschlussvorlagen.

DIHK
Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ist die Dachorganisation der 81 deutschen Industrie- und Handelskammern. Weitere Informationen: www.dihk.de

hamburger wirtschaft, Ausgabe November 2006