
Für die meisten Schüler ist der Besuch beim Kieferorthopäden wohl ein notwendiges Übel oder gar etwas Angst Erregendes. Edward Jaitner verbindet damit jedoch erfreuliche Erinnerungen: hier begann er seine Karriere als Unternehmer. Als 14-Jähriger gewann Jaitner den Arzt für seine Firma Premier Design" als Kunden und gestaltete für ihn eine Homepage und Visitenkarten.
Seine ersten Schritte auf diesem Gebiet machte Jaitner schon zu Grundschulzeiten: Bereits im Alter von sieben Jahren habe ich mich für Computer interessiert, berichtet er. Mit zwölf programmierte Jaitner dann Internet-Seiten. Um sein Taschengeld aufzubessern, jobbte er bei einem PC-Verwerter, für den er noch brauchbare Teile von Platinen abtrennte.
Von seinem Kieferorthopäden bekam Jaitner seinen ersten richtigen Auftrag, der gleich zum nächsten führte: Die Arzthelferin vermittelte ihm den Kontakt zu einem Outdoor-Spezialisten. Hier ging es um Pflege und Überarbeitung des Interauftrittes.
Auch die Handelskammer wurde auf den Jung-Unternehmer aufmerksam und fragte ihn im Herbst 2000, ob er als Aussteller auf dem Gründertag teilnehmen wolle. Bereits wenige Wochen später war es soweit und Jaitner konnte aus dem Stand mehrere Aufträge akquirieren: Seit dieser Zeit arbeitet er für einen französischen Reiseveranstalter. Auch der Kontakt zu einem OnlineReisemagazin über Mexiko brachte ihm einiges an Geld ein. Das hätte ich mir nie träumen lassen, bekennt er heute.
Viele Aufträge bedeuteten allerdings auch wenig Schlaf: Um die Aufträge abzuarbeiten, saß Edward Jaitner mehr als einmal bis 4.30 Uhr nachts vor seinem Rechner und programmierte. Und trotzdem bestand er im mai 2004 sein Abitur. Seine Leistungskurse: Englisch und, wie hätte es anders sein können, Informatik. Wegen meines selbstständigen Engagements hatte ich bei den Lehrern einen Stein im Brett. Von den Mitschülern wurde ich jedoch häufig neidisch beäugt, erinnert sich Jaitner. Auch während seiner anschließenden Bundeswehrzeit konnte er sein Talent nutzen. Nach der Grundausbildung arbeitete er im Wissensmanagement der Führungsakademie der Bundeswehr in Hamburg.
Vor kurzem hat der jetzt 21-Jährige Edward Jaitner seinen Wehrdienst beendet. Noch hat er Zeit, sich um einige größere und kleinere Aufträge zu kümmern, bevor er ein Studium als Wirtschaftsingenieur an der Technischen Universität in Hamburg-Harburg beginnen wird. Dort will er das Technische mit dem Wirtschaftlichen verbinden lernen, sagt er: Ich bin schon sehr gespannt, was mich im Studium erwartet."
Weil Selbstständigkeit als berufliche Perspektive heute in den meisten Ausbildungen nicht vorkommt, informiert die Handelskammer Schülerinnen und Schüler von weiterführenden Schulen zu diesem Thema. Wir helfen, einen Businessplan zu erarbeiten, der Dreh- und Angelpunkt jeder Gründung ist. Interessierte Lehrer und Schüler können unsere monatlichen Info-Tage zur Existenzgründung besuchen oder uns direkt ansprechen. Wenn eine Schule ihr Projekt Selbstständigkeit rechtzeitig bei uns anmeldet, steht ein Experte aus unserem Existenzgründungsteam für eine Beratung zur Verfügung. Schüler bekommen auf ihren Business-Plan in einem persönlichen Gespräch ein Feedback in Bezug auf Umsetzungsreife und Marktakzeptanz. Weitere Infos unter: www.hk24.de, Dokumenten-Nr. 32236.