
Der Hamburger Mittelstand bietet in den unterschiedlichsten Branchen und Bereichen Ausbildungsplätze in interessanten Berufen. Chancen auf diese Plätze haben Haupt- und Realschüler ebenso wie Gymnasiasten. Trotzdem bleiben Ausbildungsplätze nicht selten unbesetzt, da die Firmen keine passenden Bewerber finden. Liegt das nur an der unzureichenden Qualifikation, schlechter Informationslage oder grenzenloser Naivität der Bewerber? Was erwarten Firmen, Schüler und Lehrer voneinander?
In vielen Gesprächen haben wir festgestellt, dass Schülern Grundlagenwissen und Informationen über die tatsächliche Erwartungshaltung von Firmen fehlt, sagt Stefan Kaltenberg, Wirtschaftsjunior und Inhaber der Firma Kaltenberg Training. Vielen Schülern sei nicht klar, dass sie in einem Bewerbungsgespräch ihr Interesse an dem Unternehmen demonstrieren müssten, so Kaltenberg. Andere erfüllten grundlegende Voraussetzungen nicht. Angefangen von Kaffeeflecken und Rechtschreibfehlern im Bewerbungsschreiben bis hin zur Unfähigkeit, im Gespräch einen Satz grammatikalisch korrekt zu beenden. Darum möchten die Firmen ihren tatsächlichen Bedarf und ihre Erwartungshaltung Schülern und Lehrern direkt mitteilen, um die Situation für beide Seiten zu verbessern, so Kaltenberg.
Bereits im vergangenen November riefen daher die Wirtschaftsjunioren bei der Handelskammer den erfolgreichen WJ-Schülertreff ins Leben. Dort können Schüler, Lehrer und Firmen einander begegnen und unverbindlich ihre Vorstellungen, Wünsche und Erwartungen miteinander austauschen. Neben Fachinhalten werden insbesondere Themen wie Sozialkompetenz, Kommunikation, innere Einstellung und andere weiche Faktoren" angesprochen.
Einige Klassenlehrer integrieren die jeweiligen Themen des Schülertreffs bereits in ihren Unterricht, um mit ihren Schülern gut vorbereitet in die Handelskammer zu kommen. Diese, so zeigt sich immer wieder, nehmen zwar von Eltern oder Lehrern ungern Empfehlungen zum Thema Beruf an, hören aber Unternehmern sehr interessiert zu, wenn diese Berichte und Anekdoten aus der Praxis präsentieren.
Die Unternehmer wiederum treffen auf engagierte Schüler schließlich findet der Schülertreff in ihrer Freizeit statt und ist kein Pflichtprogramm. Die Schüler nutzen die Chance und gehen mutig auf Vertreter der Wirtschaft und der Handelskammer zu, um sich für einen Praktikums- oder Ausbildungsplatz zu bewerben oder um Antworten auf ihre Fragen zu erhalten. Oft beziehen diese sich auf vermeintliche Details. Etwa, ob man sich besser per mail oder in Papierform bewerben solle.
Im direkten Gespräch unter vier Augen oder in der kleinen Gruppe mit unseren Gästen merken wir, wie das Eis bricht und die vielen kleinen Fragen gestellt werden, von denen wir nicht dachten, wie wichtig sie den Schülern sind, meint dazu Roland Hoffmann, Wirtschaftsjunior und Leiter der Abteilung Beratung/Strategie bei der Werbeagentur Schmidt-Ohm+Partner. Das zeigt, dass der Schülertreff eine echte Lücke füllt.
Der nächste WJ-Schülertreff findet während der Hanseatischen Lehrstellenbörse am 12. September um 16 Uhr statt. Das Thema lautet: Handeln! Einstiegs- und Berufsperspektiven im Handel. Redner sind Cord Wöhlke, geschäftsführender Gesellschafter Budnikowsky GmbH & Co. KG und Stephan Louis, geschäftsführender Gesellschafter der Detlev Louis Motorradvertriebs GmbH.
Weitere Informationen unter: www.wj-schuelertreff.de