Handelskammer Hamburg 2006

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Infrastruktur

„Setzt der Senat das Leitprojekt ‚Sprung nach Süden’ konkret und schnell genug um?“

Mit dem Leitprojekt „Sprung nach Süden“ will der Senat die Elbinsel mit den Stadtteilen Wilhelmsburg und Veddel als großes Stadterweiterungsgebiet positionieren. Bisher fehlt es dem Projekt jedoch an konkreten Entwicklungszielen. So ist beispielsweise nicht klar, für wie viele Menschen Wohnraum geschaffen wird. Nur ein kleiner Teil der Ideen, die unsere Handelskammer vor zwei Jahren mit dem Positionspapier „Leben und Arbeiten im Herzen Hamburgs“ vorgestellt hat, wurde bisher aufgegriffen.

„Ole von Beust hat den absolut richtigen Weg bewiesen. Nun sollten seine zuständigen Leute in der Politik und Verwaltung zügig Flächen ausweisen. Leider gibt es für dieses Vorhaben keine Beauftragten wie Jürgen Bruns-Berentelg oder Hartmut Wegener – bekannt für ihre erfolgreiche Umsetzung des Projekts der Elbphilharmonie auf dem Kaispeicher –, die diesem Sprung Taten folgen lassen. Nicht ‚schnacken sondern anpacken’ sollte die Devise heißen, um jungen Familien bezahlbare Perspektiven im Herzen unserer Stadt zu schaffen.“
Manfred Vogler (64), Inhaber der Valvo Immobilien Manfred Vogler e.K.

„Der kreative Sprung über die Elbe ist seit langem gelungen. Im Süden wachsen High Technology und Bildung. Die Weltstadt Hamburg hat diese Vision als einmalige zentrale innerstädtische Wachstumschance verstanden, auch wenn es Zeit kostet, dieses im Herzen Vieler aufzunehmen und als ‚mein’ zu umschließen. In jedem Fall sind die Internationale Bauausstellung 2013 und hoffentlich Olympia 2016 Wachstumsmotoren genug. Kommt das Zusammenspiel attraktiver Public Private Partnership-Vorhaben hinzu, kann der Senat breite Akzeptanz und Geschwindigkeit erwarten.“
Wolfgang Brüggemann (52), Geschäftsführender Gesellschafter der Brüggemann GmbH Consultancy & Development

„Wenn der Senat Menschen für den ‚neuen Süden’ Hamburgs mit der ‚Neuen Mitte Wilhelmsburg’ begeistern möchte, müssen heute schon konkrete Zeichen im Sinne von Taten gesetzt werden. Darauf warten nicht nur die 6000 Menschen, die dort einmal wohnen sollen, darauf warten die Bürger einer wachsenden Stadt! Oder wartet der Senat erst einmal auf die erfolgreiche Akzeptanz eines abgeschlossenen HafenCity-Projekts, bevor er den nächsten Schritt von der Vision zur Realisation wagen möchte?“
Michael Keller (60),Geschäftsführer der W. Johannes Wentzel Dr. Nfl. Consulting GmbH

„Es sind einige Projekte erfolgreich gestartet worden, wie Studentenwohnungen auf der Veddel oder die BallinStadt, aber dies reicht nicht aus für eine nachhaltige Wachstumspolitik auf der Entwicklungsachse Hafencity-Wilhelmsburg-Harburger Binnenhafen. Es fehlt immer noch eine klare Linie und ein deutliches Bekenntnis sowohl für neue Gewerbeflächen, wie z.B. ein innovativer Logistikpark längs der A1, als auch für neue Wohnquartiere, wie in Höveldorf oder auf der Harburger Schlossinsel. Diskussionen wie um die Niedernfelder Brücken oder die südlichen Hafenbahntrassen lassen zudem Irritationen aufkommen, die der Senat durch ein Machtwort beenden sollte.“
Andreas Schildhauer (53), Geschäftsführender Gesellschafter der Albers-Hansen GmbH

„Der ‚Sprung über die Elbe’ ist für mich ein Dreisprung auch über die Süderelbe bis in den Harburger Binnenhafen. Insbesondere die Impulse der HafenCity und der Revitalisierung des Gebietes rund um die Schlossinsel ergeben im Kontext mit der Internationalen Bauausstellung 2013 und der Internationalen Gartenschau 2013 ein erfolgsversprechendes Entwicklungskonzept. Die Konzepte der letzten Jahre einschließlich des Leitprojekts Sprung über die Elbe lassen hoffen, dass Herbert Weichmanns Versprechen von 1969 – „Die Zukunft Hamburgs liegt im Süden“ – nunmehr eingelöst wird.“
Jochen Winand (55), Vorstand der Wachstumsinitiative Süderelbe AG

„Im Zuge der Internationalen Bauausstellung und der Internationalen Gartenschau (IGS) im Jahr 2013 wird die bisherige kontinuierliche Stadtteilentwicklung stimuliert. Auf der Veddel und in Wilhelmsburg ist ‚Wohnen für Studenten’ realisiert. Das Auswanderungsmuseum wird gebaut. Ein Wettbewerb für die IGS hat eine Vielzahl von Ideen für das landschaftsbezogene Wohnen und den Ausbau der Erholungs- und Freizeitflächen ergeben. So wird Hamburgs Süden seine hohe Lebensqualität noch steigern.“
Willi Hoppenstedt (56), Vorstand der SAGA GWG

Die veröffentlichten Aussagen sind privater Natur und ihre Auswahl Ergebnis einer nicht-repräsentativen Umfrage.
hamburger wirtschaft, Ausgabe Oktober 2006