
Biographie
So lautete das Lebensmotto von Amandus Augustus Abendroth (1767-1842), der Hamburg als Senator, Bürgermeister in französischen Diensten, Amtmann von Ritzebüttel, Erster Polizeiherr und Erster Bürgermeister diente und bis heute prägte. Zu den Innovationen, die er in die Tat umsetzte, gehören die Gründung des Seebads Cuxhaven, die erste Droschkenordnung, das Magdalenenstift für gefallene Mädchen, die Warteschule als erster Kindergarten sowie die Hamburger Sparkasse von 1827. Daniel Tilgers Biographie über den Juristen und Verwaltungsfachmann Abendroth ist zugleich Hamburger Stadtgeschichte von der Zeit der französischen Besetzung unter Napoleon 1806 bis 14 bis zum Hamburger Brand 1842.
Daniel Tilgner: Amandus Augustus Abendroth; Ellert & Richter Verlag; Hamburg 2006; 176 Seiten, Euro 14,95.
Zwangsarbeiter
Rund 500000 Männer und Frauen aus Osteuropa kamen zwischen 1939 und 1949 als Kriegsgefangene nach Hamburg. Als Zwangsarbeiter wurden sie vor allem in der Rüstungsindustrie eingesetzt. Die Autorin hat sich diesem Kapitel der Hamburger Wirtschaftsgeschichte angenommen und dafür zahlreiche bislang unveröffentlichte Quellen analysiert. Ausführlich beschreibt sie das Ausmaß der Einsätze, bei denen die Arbeiter medizinisch nur unzureichend versorgt, bei Arbeitsunfähigkeit teilweise sogar ermordet wurden. Ferner belegt die Studie, dass Hamburgs Unternehmer nicht zum Einsatz der Arbeiter verpflichtet wurden, sondern viel Eigeninitiative zeigten.
Forschungsstelle für Zeitgeschichte Hamburg (Hrsg.); Friederike Littmann: Ausländische Zwangsarbeiter in der Hamburger Kriegswirtschaft 1939 1949; Dölling und Galitz Verlag; Hamburg 2006; 675 Seiten, 30 Euro.
Begleitbuch zur Ausstellung
She loves you, yeah, yeah, yeah, ertönte es Anfang der 60er Jahre life im Top Ten und im legendären Star Club auf St. Pauli. Dort spielten die Beatles oft wochenlang jeden Abend. Wie sie damals lebten, schildert das zweisprachige Buch The Hamburg Sound, das zur gleichnamigen Ausstellung im Hamburgmuseum (noch bis zum 5. November) erschienen ist. Weitere Beiträge handeln von Clubmanagern wie Manfred Weißleder und Musikern wie Tony Sheridan, Jimi Hendrix und Brian Auger, aber auch von Hamburger Bands wie den Rattles um Achim Reichel. Ein Kapitel widmet sich dem politischen und kulturellen Umfeld der Musikszene.
Ulf Krüger und Ortwin Pelc: The Hamburg Sound Beatles, Beat und Große Freiheit; Ellert & Richter Verlag; Hamburg 2006; 240 Seiten, Euro 19,95.
Einwanderer
Fünf Menschen und ihre Geschichten so unterschiedlich, wie sie nur sein können. Und doch haben die fünf Protagonisten in Irene Schülerts Buch eines gemeinsam: Sie sind nach Hamburg gekommen, um ihre Träume und Ziele zu verwirklichen. Wo sie herkommen, warum sie hier sind und wo sie hinwollen, berichten Bernardo aus Uruguay, die Türkin Muazzez, Ibrahim aus dem Kosovo, die Polin Grazyna sowie Victor, Irina, Igor und Marina aus Lettland. Die Autorin hat mit ihren Interviews den Blick dieser Menschen auf Hamburg eingefangen. Ihre Geschichten sind für Schülert der erste Schritt zur Integration.
Irene Schülert: Man nimmt sich mit, wohin man geht; Lebensgeschichten von Migranten in Hamburg; Galerie Morgenland / Geschichtswerkstatt Eimsbüttel; Hamburg 2006; 224 Seiten, 12,80 Euro.