
Kurz vor Weihnachten hatte der Hausmeister der Gesamtschule Alter Teichweg noch einen wichtigen Auftrag zu erledigen. Er musste ein neues Schild an der Eingangstür anbringen. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) hat der Schule bisher Partnerschule des Leistungssports den Titel Eliteschule des Sports verliehen. Damit wird zum ersten Mal eine norddeutsche Schule in den Kreis von bundesweit 40 Eliteschulen aufgenommen, die den strengen Richtlinien des DOSB entsprechen.
Das ist fantastisch, damit werden Jahre der Aufbauarbeit, die wir gemeinsam mit der Schule und der Schulbehörde sowie den Verbänden geleistet haben, belohnt, sagt Olympiastützpunktleiterin Ingrid Unkelbach. Derzeit betreiben 160 Schüler im Alter von 10 bis 19 Jahren in Sportklassen der Jahrgangsstufen 5 bis 13 an der Gesamtschule Leistungssport. Der Vorteil der Einrichtung besteht nicht nur in den kurzen Wegen, sondern insbesondere darin, dass Trainings- und Unterrichtszeiten aufeinander abgestimmt sind.
Diese Entwicklung der Gesamtschule Alter Teichweg ist Teil des Projekts Sportpark Dulsberg ein Paradebeispiel dafür, wie Leistungssport durch Verbesserung der Sportinfrastruktur gefördert werden kann. In unmittelbarer Nähe zum Olympiastützpunkt Hamburg/Schleswig-Holstein und der neuen Eliteschule des Sports gelegen, entstehen für 17 Millionen Euro Trainingsstätten. In einer Halle mit acht Feldern trainieren zukünftig Badminton-Talente bis zu 20 Stunden wöchentlich. Eine Anlage für Beachvolleyball bietet Spitzenathleten sowohl die Möglichkeit zum Training unter freiem Himmel als auch in der Halle für den unwahrscheinlichen Fall, dass das Hamburger Wetter einmal nicht dem Klima am Mittelmeer entsprechen sollte.
Der stetige Aufbau neuer Leistungszentren ist nicht auf die räumliche Nähe zum Olympiastützpunkte begrenzt. Auf dem Uni-Sportplatz an der Rothenbaumchaussee sind bisher 13000 Kubikmeter Erdreich bewegt worden. Für rund 900000 Euro entsteht hier das neue Hockey-Leistungszentrum, auf dem die Auswahlspieler des Hockeyverbandes künftig auf einem optimal auf ihre Bedürfnisse abgestimmten Kunstrasenplatz trainieren.
So wird das Gelände langfristig für den Leistungssport gesichert. Aber auch die Universität kann das Areal weiterhin nutzen. Die vorhandene Leichtathletik-Rundbahn und die Beachvolleyball-Anlage bleiben erhalten.
Diese Entwicklungen setzen ein sichtbares Zeichen dafür, dass das Projekt Sportstadt Hamburg als Teil der Wachsenden Stadt kontinuierlich umgesetzt wird. Doch noch immer handelt es sich dabei um eine Zielvorgabe, die nur mit kontinuierlicher Sportförderung und insbesondere Leistungssportförderung erreicht werden kann.
Prunkstück ist bisher die neue Leichtathletik-Trainingshalle in Alsterdorf, die, nach mehr als 30 Jahren des Diskutierens, Hamburgs Athleten endlich exzellente Trainingsbedingungen bietet und auch Spitzensportler von außerhalb anlocken soll. Die vergangenen November eingeweihte Halle hat eine Fläche von 14000 Quadratmetern und bietet neben einer 200-Meter-Rundlaufbahn mit erhöhten Kurven eine 60-Meter-Gerade, eine 130-Meter-Gerade, je zwei Weit- und Hochsprungstätten, eine Stabhochsprung- sowie eine Kugelstoßanlage. Die Kosten betrugen zwölf Millionen Euro, aufgebracht von der Stadt mit einem Zuschuss des Bundes.
Aber auch die Hamburger Wirtschaft fördert den Ausbau der Sportinfrastruktur in der Stadt. So baut die gemeinnützige Alexander-Otto-Sportstiftung eine Eis- und Ballsportarena in der Nachbarschaft der Color Line Arena der erste Schritt zur Umsetzung eines Sportparks im Altonaer Volkspark. Die Halle soll sowohl den Breitensportlern zur Verfügung stehen als auch den Profis. Zu Letzteren zählen beispielsweise die Eishockey-Spieler von den Hamburg Freezers, denen damit eine Trainingshalle in unmittelbarer Nähe der Color Line Arena zur Verfügung steht.
Neun Millionen Euro stellt ECE-Chef Alexander Otto für Planung, Bau und Betrieb zur Verfügung. Ich möchte Hamburg als Sportstadt stärken, sagt der Unternehmer. Nur auf der soliden Basis eines funktionierenden Breitensports und einer gezielten Talentförderung können junge Hamburgerinnen und Hamburger zu Spitzensportlern werden. Gemeinsam haben Sport-Organisationen, Stadt und Wirtschaft erste Erfolge auf dem Weg zur Sportstadt Hamburg geschaffen. Dieses Miteinander wird dafür sorgen, dass in Zukunft sicher noch weitere Türschilder ausgetauscht werden können.