
Softwaresysteme unter Anwendung von Methoden und Modellen der höheren Mathematik entwickeln, technische Aufgabenstellungen in den verschiedensten Bereichen lösen dies sind die Fähigkeiten, die ein neuer Ausbildungsberuf vermittelt, der im August startet: Mathematisch-technische/r Softwareentwickler/in.
Die Absolventen können in Wirtschaftsunternehmen ebenso tätig werden wie in Forschungseinrichtungen, Rechenzentren und Hochschulen. Berufliche Einsatzgebiete sind die Simulation von Prozessen, beispielsweise an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen, ebenso wie das Bereitstellen komplexer Dienste in großen Rechenzentren sowie die Erstellung und Wartung und Qualitätssicherung von Software. In Kooperation mit Fachwissenschaftlern wirken sie bei der mathematischen Interpretation und Präsentation von Ergebnissen mit. Sie wenden Methoden des Projektmanagements an und beraten und schulen Anwender.
Viele Unternehmen, mit denen wir im Kontakt stehen, suchen nach Entwicklern, die komplexe Aufgaben lösen können, sagt Ulrich Bönkemeyer, Geschäftsführer der Plansysteme Gesellschaft für Softwareentwicklung mbH. Das Unternehmen entwickelt vornehmlich grafische und kaufmännische Software für Unternehmen der Baustoffindustrie und hat besondere Kompetenz auf dem Gebiet des Informationsmanagements und bei Internetbasierten grafischen Anwendungen. Für Bönkemeyers Unternehmen ist der neue Ausbildungsberuf daher ideal.
Grafische Anwendungen, also CAD-Programme, gehören zum Kerngeschäft der Plansysteme GmbH. Zu deren Entwicklung sind Kenntnisse der Mathematik und ein allgemeines technisches Verständnis notwendig, sagt Bönkemeyer. Ab 1. August will er daher einen Ausbildungsplatz in dem neuen Beruf anbieten. Wer von Mathematik begeistert ist, logische Zusammenhänge erkennen und strukturieren kann, gern mit dem Computer arbeitet und kreativ ist, spielt sicher ganz vorne mit, beschreibt Bönkemeyer den idealen Bewerber.
Ich sehe zum Beispiel den Abiturienten mit Mathematik als Leistungskurs, der seine mathematischen Kenntnisse weiter ausbauen möchte, den aber andererseits reizt, von Anfang an in der Wirtschaft praktische Erfahrungen zu sammeln. Bönkemeyer sieht auch Vorteile der Ausbildung gegenüber einem Informatikstudium: Für viele Softwareentwickler sind die teilweise sehr theoretischen Lerninhalte eines Informatikstudiums ein notwendiges Übel. In der Ausbildung zum Mathematisch-technischen Softwareentwickler hat die Theorie einen sehr konkreten und plastischen Bezug zur praktischen Anwendung in einem Unternehmensumfeld. Wirtschaftsunternehmen fordern ja immer wieder, dass praktische Komponenten stärker berücksichtigt werden sollen.