
Seit Herbst 2004 laufen die Vorbereitungen für Organisation und Ausgestaltung des bundesweit einmaligen Studiengangs. Damals hatte Innensenator Udo Nagel der Wirtschaft das Angebot gemacht, unter dem Dach der neuen Hochschule der Polizei Hamburg, die zukünftig die Ausbildung für die Kommissare der Hamburger Polizei übernimmt, einen eigenen Studiengang für Experten der Unternehmenssicherheit einzurichten. Diese Idee wurde von Seiten der Wirtschaft gerne aufgegriffen, da die Bedeutung des Themas Sicherheit in den Unternehmen in den letzten Jahren erheblich zugenommen hat, gleichzeitig jedoch keine speziellen Qualifizierungswege im Hochschulbereich für Führungsmitarbeiter im Risiko- und Sicherheitsmanagement existieren. Bislang rekrutieren Unternehmen ihre Führungskräfte für Unternehmenssicherheit meist aus den Reihen der Polizei oder der Bundeswehr.
Diese Lücke wird nun mit dem Hamburger Angebot geschlossen. Mit dem insgesamt dreijährigen Bachelor-Studium Sicherheits-Management haben Unternehmen wie Absolventen die Möglichkeit zur passgenauen Qualifizierung im Bereich Unternehmenssicherheit. Der Studiengang bietet außerdem noch eine bundesweit einmalige Besonderheit: Während der ersten acht Monate werden die späteren Polizeikommissare und die Sicherheitsexperten für die Wirtschaft gemeinsam ausgebildet und besuchen dieselben Vorlesungen. Damit ergibt sich die einmalige Chance zum Einblick in das Arbeitsgebiet der jeweils anderen Seite und die Möglichkeit, frühzeitig ein Vertrauensverhältnis für eine spätere Kooperation zwischen Staat und Wirtschaft im Bereich der Sicherheit zu entwickeln.
Organisation und Finanzierung des Studiums orientieren sich dabei am bewährten Hamburger Modell: Gelernt wird in einem dualen Studium, das hohe Praxisanteile enthält und für die Studierenden die Möglichkeit bietet, parallel zum Bachelor-Abschluss auch einen Ausbildungsberuf zu erlernen, den einer Fachkraft für Schutz- und Sicherheit.
Finanziert wird das Studium von den Unternehmen, die ihre Studierenden beziehungsweise Auszubildenden auswählen und zur Zugangsprüfung anmelden, die praktischen Studienabschnitte im Unternehmen absolvieren lassen und die Studiengebühren tragen. Mehr als 120 Unternehmen schätzen diesen Qualifizierungsweg seit über 30 Jahren bei der Wirtschaftsakademie Hamburg und der Nachfolger-Hochschule HSBA Hamburg School of Business Administration im Bereich der allgemeinen betriebswirtschaftlichen Ausbildung. Die Studiengebühren an der Hochschule der Polizei Hamburg für den Studiengang Sicherheits-Management betragen 490 Euro pro Monat. Die Unternehmen entscheiden selbst, ob und in welcher Höhe sie die Studierenden an der Finanzierung der Studiengebühren beteiligen.
Die Wirtschaft hat zur Organisation des Studiengangs Sicherheits-Management eine eigene Betreibergesellschaft gegründet, die als Vertragspartner gegenüber der Hochschule der Polizei fungiert. Die Handelskammer Hamburg, der Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland (VSWN) und der Bundesverband Deutscher Wach- und Sicherheitsunternehmen (BDWS) finanzieren gemeinsam die Betreibergesellschaft und bündeln so die Interessen der Wirtschaft.
Die Aufbauphase des Studiengangs können Unternehmen auf drei Wegen unterstützen:
Unternehmen, die den Studiengang Sicherheits-Management an der Hochschule der Polizei Hamburg unterstützen, sind zum Beispiel die POWER Personen Objekt Werkschutz GmbH, die WAKO Nord GmbH, die OTTO Group und die Norddeutsche Affinerie AG.
Informationen zum Studiengang Sicherheits-Management erhalten Sie auch bei der
SSM Studiengang Sicherheitsmanagement gGmbH c/o Verband für Sicherheit
in der Wirtschaft Norddeutschland e. V. VSWN
Telefon 81 80 36
oder E-Mail: vswn@vswn.de
Der 7. Hamburger Sicherheitstag in der Handelskammer Hamburger findet am 18. September statt. Erstmals wird diese Veranstaltung gemeinsam von der Handelskammer, dem Verband für Sicherheit in der Wirtschaft Norddeutschland VSWN und dem Verband für Sicherheitstechnik VfS ausgerichtet. Im Mittelpunkt der Vorträge werden Themen rund um die Sicherheit in der Logistikkette stehen. Begleitet werden die Vorträge von einer Ausstellung neuester Sicherheitstechnologien.