Handelskammer Hamburg 2007

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Hein & Oetting Feinwerktechnik GmbH

Magnetkompass C. Plath Hamburg

Das Produkt

Wenn es hart auf hart kommt, ist der Segler auf sich allein gestellt – und auf seinen Kompass. Die Präzisionsinstrumente von Hein & Oetting sind weit über Hamburgs Grenzen bekannt. Mit der Marke „C. Plath Hamburg“ stellt das Unternehmen den „Mercedes unter den Kompassen“ her, wie Geschäftsführer Lars Reeder sagt. Herzstück des Magnetkompasses sind die Rose, auf der Himmelsrichtung und Grad abzulesen sind, und das fest mit ihr verbundene Magnetsystem. Hein & Oetting fertigt fast alle Bauteile in Eigenproduktion. Mit Hilfe von CNC-Technik stellen die Feinmechaniker die präzisen Einzelteile aus seewasserbeständigem Aluminium her. Sogar die Kompassrose wird vor Ort bedruckt. Die anschließende Montage der 25 Einzelteile dauert von Hand etwa eine Stunde. Dann wird die Füllflüssigkeit, ein spezielles Ölgemisch, in das Gehäuse gegeben: Endlich beginnt die Rose zu tanzen und reagiert auf ihr Umfeld. In der Klimakammer, einem Backofen nicht unähnlich, testet Prüfexperte Joachim Schütt die Kompasse unter Extrembedingungen von minus 30 bis plus 60 Grad Celsius. Sind die Gehäuse undicht, bilden sich bei Minustemperaturen Blasen in der Glaskuppel. Ist alles okay, kommt der Richtungsweiser auf den Prüfstand. Manuell untersucht Schütt, ob Schlepp- oder Reibungsfehler die Genauigkeit beeinflussen. „Das sind sehr sensible Messungen“, sagt er. Schon ein Lkw auf der Straße kann Abweichungen verursachen. Wie empfindlich der Kompass auf äußere Einflüsse reagiert, zeigen auch die Anrufe einiger Sportsegler. Plötzlich sei eine Ablenkung des Kompasses vorhanden, melden sie. Firmengründer Peter Hein fragt höflich nach: „Ja, was haben Sie denn an Ihrem Boot gemacht?“ Wenn direkt neben dem Gerät ein Radio eingebaut wurde, verwundert eine Irritation kaum.

Die Geschichte

Um nautische Messgeräte zu erwerben, fuhr man Anfang des 19. Jahrhunderts nach England. Im Jahr 1862 begann Carl Plath, mit diesem ehernen Gesetz zu brechen. Dank der hochwertigen Herstellung war der Instrumentenbauer aus Hamburg erfolgreich. Während der Weltkriege erhielt das Unternehmen C. Plath, das bis dato vornehmlich für die Handelsschifffahrt produziert hatte, vermehrt Militäraufträge und expandierte. Zu Beginn der 90er-Jahre strukturierte die Firma um, was rigorosen Personalabbau bedeutete. Peter Hein und Ernst Oetting, damals in leitender Position beim Navigationsgerätehersteller tätig, wagten 1992 mit 13 Mitarbeitern den Schritt in die Selbstständigkeit. Heute ist Hein & Oetting Lizenznehmer von C.-Plath-Kompassen. Pro Jahr werden etwa 500 Sportboot-Kompasse der Reihen „Merkur“ und „Venus“ gefertigt. Hinzu kommt der Service rund um die Mess-instrumente. Denn im Gegensatz zu preiswerten Geräten können diese Kompasse bei regelmäßiger Wartung ein Leben lang halten.

Das Unternehmen

Kompasse machen circa fünf Prozent des Geschäfts von Hein & Oetting aus. Neben dem Navigationstechnik-Standbein liefert das Unternehmen Betrieben aus der Medizin- und Lasertechnik- sowie der Luftfahrtbranche zu. Überall dort, wo präzise Mechanik erforderlich ist, kommt Hein & Oetting ins Spiel. Heute arbeiten 55 Mitarbeiter, überwiegend Fachkräfte, in Rahlstedt. Sowohl im gewerblichen als auch im kaufmännischen Bereich bildet Hein & Oetting aus – auch, um sich selbst den Nachwuchs zu sichern.

Katrin Meyer
katrin.meyer@hk24.de
Telefon 36 13 8 329
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hamburger wirtschaft, Ausgabe April 2007