
Zeitgeschichte
Die Ausgangslage für Walter Dudek war alles andere als erfreulich: Als er 1946 von Bürgermeister Rudolf Petersen zu Hamburgs Stadtkämmerer ernannt wurde, betrugen die Schulden der Stadt 342 Millionen Reichsmark. Die jährlichen Ausgaben in Höhe von 597 Millionen Reichsmark überstiegen die Einnahmen um rund 63 Prozent. Dudeks Appell, in der öffentlichen Verwaltung zu sparen und die öffentlichen Aufgaben auf das unbedingt unerlässliche Maß zu beschränken, ist nach wie vor aktuell, wurde in den folgenden Jahrzehnten aber nur selten befolgt. Hamburg lebte insbesondere seit Mitte der 60er-Jahre fast ständig über seine Verhältnisse. Zwar gelang es, für das Jahr 2005 einen ausgeglichenen Betriebshaushalt vorzulegen, aber die Gesamtverschuldung nimmt weiter zu.
Uwe Bahnsen: Merkur, Macht und Moneten; Ellert & Richter Verlag; Hamburg 2006; 392 Seiten, 19,95 Euro.
Magazin
Einst pulsierte das geschäftige Treiben der Börsenmakler in den ehrwürdigen Hallen der Handelskammer. Heute werden die Wertpapiergeschäfte unauffällig per Knopfdruck in der Kleinen Johannisstraße 4 erledigt. Und wo früher hektisch Kurse gebrüllt und Tafeln beschrieben wurden, sind jetzt Messen und festliche Veranstaltungen an der Tagesordnung. Unerwähnt bleibt leider, dass im Saal der ehemaligen Wertpapierbörse derzeit ein Haus-im-Haus mit einem modernen Gründerzentrum und einem gediegenen Business-Club entsteht. Doch trotz aller Veränderungen: Die Handelskammer bleibt Marktplatz für Versicherungen, Getreide und seit einiger Zeit auch für Informationen. Das Magazin ist eine Hommage an die Börsen der Hansestadt, illustriert mit beeindruckenden Bildern der Handelskammer.
Schümanns Hamburger, Band 17: Die Börse; Klaus Schümann Verlag; 82 Seiten, 6 Euro.
Straßennamen
Warum heißt der Jungfernstieg eigentlich Jungfernstieg? Was verbirgt sich hinter der Bezeichnung Schopenstehl? Der Historiker Christian Hunke gibt Antworten auf viele Fragen, die Hamburger Straßennamen aufwerfen, und erzählt damit etwas von Hamburgs Geschichte. Es handelt aber auch von der Geschichte der Straßen selbst. Denn wer weiß denn schon, dass der Jungfernstieg (um 1680) als Damm zur zweiten Aufstauung der Alster um 1235 errichtet wurde. Er hieß zunächst Der Damm oder Reesendamm und wurde 1665 durch das Anpflanzen von Baumreihen in eine attraktive Flaniermeile umgestaltet, der vor allem die Hamburgerinnen zum Spaziergang einlud. Zahlreiche aktuelle und historische Fotos bieten außerdem Einblicke in das Leben von damals und heute.
Christian Hanke: Hamburgs Straßennamen erzählen Geschichte; Medien-Verlag Schubert, Hamburg 2006; 432 Seiten, 16,80 Euro.
Elbphilharmonie
Der Hamburger Hafen ist als Tor zur Welt bekannt aber wie steht es mit dem Image der Hansestadt als Weltstadt? In diesem Buch hinterfragen 28 Autoren das Konzept Metropole Hamburg Wachsende Stadt. Prominenz aus Wirtschaft und Politik, darunter Karl-Joachim Dreyer, Klaus von Dohnanyi, Alexander Otto und Thomas Straubhaar, schildert ihre Einschätzung von der Zukunft ihrer Stadt. Durch die verschiedenen Blickwinkel zeichnet sich ein vielschichtiges Bild der Chancen, die Hamburg hat. Ein wichtiges Thema ist dabei die geplante Elbphilharmonie. Um einen Beitrag zur Finanzierung des Baus zu leisten, haben die Autoren auf ihr Honorar verzichtet. Vom Verkaufspreis gehen ebenfalls 5 Euro an die Stiftung Elbphilharmonie.
Rainer Hüls (Hrsg.): Hamburg auf dem Weg zur Weltstadt; Innocentia Verlag; Hamburg, 2006; 191 Seiten, 16,50 Euro.