Handelskammer Hamburg 2007

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Hamburgensien

Hamburg

Mehr Brücken als Venedig

Die zahlreichen Fleete, Flüsschen und Kanäle der Hansestadt werden von mehr als 2500 Brücken überspannt. Hamburg ist damit die brückenreichste Stadt Europas. Mittlerweile ein Wahrzeichen der Stadt ist die 1974 fertiggestellte Köhlbrandbrücke. Sie verbindet im Hamburger Hafen das Gebiet zwischen Norder- und Süderelbe mit der Bundesautobahn A7. Ohne diese Brücke wäre dort ein geregelter Verkehr nicht mehr möglich. Auch lohnt sich ein Spaziergang durch die Hamburger City, um sich die vielen kleinen und großen Brücken aus der Nähe anzusehen. Der Kaufmann Horst Beckershaus schreibt über die Lage und die Entstehung der Brücken und erzählt, woher die Namen der rund 400 offiziell benannten Brücken kommen und was sie bedeuten.

Horst Beckershaus: „Die Hamburger Brücken“; Convent; Hamburg 2007; 119 Seiten, 8,90 Euro.

Predigten

„Klopfet an, so wird euch aufgetan“

Diese Worte aus der Bergpredigt waren der Konfirmationsspruch von Max Schmeling und auch Thema der Ansprache von Prälat Stephan Reimers anlässlich der Trauerfeier des großen Boxers am 1. März 2005 in der St. Michaelis-Kirche, die die Hamburger schlicht „Michel“ nennen. Sie ist ein Wahrzeichen der Stadt und die größte der fünf Hamburger Hauptkirchen. Ihr langjähriger Hauptpastor Helge Adolphsen hat 30 Predigten von Pastoren und Gastrednern in „Hamburgs guter Stube“ zusammengestellt und veröffentlicht: Von der Grundsteinlegung im Jahr 1649 bis zum Einführungsgottesdienst von Alexander Röder als 17. Hauptpastor im Oktober 2005.

Helge Adolphsen: „O, wie so herrlich stehst du da“, Predigten im Hamburger Michel aus fünf Jahrhunderten; Murmann Verlag; Hamburg 2006; 296 Seiten, 18 Euro.

Wörterbuch

So spricht der Hamburger

Seit 1917 arbeiteten Sprachforscher der Universität Hamburg an einer Dokumentation des Hamburgischen. Nach 90 Jahren liegt das Ergebnis endlich in Form eines fünfbändigen Wörterbuchs vor. Es enthält ausschließlich Wörter, die innerhalb der Grenzen des Hamburger Stadtstaates verwendet werden, wobei Begriffe aus Hafenwirtschaft und Handel naturgemäß eine wichtige Rolle spielen. Für den Hausgebrauch ist eine Taschenbuchausgabe mit 6500 plattdeutschen Stichwörtern und hochdeutschem Register erschienen. Sie ist all jenen eine Hilfe, die Hamburgisch verstehen, lesen oder schreiben wollen. Neben Bekanntem stößt man darin auf viele in Vergessenheit geratene Begriffe – oder wussten Sie, was ein waschechter Hamburger unter Bönhaas versteht?

Beate Hennig und Jürgen Meier: „Kleines Hamburgisches Wörterbuch“; Wachholtz; 2006; 270 Seiten, 14,80 Euro.

Krimi

Über Freundschaft und Verbrechen

Bereits zum vierten Mal lässt Krimiautorin Carmen Korn die exaltierte Hamburgerin Vera Lichte und ihre Freunde ermitteln. Der Fall entwickelt sich zunächst nur zögerlich. In der U-Bahn spricht die unkonventionelle Dame aus gutem Hause Gerry, einen jungen Mann Anfang 20, an. Den sieht sie abends auf der Bühne – Ringelnatz zitierend – wieder. Eine vorsichtige Freundschaft entsteht, und der scheue Gerry wird aufgenommen in den familienähnlichen Freundeskreis Lichtes. Er hat Angst, befürchtet, man wolle ihn umbringen, ihn vor die U-Bahn schubsen. Anfangs wird der junge Mann belächelt, doch als er spurlos verschwindet, machen sich Vera & Co. auf die Suche.

Carmen Korn: „Tod eines Träumers“; Fischer Verlag; Frankfurt am Main 2006; 239 Seiten, 8,95 Euro.

hamburger wirtschaft, Ausgabe April 2007