Handelskammer Hamburg 2007

< zurück

Hamburgensien

Baukunst

Architektonisch betrachtet

Sie geben Orientierung im Stadtbild: markante Bauwerke, auffallende Gebäude und Siedlungen. Doch wer lotst den Fußgänger durch die Epochen und Gattungen der Hamburger Baukunst? Der Architekturführer von Dirk Meyhöfer ist nicht nach Stadtteilen, sondern chronologisch gegliedert. Er erläutert die Bauten vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Vom Jugendstilbahnhof Dammtor über die Alsterarkaden bis hin zur Speicherstadt mit ihren roten Backsteinen – historische Hamburg-Geschichte gibt’s neben farbigen Abbildungen inklusive. Jedem Zeitabschnitt ist ein einleitender Text vorangestellt. Abschließend finden sich acht Spaziergänge, die zum Selbsterkunden Hamburgs einladen.

Dirk Meyhöfer: „Hamburg. Der Architekturführer“; Verlagshaus Braun; Berlin 2007; 304 Seiten, 24,90 Euro

Spaziergänge

Stiften gehen

Gedruckte Rundgänge durch Hamburgs Innenstadt gibt es viele. Doch das jüngst erschienene Buch von Michael Göring hat einen anderen, das Bürgerengagement betreffenden Ansatz: Der Vorstandsvorsitzende der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius führt auf Spaziergängen durch die Stiftungslandschaft der Hansestadt. Von St. Katharinen zum Ballindamm, vorbei an der gestifteten Alsterfontäne, oder von den Landungsbrücken zur HafenCity, wo man die Körber-Stiftung, die Stiftung Elbphilharmonie und Hamburg Maritim passiert. An den einzelnen Stationen berichtet er unterhaltsam vom Geist der Mäzene und dem Anliegen der Wohltäter. Göring wirbt für Stiftungen als Ausdruck einer freien Bürgergesellschaft und lenkt gekonnt und informativ durch die Stiftungshauptstadt Deutschlands!

Michael Göring: „In Hamburg stiften gehen“; Ellert & Richter; Hamburg 2007; 160 Seiten, 9,95 Euro.

Krimi

Cholera im alten Hamburg

Sören Bischop, Advokat und Gutmensch, ist 1892 mit zwei Aufträgen unterwegs: Er ermittelt zum einen in einem Mordfall. Außerdem ist er auf der Suche nach dem unehelichen Kind einer angesehenen Dame, das nach der Geburt einer Amme übergeben wurde. Ergänzt wird die Geschichte durch eine vorsichtige Liebelei, die der Anwalt mit der Musikerin Mathilde eingeht. Der Plot scheint vorhersehbar, teilweise gar nebensächlich. Das Finale hingegen ist beinahe zu bombastisch. Meyn will vor allem eines, und das wiederum gelingt ihm gut: vom Leben und den Zustände im damaligen Hamburg erzählen. Historisch fundiert beschreibt er den Ausbruch der Cholera, die große Politik der Hansestadt und die lichtlosen Quartiere am Hafen.

Boris Meyn: „Der blaue Tod; rororo; Reinbek 2006; 218 Seiten, 8,90 Euro.

Hamburg

Aalsuppe ohne Aal?

Labskaus und Hamburger Pannfisch sind neben der Aalsuppe traditionsreiche und seit langem kulinarische Spezialitäten der Hansestadt. Und wer glaubt, das es sich bei der Aal- um eine Fischsuppe handelt, der irrt gewaltig. Denn „Al“ stammt aus dem Plattdeutschen und bedeutet so viel wie „alles drin“. In den „kulinarischen Entdeckungsreisen“ vermitteln kurzweilige Texte – neben Fotos der Region – Wissenswertes über gastronomische Einrichtungen, Köche und bevorzugte Restaurants. Zudem laden Rezepte dazu ein, die landestypischen Gerichte der Elbmetropole auch zu Hause auszuprobieren. Hamburg ist die deutsche Stadt mit den meisten Sterneköchen und bietet höchsten Genuss für den Gaumen in allen Preiskategorien.

Katrin Lipka, Ulrike Kirmse: „Eine kulinarische Entdeckungsreise durch Hamburg und das Alte Land; Neuer Umschau Buchverlag; Neustadt/Weinstr. 2007; 208 Seiten, 29,90 Euro.

hamburger wirtschaft, Ausgabe August 2007