Handelskammer Hamburg 2008

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Geisteswissenschaften

Fit für den Arbeitsmarkt

Die Handelskammer und die Universität Hamburg wollen den Austausch zwischen Studierenden der Geisteswissenschaften und der Wirtschaft fördern. Dafür haben sie gemeinsam einen Praktikumsleitfaden verfasst.

Das vergangene Jahr 2007 war das Jahr der Geisteswissenschaften. 331 Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft hatten sich bundesweit zusammengetan, um im Rahmen von etwa 1000 verschiedenen Veranstaltungen die Vielfalt und Bedeutung der geisteswissenschaftlichen Fächer hervorzuheben. Die Handelskammer Hamburg und die Universität Hamburg wollen auch in Zukunft mehr für die Geisteswissenschaften tun. Vor allem möchten sie den Austausch mit der Wirtschaft fördern. Ein erster Schritt in diese Richtung ist ein „Praktikumsleitfaden für Geisteswissenschaftler“, den die Handelskammer und die Fakultät für Geisteswissenschaften gemeinsam verfasst haben, um die „geistreichen Fächer“ und die Wirtschaft näher zusammen zu bringen.

In Hamburg studiert immerhin ein Fünftel der rund 70000 Studenten fremde Sprachen, Kulturwissenschaften oder Geschichte. Ihnen eröffnet sich nach dem Studium eine Fülle von Berufsmöglichkeiten, viele davon in der Wirtschaft. Nur die wenigsten machen sich während des Studiums darüber Gedanken. Praktika spielen daher in dem Orientierungsprozess der Studierenden eine wichtige Rolle. Sie können ihnen unternehmerisches Denken und Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen, die für den Berufseinstieg wichtig sind, vermitteln. Praktika sind daher an der Universität Hamburg für jeden Studierenden ein Muss.

Der neue Leitfaden soll dazu beitragen, dass die Berufspraktika für beide Seiten ein Erfolg werden. Er enthält wichtige Tipps für die Suche nach einem Praktikumsplatz oder das Schreiben einer guten Bewerbung. Außerdem stellt er mögliche Arbeitsfelder in der Wirtschaft vor und beschreibt, welche Anforderungen die Arbeitgeber haben. Den Herausgebern ist besonders wichtig, dass den Geisteswissenschaftlern immer wieder die Relevanz wirtschaftlicher Zusammenhänge aufgezeigt wird. Denn allen Vorurteilen zum Trotz können Geisteswissenschaftler ihre Fähigkeiten in der Wirtschaft in vielen Bereichen einsetzen: etwa im Marketing, in der Öffentlichkeitsarbeit oder in der Beratung. „Geisteswissenschaftler verfügen über eine ausgeprägte Analysefähigkeit und bringen neue Sichtweisen in die Unternehmen ein“, sagt Mélanie Berger von der Vedior Personaldienstleistungen GmbH. „Unternehmen schätzen Geisteswissenschaftler auch, weil sie sich neues Wissen schnell aneignen und komplexe Sachverhalte gut vermitteln können“, so Berger.

Wie sich ein sechswöchiges Praktikum sinnvoll gestalten lässt und wie man von der Mitarbeit der Praktikanten profitieren kann, wissen die meisten kleinen und mittleren Unternehmen aber in der Regel nicht. Daher ist dieser Leitfaden auch als Unterstützung für die Wirtschaft gedacht. Gerade Unternehmen, die noch keine Erfahrung mit Praktikanten aus den Geisteswissenschaften haben, können sich hier informieren. Sie erfahren einiges über die Vorstellungen der Studierenden und über ihre Schüsselqualifikationen, die für Unternehmen oftmals ein Gewinn sind: etwa Informationskompetenz, selbstständige Arbeitsweise und kreatives Denken. Außerdem stellt der Leitfaden mögliche Einsatzgebiete und konkrete Tätigkeiten für Praktikanten der Geisteswissenschaften vor. So können sich Unternehmen und Studierende optimal aufeinander vorbereiten.

Anna Böhning
anna.boehning@hk24.de
Telefon 36 13 8 387

hamburger wirtschaft, Ausgabe Februar 2008