
Es ist nicht leicht, zum jetzigen Zeitpunkt eine Antwort auf die Frage zu geben.
Ich bin der Meinung, dass der Kunde auch weiterhin sein Geld ausgibt und nicht
nur beiseite legt. In diesem Sinne erwarten wir also ein ähnliches Ergebnis
beim Weihnachtsgeschäft wie im vergangenen Jahr. Ich persönlich bin
davon überzeugt, dass die Kaufbereitschaft der Leute auch im kommenden Jahr
nicht deutlich sinkt. Ironisch könnte man sagen: Wir geben das Geld aus,
bevor es die Banker für uns tun! Die Folgen der Finanzkrise werden im Einzelhandel
außerdem sicher erst langfristig zu spüren sein.
Jean Braun (71), Geschäftsführer der Herrenausstatter Braum GmbH und Co. KG
Das Weihnachtsgeschäft im Kunstmarkt findet zum größten Teil schon im Oktober und
November statt. Bei Messen und Auktionen konnten wir schon eine zurückhaltende
Kaufeinstellung bemerken, aber das ist derzeit ja auch nicht weiter
verwunderlich. Dennoch können wir in den Galerien weiterhin zufriedenstellende
Umsätze verzeichnen. Wenn die Preiserwartungen nicht übertrieben sind
und die Qualität der angebotenen Kunstwerke stimmt, nutzen Sammler und Käufer
die Gelegenheit, in einem entspannteren Marktumfeld zugreifen zu können.
Und im Gegensatz zu manch einer Aktie bringt die ‚Wandaktie’ immer einen
Gewinn: das Vergnügen, mit einem Kunstwerk zu leben.
Holger Priess (51), Geschäftsführer Doerrie Priess Galerie
Für Buchhandlungen mit einem hohen Anteil an Stammkunden und Kundschaft, denen Lesen
ein Bedürfnis ist, wird die Finanzkrise im Weihnachtsgeschäft 2008 nicht
spürbar werden. Die Durchschnittspreise für Bücher liegen im Verhältnis
zu anderen Weihnachtsgeschenken meist in einem niedrigen Bereich und sinken
real seit Jahren. Der Stellenwert des Buches ist unverändert hoch, und
unter den Hamburger Weihnachtsbaum gehört auch in diesem Jahr ein Buch. Mit
größerer Zurückhaltung sehe ich das Frühjahr, wenn die Lage auch auf die
Einkommensentwicklung der ganzen Bevölkerung durchschlagen wird.
Matthias J. Marissal (42), Inhaber der Buchhandlung Marissal Buch am Rathaus
Wir haben mit einer deutlich höheren Nachfrage für unser Weihnachtsgeschäft gerechnet.
Im Moment sieht das allerdings nicht danach aus. Derzeit kaufen die
Kunden bei den Basic-Artikeln eher zurückhaltend ein. Die Modeartikel entwickeln
sich hingegen sehr gut. Ich bin der Meinung, dass sich im kommenden
Jahr die Finanzkrise noch weiter auf unser Geschäft auswirken wird. Deswegen
haben wir aus kaufmännischer Vorsicht für 2009 den gleichen Umsatz wie
2008 eingeplant. Was den Abverkauf unserer Produkte betrifft, sehen wir uns
für 2009 allerdings gut gerüstet dank einer Neupositionierung und der
starken Emotionalisierung unserer Produkte.
Marc Voss (43), Geschäftsführer der Greystone GmbH
Wir erwarten ein gutes Weihnachtsgeschäft mindestens auf Vorjahresniveau, wenn
nicht sogar besser. Unter unseren Kunden sind viele Unternehmer, die das ganze
Jahr gut gewirtschaftet haben und sich jetzt auch etwas gönnen möchten.
Ich glaube allerdings, dass die Kunden im nächsten Jahr nicht mehr so schnell
bereit sind, ihr Geld auszugeben. Die Auswirkungen der Finanzkrise
machen sich 2009 sicher deutlich bemerkbar. Deswegen ist Vorsicht geboten
wir werden uns auf möglicherweise weniger erfolgreiche Zeiten einstellen.
Kim Eva Wempe (46), Geschäftsführerin der Gerhard D. Wempe KG
Für uns im Möbeleinzelhandel sind die Monate vor Weihnachten die umsatzstärksten.
Trotz der Finanzkrise merken wir noch nichts von einem Abschwung. Die gesunkenen
Energie- und Lebensmittelpreise begünstigen zurzeit noch die Kauflust.
Wir erwarten daher, dass das Weihnachtsgeschäft ähnlich erfolgreich verläuft
wie im Vorjahr allerdings mit Verschiebungen innerhalb unserer Angebotsstruktur.
Bei größeren Anschaffungen sind die Kunden derzeit teilweise
zögerlich, das Mitte- bis Niedrigpreissegment wächst dagegen gut.
Joachim Marks (47), Geschäftsführender Gesellschafter der Möbelhaus Friedrich Marks
und Söhne GmbH und Co KG