
Hamburgs Musiktradition reicht bis ins Mittelalter zurück, und das aktuelle Musikangebot der Hansestadt ist vielstimmig. Ob Kirchen- oder klassische Musik, Musicals, Jazz, Rock, Popmusik, Hip-Hop oder House jede Sparte hat ihre eigenen berühmten Vertreter. Zu den Komponisten zählen Felix Mendelssohn Bartholdy, Johannes Brahms, Paul Dessau und Berthold Goldschmidt. Sie alle sind in Hamburg geboren und in der Ferne berühmt geworden. Andere kamen von außerhalb und haben hier ihre Spuren hinterlassen, wie Georp Philipp Telemann, Gustav Mahler und die Beatles. Auch in den Charts von heute mischen Hamburger Musiker kräftig mit: Jan Delay, Lotto King Karl, Stefan Gwildis, Joja Wendt, Patrick Nuo, Tocotronic, Fettes Brot und DJs wie Moonbootica und The Disco Boys sind nur ein kleiner Teil der großen Szene.
Musik ertönt an vielen Orten, so in Kirchen und Theatern, in der Oper oder der Laeiszhalle, in der Musikhochschule und auf Musicalbühnen, in Jazz- und Musikclubs, auf der Freilichtbühne im Stadtpark während der Sommermonate und ganzjährig auch im Congress Centrum Hamburg und in der Color Line Arena. Seit 1986 lockt im Sommer das Schleswig-Holstein Musikfestival mit Konzerten in Schlössern, Herrenhäusern, Scheunen und Kirchen, seit letztem Jahr auch zum Musikfest in die Hafencity ins Hamburg Cruise Center. Bereits im 17. Jahrhundert erlebte die Kirchenmusik unter dem Kantor Thomas Selle eine Blütezeit, heute laden Hamburgs Kirchen nicht nur in der Weihnachtszeit zu Konzerten, Orgel- und Chormusik ein. Die Hamburgische Staatsoper, 1687 als erstes öffentliches Opernhaus in Deutschland gegründet, gehört zu den weltweit führenden Häusern. Rolf Liebermann, Neffe des Malers Max Liebermann, prägte in den 1960er- und 1980er-Jahren nicht nur die Hamburger, sondern auch die internationale Opernwelt. Seit August 2005 leitet die australische Dirigentin Simone Young, die auch Generalmusikdirektorin des Philharmonischen Staatsorchesters ist, die Staatsoper Hamburg.
Am 4. Juni 1908 wurde die Laeiszhalle am früheren Holstenplatz, der heute Johannes-Brahms-Platz heißt, mit einem Festkonzert eingeweiht. Mit 1897 Plätzen war sie die damals modernste und größte Musikhalle in Deutschland und nach dem Wunsch ihres Stifters, des Hamburger Reeders Carl Heinrich Laeisz, dafür bestimmt, eine würdige Stätte für die Ausübung und den Genuss edler und ernster Musik zu sein. Neben dem Philharmonischen Staatsorchester der Staatoper, das 1828 offiziell gegründet wurde, treten hier regelmäßig das Sinfonieorchester des Norddeutschen Rundfunks und die Hamburger Symphoniker auf. Das kleinste der drei großen Hamburger Orchester ist seit vielen Jahren auch fester Bestandteil der Opernsommerfestspiele in Eutin, der Geburtsstadt von Carl Maria von Weber. Chefdirigent der Hamburger Symphoniker, dem künftigen Residenzorchester der Laeiszhalle, ist Andrey Boreyko, ab der Saison 2009/10 Jeffrey Tate.
Das Operettenhaus auf der Reeperbahn, in dem über sechs Millionen Menschen in 15 Jahren das Lloyd-Webber-Musical Cats besuchten, spielt derzeit Ich war noch niemals in New York mit Songs von Udo Jürgens. Das Disney-Musical König der Löwen im Zeltbau am Hafen ist ein weiterer Besuchermagnet. In der Neuen Flora soll die Deutschlandpremiere des Disney-Musicals Tarzan, Musik von Phil Collins, im Oktober 2008 stattfinden. Das Kiez-Musical Heiße Ecke begeistert seit der Uraufführung im Jahr 2003 das Publikum im Tivoli auf der Reeperbahn.
Mit der Elbphilharmonie in der Hafencity erhält Hamburg ein imposantes neues Konzerthaus, das in Public-Private-Partnership finanziert wird. Nach den Entwürfen der Architekten Herzog & de Meuron soll auf dem Kaispeicher A einer der besten Konzertsäle der Welt entstehen. Christoph Lieben-Seutter ist bereits als Generalintendant benannt und das NDR-Sinfonieorchester, dessen Chefdirigent seit Sommer 2007 Christoph von Dohnanyi ist, zum Hausorchester bestimmt. Ab Herbst 2011 soll hier klassische Musik, aber auch Jazz-, Welt- und Popmusik erklingen.