Handelskammer Hamburg 2008

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Oticon GmbH

Epoq –Hightech für die Ohren

Das Produkt

Die ersten Anzeichen kommen meist schleichend: Da wird der Fernseher lauter gestellt, das Klingeln an der Tür nicht gehört oder im Gespräch mit Kollegen und Freunden öfter mal nachgefragt. Rund 15 Millionen Bundesbürger, davon allein etwa 330000 in Hamburg, sind vom zunehmenden Hörverlust betroffen. „Trotzdem wollen viele Menschen keine Hörgeräte tragen. Leider denken sie immer noch, dass Hörhilfen aussehen wie große Bananen, die man sich hinter die Ohren klemmt“, sagt Torben Lindø, Geschäftsführer des Hörgeräteherstellers Oticon in Hamburg. Dass dieses Vorurteil heute der Vergangenheit angehört, zeigt das Unternehmen mit einem seiner neuesten Produkte: Gerade mal 300 Gramm wiegt Epoq. Für Oticon ist das neue Hörsystem, das es in vielen modischen Farben gibt, der Beginn einer neuen Epoche. Denn erstmals können die Träger in den Genuss eines natürlichen Raumklangs kommen. „Durch die Zusammenarbeit beider Hörsysteme wird ein Stereoklang erzeugt. So kommen wir dem menschlichen Hören sehr nahe“, erklärt Lindø. Doch das „kleine Hörwunder“, das die Leistungsfähigkeit eines Computers hat, besticht noch durch weitere Vorteile. Mit einem sogenannten Streamer kann es auch mit allen bluetoothfähigen Geräten wie Handy oder Fernseher Verbindungen herstellen. Für Menschen mit Hörproblemen ist dies vor allem im Haushalt eine große Hilfe. Denn klingelt zum Beispiel das Handy, das sich zwei Räume weiter befindet, wird das Gespräch über den Streamer an das Hörsystem weitergeleitet, sagt Lindø.

Die Geschichte

Als Hans Demandt im Jahre 1904 die Firma Oticon in Dänemark gründete, hatte der Jungunternehmer damals nur eines im Sinn: Er wollte seiner Frau helfen, die an Schwerhörigkeit litt. Musste er sich anfangs noch mit Importen aus Amerika behelfen – in seinem Heimatland gab es noch keine Hörgeräte –, begann er bald selbst in die Produktion einzusteigen. Heute produziert der Konzern weltweit. Seit 1978 ist das Unternehmen auch in Hamburg ansässig. Am Standort in Stellingen werden dort seitdem die Hörprodukte für den deutschen Markt hergestellt.

Das Unternehmen

Oticon gehört heute zu den weltweit größten Herstellern digitaler Hörsysteme. Das internationale Unternehmen, das zur Demandt Holding gehört, beschäftigt in über 100 Ländern rund 6000 Mitarbeiter, davon 100 am Standort in Hamburg. Neben Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Hörgeräten spielt bei Oticon auch die Forschung eine wesentliche Rolle. Im Forschungszentrum im dänischen Eriksholm arbeiten Wissenschaftler mit Probanden zusammen, um die Hörprodukte weiter zu optimieren. In Zukunft möchte die Firma als erster Hersteller Hörsysteme auf den Markt bringen, die es ermöglichen, Fremdsprachen zu übersetzen.

Heiko Meinssen
heiko.meinssen@hk24.de
Telefon 36 13 8 329
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hamburger wirtschaft, Ausgabe Juli 2008