Wahl
Frank Horch neuer Vizepräsident des DIHK
Der Präses der Handelskammer wurde ins Präsidium des Deutschen Industrie-
und Handelskammertages (DIHK) gewählt. Außerdem berief die
Vollversammlung den Präsidenten der IHK zu Kiel, Hans Heinrich
Driftmann, zum Nachfolger von Ludwig Georg Braun.
Der DIHK, die Spitzenorganisation der deutschen Wirtschaft, hat
Handelskammer-Präses Frank Horch zu einem seiner vier
Vizepräsidenten gewählt. „Ich freue mich sehr über
das Vertrauen der Vollversammlung der 80 deutschen IHKs“, sagte
Horch. Er werde seine Schwerpunkte unter anderem auf eine Verbesserung
der Hinterlandanbindung der deutschen Seehäfen und auf einen
zukunftsfähigen Mix bei der Energieversorgung setzen. „Wir
müssen hier mit einer Stimme sprechen, denn diese Themen sind
nicht nur für Hamburg und Norddeutschland wichtig, sondern sie
sind auch eine nationale Aufgabe“, so Horch. Der
61-Jährige studierte Schiffbau, war unter anderem
Generalbevollmächtigter der Phoenix-AG und Vorsitzender der
Geschäftsführung der Thyssen-Krupp Elastomertechnik sowie der
Harburg-Freudenberger Maschinenbau GmbH. Derzeit ist er
Geschäftsführer bei der Blohm und Voss international GmbH.
Horch ist verheiratet und hat zwei erwachsene Töchter.
Der neue DIHK-Präsident Hans Heinrich Driftmann (61) ist seit 1990
persönlich haftender und geschäftsführender
Gesellschafter der Kölln KGaA in Elmshorn. Er kündigte nach
seiner Wahl an, seine Ämter in anderen Wirtschaftsverbänden
aufzugeben, um sich ganz der neuen Aufgabe an der Spitze der
IHK-Organisation zu widmen. Driftmann dankte seinem Vorgänger
Ludwig Georg Braun, der von der Vollversammlung für seine
Verdienste zum Ehrenpräsidenten ernannt wurde, für die
„außerordentlich nachhaltige“ Arbeit in den
vergangenen Jahren. Braun habe bei einer Reihe wichtiger Themen wie dem
Ausbildungspakt oder auch der besseren Vereinbarkeit von Familie und
Beruf viel für die Wirtschaft und die Gesellschaft insgesamt
erreicht. Driftmann, langjähriger Vorsitzender des
DIHK-Bildungsausschusses, betonte, er werde daran anknüpfen:
„Der Ausbildungspakt ist in der Krise mindestens so aktuell wie
am ersten Tag. Er steht vor seiner vielleicht größten
Herausforderung. Aber ich bin zuversichtlich, dass wir es gemeinsam
auch in diesem wirtschaftlich schwierigen Jahr schaffen können,
allen ausbildungswilligen und -fähigen Schulabgängern ein
Ausbildungsangebot zu machen.“ Driftmann bot der Politik
Zusammenarbeit bei der Bewältigung der Krise an. Er warnte aber
davor, der Versuchung zu erliegen, einzelne Unternehmen der
Realwirtschaft durch eine staatliche Beteiligung retten zu wollen.
Ludwig Georg Braun legte nach acht Jahren Amtszeit satzungsbedingt sein
Amt als Präsident des DIHK nieder.
DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben würdigte zum
Abschied dessen große Verdienste. So sei er der Vater des
Ausbildungspaktes, den er initiiert und im Jahr 2004 mit den damaligen
Bundesministern Wolfgang Clement und Edelgard Bulmahn unterzeichnet
habe. Die Übereinkunft zur Erhöhung der
Ausbildungsbereitschaft wurde ein beispielhafter Erfolg: Seit Beginn
des Paktes konnte die Zahl der Neuverträge um etwa 20 Prozent
gesteigert werden. Mit unermüdlichem Einsatz habe Braun auch
für eine Reform der Erbschaftsbesteuerung gekämpft.
Beharrlich sei sein Einsatz für die erleichterte
Beschäftigung ausländischer Fachkräfte gewesen. Als Chef
eines international tätigen Unternehmens, der B. Braun Melsungen
AG, verkörpere Braun in besonderem Maße den „ehrbaren
Kaufmann“. Ludwig Georg Braun sei in den vergangenen acht Jahren
gefragter Gesprächspartner von Politik, Verbandsvertretern und
Gewerkschaftern gewesen. Die weiteren Vizepräsidenten des DIHK
sind neben Frank Horch Paul Bauwens-Adenauer aus Köln, Alfred
Clouth aus Offenbach sowie Klaus Olbricht aus Magdeburg.
Bauwens-Adenauer, Geschäftsführender Gesellschafter der
Bauwens GmbH & Co. KG, ist seit 2005 Präsident der IHK zu
Köln. Der 55-jährige Diplomingenieur ist verheiratet und hat
drei Kinder. Alfred Clouth ist Geschäftsführer der Alfred
Clouth Lackfabrik GmbH & Co. KG in Offenbach und seit Dezember 2007
Präsident der IHK Offenbach. Der 53-jährige Betriebswirt ist
verheiratet und hat zwei Kinder. Klaus Olbricht (55) ist Präsident
der IHK Magdeburg und Geschäftsführer der Elektromotoren und
Gerätebau Barleben GmbH in Barleben.
hamburger wirtschaft, Ausgabe Mai 2009