Service
Heute schon gexnipt?
Die Unternehmer Benjamin Schroeter und Teja Töpfer wollen gedruckte
Inhalte mit der digitalen Welt verknüpfen. Die Idee: Mit einem Code können
Leser für sie wichtige Artikel ganz einfach im Internet archivieren.
Es ist die klassische Situation: Man sitzt in einem Restaurant, beim
Arzt im Wartezimmer oder in der Kneipe und hat gerade einen spannenden
Artikel gefunden. Doch die Zeit fehlt, um ihn bis zum Ende zu lesen.
Was tun? Ihn einfach rausreißen, um ihn anschließend im
hauseigenen Zettelchaos zu verlieren? „Nein“, sagt Benjamin
Schroeter. Der Hamburger Unternehmer hat zusammen mit seinem
Geschäftspartner Teja Töpfer eine bessere Lösung
gefunden: Sie lautet Xnip. Was sich zunächst anhört wie eine
Variante von Xing, ist in Wirklichkeit eine neue Methode, um
Zettelwirtschaft zu verhindern. „Wir lösen ein reales
Alltagsproblem der Leser“, sagt Xnip-Gründer Schroeter. Die
Idee: Mit einem Code können Leser die für sie wichtigsten
Artikel ganz einfach im Internet archivieren. Seit etwa vier Wochen ist
das Projekt online. Ab dieser Ausgabe nutzt auch die hamburger
wirtschaft den neuen Service, somit ist die Handelskammer Hamburg die
erste Kammer Deutschlands, die Xnip anbietet. Und so funktioniert es:
Unter ausgewählten Artikeln der hw werden ab sofort immer
vierstellige Codes aus Zahlen und Buchstaben zu finden sein. Werden
diese Codes per SMS (Rufnummer 53535) oder über das Internet an
Xnip geschickt, wird der jeweilige Artikel eins zu eins in einem
persönlichen Online-Archiv abgelegt. Auf der Website
www.xnip.com
können dann alle Artikel jederzeit abgerufen, verwaltet und auch
an Kollegen und Freunde geschickt werden. Der Service ist kostenlos,
frei von Verpflichtungen und so einfach zu handhaben wie ein
E-Mail-Account. Besteht noch kein Xnip-Konto, wird es bei der
erstmaligen Nutzung automatisch erstellt, und die Zugangsdaten werden
innerhalb weniger Sekunden per Mail oder per SMS an den Nutzer gesandt.
Eine Vorabregistrierung ist also nicht nötig.
Neben der hamburger wirtschaft nutzen bereits „Autobild“
und das Immobilienmagazin „Bellevue“ den neuen Service.
Weitere Verlage sollen bald folgen. Derzeit stehen die beiden
Xnip-Gründer nach eigener Aussage mit einer großen deutschen
Frauenzeitschrift in Verhandlung. Außerdem sollen noch weitere
Produkte hinzukommen. Schon jetzt lassen sich auch ISBN-Nummern von
Büchern und Codes von CDs eingeben, deren Steckbrief dann im
Online-Archiv gespeichert wird. Mittelfristig plant Schroeter auch die
Welt außerhalb von Zeitungen und Zeitschriften zu erfassen. Der
Jungunternehmer denkt an Visitenkarten, Einladungen und Plakate, deren
Informationen nach Xnip-Code-Eingabe online hinterlegt sind. Aber auch
Einzelhändler und Restaurants sind im Visier von Schroeter und
Töpfer. Wer den Code vom Aufkleber an der Tür ins Handy
eingibt, der bekommt Kontaktdaten, Öffnungszeiten und die
Speisekarte an seinen Account geschickt.
hamburger wirtschaft, Ausgabe Mai
2009