Handelskammer Hamburg 2009

< zurück

Service

Heute schon gexnipt?

Die Unternehmer Benjamin Schroeter und Teja Töpfer wollen gedruckte
Inhalte mit der digitalen Welt verknüpfen. Die Idee: Mit einem Code können
Leser für sie wichtige Artikel ganz einfach im Internet archivieren.

Es ist die klassische Situation: Man sitzt in einem Restaurant, beim Arzt im Wartezimmer oder in der Kneipe und hat gerade einen spannenden Artikel gefunden. Doch die Zeit fehlt, um ihn bis zum Ende zu lesen. Was tun? Ihn einfach rausreißen, um ihn anschließend im hauseigenen Zettelchaos zu verlieren? „Nein“, sagt Benjamin Schroeter. Der Hamburger Unternehmer hat zusammen mit seinem Geschäftspartner Teja Töpfer eine bessere Lösung gefunden: Sie lautet Xnip. Was sich zunächst anhört wie eine Variante von Xing, ist in Wirklichkeit eine neue Methode, um Zettelwirtschaft zu verhindern. „Wir lösen ein reales Alltagsproblem der Leser“, sagt Xnip-Gründer Schroeter. Die Idee: Mit einem Code können Leser die für sie wichtigsten Artikel ganz einfach im Internet archivieren. Seit etwa vier Wochen ist das Projekt online. Ab dieser Ausgabe nutzt auch die hamburger wirtschaft den neuen Service, somit ist die Handelskammer Hamburg die erste Kammer Deutschlands, die Xnip anbietet. Und so funktioniert es: Unter ausgewählten Artikeln der hw werden ab sofort immer vierstellige Codes aus Zahlen und Buchstaben zu finden sein. Werden diese Codes per SMS (Rufnummer 53535) oder über das Internet an Xnip geschickt, wird der jeweilige Artikel eins zu eins in einem persönlichen Online-Archiv abgelegt. Auf der Website www.xnip.com können dann alle Artikel jederzeit abgerufen, verwaltet und auch an Kollegen und Freunde geschickt werden. Der Service ist kostenlos, frei von Verpflichtungen und so einfach zu handhaben wie ein E-Mail-Account. Besteht noch kein Xnip-Konto, wird es bei der erstmaligen Nutzung automatisch erstellt, und die Zugangsdaten werden innerhalb weniger Sekunden per Mail oder per SMS an den Nutzer gesandt. Eine Vorabregistrierung ist also nicht nötig.

Neben der hamburger wirtschaft nutzen bereits „Autobild“ und das Immobilienmagazin „Bellevue“ den neuen Service. Weitere Verlage sollen bald folgen. Derzeit stehen die beiden Xnip-Gründer nach eigener Aussage mit einer großen deutschen Frauenzeitschrift in Verhandlung. Außerdem sollen noch weitere Produkte hinzukommen. Schon jetzt lassen sich auch ISBN-Nummern von Büchern und Codes von CDs eingeben, deren Steckbrief dann im Online-Archiv gespeichert wird. Mittelfristig plant Schroeter auch die Welt außerhalb von Zeitungen und Zeitschriften zu erfassen. Der Jungunternehmer denkt an Visitenkarten, Einladungen und Plakate, deren Informationen nach Xnip-Code-Eingabe online hinterlegt sind. Aber auch Einzelhändler und Restaurants sind im Visier von Schroeter und Töpfer. Wer den Code vom Aufkleber an der Tür ins Handy eingibt, der bekommt Kontaktdaten, Öffnungszeiten und die Speisekarte an seinen Account geschickt.



Heiko Meinssen
heiko.meinssen@hk24.de
Telefon 36138-329

hamburger wirtschaft, Ausgabe Mai 2009