Handelskammer Hamburg 2009

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Kulturmerkur

Ausgezeichnetes Engagement

Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stehen Hamburger Unternehmen zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Das beweisen die Hamburger Sparkasse und die Unternehmensgruppe Deiters und Florin, die mit dem elften Kulturmerkur ausgezeichnet wurden.
Bei der Vergabe des Kulturmerkurs, mit dem die Handelskammer und die Hamburgische Kulturstiftung Unternehmen für ihr vorbildliches kulturelles Engagement auszeichnen, war den Juroren in diesem Jahr die Freude über das breite Bewerberfeld ­besonders anzumerken: Während die staat­lichen Kulturbudgets schrumpfen, haben zahlreiche Hamburger Unternehmen ihre kultu­rellen Fördermaßnahmen in unverändertem Umfang beibehalten oder sogar ausgebaut.

Viele Firmen haben ihr Engagement durch die Gründung von Stiftungen bereits in der Vergangenheit verstetigt. Und eine Form der Unterstützung hat gerade in Krisenzeiten Konjunktur: Statt Geld zu geben, greifen Unternehmen Kultureinrichtungen mit ehrenamtlicher Tätigkeit unter die Arme.

Der Aufgabe, aus vielen preiswürdigen Engagements je einen Sieger in den Kategorien „Großes Unternehmen“ und „Kleines Unternehmen“ zu küren, stellten sich in diesem Jahr Kultursenatorin Karin von Welck, Handelskammer-Präses Frank Horch, Handwerkskammer-Präsident Josef Katzer sowie Bernd Drouven, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG, und Rainer Groothuis, Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Groothuis, Lohfert, Consorten als Vertreter der Vorjahrespreisträger. Daniel Kühnel, Intendant der Hamburger Symphoniker, und Axel Schneider, Intendant des Altonaer und des Harburger Theaters sowie der Hamburger Kammerspiele, stimmten stellvertretend für Hamburgs Kulturschaffende ab.

Im elften Jahr der Preisvergabe fiel die Wahl der Jury schließlich auf die Hamburger Sparkasse und die Unternehmensgruppe Deiters und Florin. Ausgezeichnet werden damit zwei Unternehmen, die auf nachhaltige Kulturförderung in Hamburg setzen.

Die Unternehmensgruppe Deiters und Florin mit Sitz in Hamburg-Curslack produziert Sprossen und Keimlinge und stellt Produkte der fernöstlichen Gemüseküche her. Das kulturelle Engagement des Betriebes, der in der Kategorie „Kleines Unternehmen“ ausgezeichnet wird, konzentriert sich im eigenen Stadtteil.

Zu den Förderprojekten zählen zum Beispiel der Bergedorfer Musiksommer, die Bergedorfer Märchentage, das Festival „Wutzrock“, die Kinderuni Bergedorf und der Nachbau eines Vierländer Ewers, der künftig im Bergedorfer Hafen liegen soll – vorrangig kleine, ehrenamtlich getragene Initiativen ­also, mit denen Deiters und Florin langfristig angelegte, verlässliche Partnerschaften unterhält. „Kulturförderung muss nicht immer mit hohen Geldausgaben verbunden sein“, sagt Norbert Deiters, Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens. „Persönliches Engagement kann gleich viel bewirken und führt bisweilen sogar dazu, dass Fördermaßnahmen besser wahrgenommen werden.“

Die Hamburger Sparkasse, Kulturmerkur-Preisträger in der Kategorie „Großes Unternehmen“, beeindruckt durch ein Portfolio ­kulturfördernder Maßnahmen, das seinesgleichen sucht: Sie engagiert sich mit der Haspa-Musikstiftung gleichermaßen für U- und E-Musik, verfügt über eine umfangreiche Kunstsammlung, die sie in Hamburger Mu­seen und in eigenen Ausstellungen präsentiert, unterstützt mit der Haspa Hamburg Stiftung Projekte zur Leseförderung und engagiert sich für den Erhalt des Michels. Hinzu kommt eine Vielzahl von kleineren Projekten und Initiativen, die aus Mitteln des Lotteriesparens gefördert werden.

Besonderes Augenmerk gilt der Nachwuchsförderung: Bei Projekten wie dem Lesefest „Seiteneinsteiger“ und dem Bandwettbewerb „Krach und Getöse“ stehen Kinder und Jugendliche im Mittelpunkt. Beim „Tag der Musik“ traten in diesem Jahr mehr als 70 Jugend- und Laienmusikgruppen in den Haspa-Filialen auf. Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse, betrachtet unternehmerische Kulturförderung als Übernahme von gesellschaftlicher Verantwortung. „Kultur ist ein wichtiger Standortfaktor für Hamburg“, so Vogelsang. „Von unseren kulturfördernden Aktivitäten versprechen wir uns deshalb nicht nur positive Auswirkungen auf die geförderten Projekte, sondern auch einen deutlichen Mehrwert für unsere Stadt.“



Sabine Lurtz-Herting
sabine.lurtz@hk24.de
Telefon 36138-547

hamburger wirtschaft, Ausgabe Dezember 2009