Kulturmerkur
Ausgezeichnetes Engagement
Auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten stehen
Hamburger Unternehmen zu ihrer gesellschaftlichen Verantwortung. Das
beweisen die Hamburger Sparkasse und die Unternehmensgruppe Deiters und
Florin, die mit dem elften Kulturmerkur ausgezeichnet wurden.
Bei der Vergabe des Kulturmerkurs, mit dem die Handelskammer und die
Hamburgische Kulturstiftung Unternehmen für ihr vorbildliches
kulturelles Engagement auszeichnen, war den Juroren in diesem Jahr die
Freude über das breite Bewerberfeld besonders anzumerken:
Während die staatlichen Kulturbudgets schrumpfen, haben
zahlreiche Hamburger Unternehmen ihre kulturellen
Fördermaßnahmen in unverändertem Umfang beibehalten
oder sogar ausgebaut.
Viele Firmen haben ihr Engagement durch die Gründung von
Stiftungen bereits in der Vergangenheit verstetigt. Und eine Form der
Unterstützung hat gerade in Krisenzeiten Konjunktur: Statt Geld zu
geben, greifen Unternehmen Kultureinrichtungen mit ehrenamtlicher
Tätigkeit unter die Arme.
Der Aufgabe, aus vielen preiswürdigen Engagements je einen Sieger
in den Kategorien „Großes Unternehmen“ und
„Kleines Unternehmen“ zu küren, stellten sich in
diesem Jahr Kultursenatorin Karin von Welck, Handelskammer-Präses
Frank Horch, Handwerkskammer-Präsident Josef Katzer sowie Bernd
Drouven, Vorstandsvorsitzender der Aurubis AG, und Rainer Groothuis,
Geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Groothuis,
Lohfert, Consorten als Vertreter der Vorjahrespreisträger. Daniel
Kühnel, Intendant der Hamburger Symphoniker, und Axel Schneider,
Intendant des Altonaer und des Harburger Theaters sowie der Hamburger
Kammerspiele, stimmten stellvertretend für Hamburgs
Kulturschaffende ab.
Im elften Jahr der Preisvergabe fiel die Wahl der Jury
schließlich auf die Hamburger Sparkasse und die
Unternehmensgruppe Deiters und Florin. Ausgezeichnet werden damit zwei
Unternehmen, die auf nachhaltige Kulturförderung in Hamburg
setzen.
Die Unternehmensgruppe Deiters und Florin mit Sitz in Hamburg-Curslack
produziert Sprossen und Keimlinge und stellt Produkte der
fernöstlichen Gemüseküche her. Das kulturelle Engagement
des Betriebes, der in der Kategorie „Kleines Unternehmen“
ausgezeichnet wird, konzentriert sich im eigenen Stadtteil.
Zu den Förderprojekten zählen zum Beispiel der Bergedorfer
Musiksommer, die Bergedorfer Märchentage, das Festival
„Wutzrock“, die Kinderuni Bergedorf und der Nachbau eines
Vierländer Ewers, der künftig im Bergedorfer Hafen liegen
soll – vorrangig kleine, ehrenamtlich getragene Initiativen
also, mit denen Deiters und Florin langfristig angelegte,
verlässliche Partnerschaften unterhält.
„Kulturförderung muss nicht immer mit hohen Geldausgaben
verbunden sein“, sagt Norbert Deiters,
Geschäftsführender Gesellschafter des Unternehmens.
„Persönliches Engagement kann gleich viel bewirken und
führt bisweilen sogar dazu, dass Fördermaßnahmen besser
wahrgenommen werden.“
Die Hamburger Sparkasse, Kulturmerkur-Preisträger in der Kategorie
„Großes Unternehmen“, beeindruckt durch ein Portfolio
kulturfördernder Maßnahmen, das seinesgleichen sucht:
Sie engagiert sich mit der Haspa-Musikstiftung gleichermaßen
für U- und E-Musik, verfügt über eine umfangreiche
Kunstsammlung, die sie in Hamburger Museen und in eigenen
Ausstellungen präsentiert, unterstützt mit der Haspa Hamburg
Stiftung Projekte zur Leseförderung und engagiert sich für
den Erhalt des Michels. Hinzu kommt eine Vielzahl von kleineren
Projekten und Initiativen, die aus Mitteln des Lotteriesparens
gefördert werden.
Besonderes Augenmerk gilt der Nachwuchsförderung: Bei Projekten
wie dem Lesefest „Seiteneinsteiger“ und dem Bandwettbewerb
„Krach und Getöse“ stehen Kinder und Jugendliche im
Mittelpunkt. Beim „Tag der Musik“ traten in diesem Jahr
mehr als 70 Jugend- und Laienmusikgruppen in den Haspa-Filialen auf.
Harald Vogelsang, Vorstandssprecher der Hamburger Sparkasse, betrachtet
unternehmerische Kulturförderung als Übernahme von
gesellschaftlicher Verantwortung. „Kultur ist ein wichtiger
Standortfaktor für Hamburg“, so Vogelsang. „Von
unseren kulturfördernden Aktivitäten versprechen wir uns
deshalb nicht nur positive Auswirkungen auf die geförderten
Projekte, sondern auch einen deutlichen Mehrwert für unsere
Stadt.“
hamburger wirtschaft, Ausgabe Dezember 2009