Beratung
Aus Erfahrung gut
Seit 25 Jahren unterstützen
die Mitglieder des Vereins „Wirtschaftssenioren beraten
– Alt hilft Jung“ Existenzgründer und
Unternehmer. Das Fachwissen der hochqualifizierten
Ruheständler ist gefragter denn je.
„Mit Musik zum Erfolg“ – das ist das
Motto von Helge
Zumdieck. 1999 gründete er seine MSM Hamburg School of Music
GmbH. Im Jahr 2002 ging die Zahl an Studierenden erheblich
zurück, denn die Anerkennung als Berufsfachschule stand noch
aus, und somit lag die BAföG-Berechtigung nicht vor.
Helge Zumdieck bat die Wirtschaftssenioren um Hilfe – mit
Erfolg. Durch auffällige Werbung in den Hamburger U-Bahnen
stieg die Zahl der Schüler wieder; durch intensive Kontakte
zur Kultur- und Wissenschaftsbehörde wurde die Anerkennung als
Berufsfachschule schließlich im Herbst 2003 erteilt.
„Damit war die Basis für einen erfolgreichen
Neustart der Musikschule gelegt“, sagt Helge Zumdieck.
Auch Miriam Hebner holte sich Rat bei den Wirtschaftssenioren.
„Ich hatte eine tolle Geschäftsidee, aber bei den
Themen Finanzierung und Marketing war ich noch unsicher“,
erzählt sie. Deswegen habe sie sich vor dem Start in die
Selbstständigkeit intensiv beraten lassen. „Die
Senioren waren mir eine wertvolle Hilfe.“ Seit 2006 betreibt
sie nun ihr Ladengeschäft „Schmucke Perle“
in Eppendorf, wo sie farbenfrohen Schmuck aus dem Afrika der
Kolonialzeit verkauft und Perlenfädelkurse anbietet.
Die Geschichten von Helge Zumdieck und Miriam Hebner sind nur zwei
Beispiele für viele erfolgreiche Beratungen in den vergangenen
Jahren. Seit der Gründung des Vereins
„Wirtschaftssenioren beraten - Alt hilft Jung“ vor
25 Jahren haben die Mitglieder über 12 000
Gründungswillige und junge Unternehmer betreut. Die
Aktivitäten des Vereins erstrecken sich auf den
Großraum Hamburg. Zu den Mitgliedern zählen 30
Senioren; das jüngste Mitglied ist Ende 50, das
älteste Mitte 70. In ihrem aktiven Berufsleben haben sie eine
Spitzenposition bekleidet oder ihr eigenes Unternehmen
geführt. „Die Gründer haben die Ideen, wir
die Erfahrung“, sagt Eggert Staben, Vorstandsvorsitzender des
Vereins. „Die Erstberatung spielt bei uns eine ebenso
große Rolle wie die Überprüfung des
Businessplans auf Plausibilität. Wenn gewünscht,
begleiten wir die jungen Unternehmer auch zur Bank.“ Manchmal
müssen die Senioren dem Gründer auch von einer
Selbstständigkeit abraten. „Das verbuchen wir dann
aber für uns als eine erfolgreiche Beratung, da wir ihn
möglicherweise vor Unheil bewahrt haben“, so Eggert
Staben.
Der Schwerpunkt des Vereins liegt bei der Beratung von
Existenzgründern, die Mitglieder kümmern sich aber
auch um die Themen Existenzerhaltung, Unternehmensnachfolge und
Coaching. Dabei setzen die Senioren vor allem auf ihre Berufserfahrung
und ihre Menschenkenntnis. Doch auch jede Erfahrung muss von Zeit zu
Zeit hinterfragt und neu bestätigt werden. Aus diesem Grund
tauschen sich die Senioren jeden Monat mit einem im Beruf stehenden
leitenden Angestellten oder Selbstständigen aus.
Seit April 2008 bieten die Wirtschaftssenioren einmal pro Monat im
Gründerzentrum der Handelskammer Einstiegsgespräche
an. Bis zum vergangenen Dezember haben sie dabei an insgesamt neun
Sprechtagen über 70 Gründern wertvolle Tipps und
Unterstützung gegeben.
Informationen
Die Beratung im Rahmen dieses Sprechtages ist kostenfrei und
erfolgt
nach telefonischer Terminabsprache mit Sabine Pilgrim,
sabine.pilgrim@hk24.de,Telefon
36 13 8 787
hamburger wirtschaft, Ausgabe
März 2009