Handelskammer Hamburg 2009

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Lernortkooperation

Dialog ist wichtig

Seit 2006 ist die „Lernortkooperation“ als Weiterentwicklung des Ausbilder-
treffens an Beruflichen Schulen im Hamburgischen Schulgesetz verankert.
Lernortkooperationen (LOK) sind das elementare Gremium für alle ausbildenden Betriebe. Etwa zweimal im Schuljahr kommen dort die Ausbilder einer Branche oder eines Berufes zusammen, um mit Vertretern der Berufsschulen über ausbildungsrelevante Themen zu sprechen. Jede LOK hat ihren Vorsitzenden, der in der Regel aus dem Kreis der Betriebe gewählt wird. Er lädt in Zusammenarbeit mit der jeweiligen Schule zu Sitzungen ein und legt auch gemeinsam mit ihr die Tagesordnung fest. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann sich direkt an seinen LOK-Vorsitzenden wenden. Martina Plag, Prokuristin bei der Hachenberg und Richter Unternehmensberatung GmbH und dort zuständig für die Ausbildung, ist von der Lernortkooperation überzeugt. Als sie die erste Einladung zur LOK-Sitzung erhielt, überlegte sie zunächst, ob sie sich dafür überhaupt die Zeit nehmen sollte, andererseits wollte sie aber auch die Schule kennenlernen, die ihre derzeitige Auszubildende besucht. „Im Nachhinein war ich froh, dass ich dort war“, erinnert sie sich. „Der persönliche Kontakt zwischen Schule und Ausbildungsbetrieb ist nicht zu ersetzen. Ich habe eine Vielzahl von Informationen mitgenommen, der Austausch mit anderen Unternehmensvertretern und den Lehrkräften war sehr aufschlussreich.“ Sie habe nun ein Bild vor Augen, wenn die Auszubildende von der Schule berichtet, und könne allen Betrieben, gerade den kleineren, einen LOK-Besuch nur empfehlen.

Laut Gesetz sollen Lernortkooperationen in erster Linie an der Weiterentwicklung der Ausbildungsinhalte und der Ausbildungsqualität mitwirken sowie den Lehrplan zwischen Betrieben und Schulen abstimmen. Wichtig ist der direkte Dialog zwischen Vertretern der Betriebe und den Berufsschulen. Es können aber auch Beschlüsse gefasst, Kooperationen geplant und konkrete Vereinbarungen getroffen werden, die Absprachen haben jeweils verbindlichen Charakter. Es ist daher wichtig, dass die Vertreter eines Ausbildungsbetriebes die Sitzungstermine ihrer Lernortkooperation kennen und auch wahrnehmen, da sie nur so ihre eigenen Interessen vertreten und gemeinsam mit den anderen anwesenden Wirtschaftsvertretern sowie den Schulen eine Lösung finden können.

Angela Hellberg
angela.hellberg@hk24.de
Telefon 36138-587

hamburger wirtschaft, Ausgabe Oktober 2009