Lernortkooperation
Dialog ist wichtig
Seit 2006 ist die „Lernortkooperation“ als Weiterentwicklung des Ausbilder-
treffens an Beruflichen Schulen im Hamburgischen Schulgesetz verankert.
Lernortkooperationen (LOK) sind das elementare Gremium für alle
ausbildenden Betriebe. Etwa zweimal im Schuljahr kommen dort die
Ausbilder einer Branche oder eines Berufes zusammen, um mit Vertretern
der Berufsschulen über ausbildungsrelevante Themen zu sprechen.
Jede LOK hat ihren Vorsitzenden, der in der Regel aus dem Kreis der
Betriebe gewählt wird. Er lädt in Zusammenarbeit mit der
jeweiligen Schule zu Sitzungen ein und legt auch gemeinsam mit ihr die
Tagesordnung fest. Wer Fragen oder Anregungen hat, kann sich direkt an
seinen LOK-Vorsitzenden wenden. Martina Plag, Prokuristin bei der
Hachenberg und Richter Unternehmensberatung GmbH und dort
zuständig für die Ausbildung, ist von der Lernortkooperation
überzeugt. Als sie die erste Einladung zur LOK-Sitzung erhielt,
überlegte sie zunächst, ob sie sich dafür überhaupt
die Zeit nehmen sollte, andererseits wollte sie aber auch die Schule
kennenlernen, die ihre derzeitige Auszubildende besucht. „Im
Nachhinein war ich froh, dass ich dort war“, erinnert sie sich.
„Der persönliche Kontakt zwischen Schule und
Ausbildungsbetrieb ist nicht zu ersetzen. Ich habe eine Vielzahl von
Informationen mitgenommen, der Austausch mit anderen
Unternehmensvertretern und den Lehrkräften war sehr
aufschlussreich.“ Sie habe nun ein Bild vor Augen, wenn die
Auszubildende von der Schule berichtet, und könne allen Betrieben,
gerade den kleineren, einen LOK-Besuch nur empfehlen.
Laut Gesetz sollen Lernortkooperationen in erster Linie an der
Weiterentwicklung der Ausbildungsinhalte und der
Ausbildungsqualität mitwirken sowie den Lehrplan zwischen
Betrieben und Schulen abstimmen. Wichtig ist der direkte Dialog
zwischen Vertretern der Betriebe und den Berufsschulen. Es können
aber auch Beschlüsse gefasst, Kooperationen geplant und konkrete
Vereinbarungen getroffen werden, die Absprachen haben jeweils
verbindlichen Charakter. Es ist daher wichtig, dass die Vertreter eines
Ausbildungsbetriebes die Sitzungstermine ihrer Lernortkooperation
kennen und auch wahrnehmen, da sie nur so ihre eigenen Interessen
vertreten und gemeinsam mit den anderen anwesenden
Wirtschaftsvertretern sowie den Schulen eine Lösung finden
können.
hamburger wirtschaft, Ausgabe
Oktober 2009