
Globalisierung bedeutet internationale Arbeitsteilung und freien Handel – und Wachstum für die Wirtschaft aller beteiligten Länder. Ermöglicht wird die Globalisierung unter anderem durch leistungsfähige Transportketten. Volkswirtschaften können sich nur spezialisieren und Handel treiben, wenn Im- und Exporte schnell, zuverlässig und günstig transportiert werden. Vehikel des Welthandels ist der Seeverkehr: Mehr als 90 Prozent des Welthandels werden über den Seeweg abgewickelt, im interkontinentalen Verkehr sogar mehr als 95 Prozent. Die Containerrevolution ermöglicht kostengünstigen Transport, effiziente Lagerung und geschlossene Logistikketten mit sämtlichen Verkehrsträgern von nahezu allen Waren.
Eine Faustformel besagt, dass der Containerumschlag dreimal so schnell wächst wie die Weltwirtschaft. Die deutschen Seehäfen wachsen dynamisch. Der Umschlag wird sich in den nächsten 15 Jahren mehr als verdoppeln. Es ist daher naheliegend, dass sich gerade in diesem internationalen und dynamischen Sektor viele interessante Beschäftigungsmöglichkeiten bieten. In Deutschland hängen bundesweit mehr als eine halbe Million Arbeitsplätze direkt und indirekt von den Seehäfen ab. Für die Metropolregion Hamburg als Logistikdrehscheibe für Nordeuropa gilt dies ganz besonders. Mehr als 167 000 Arbeitsplätze hängen am Hamburger Hafen. Der gesamte Logistiksektor bietet sogar mehr als 260 000 Menschen abwechslungsreiche Jobs.
Allerdings suchen schon heute viele Unternehmen aus dem Logistikbereich nach qualifiziertem Personal. Der steigende Fachkräftemangel stellt die Wirtschaft vor eine wachsende Herausforderung: Bereits 2007 blieben in Hamburg rund 2 400 Arbeitsplätze unbesetzt – 36 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Angaben der Bundesagentur für Arbeit bestätigen den Fachkräftemangel in der Logistik als gesamtdeutschen Trend: Allein im Lager- und Transportbereich wies der Stellenindex im Januar 2008 rund 14 000 freie Stellen aus. Daneben ist auch die Entwicklung bei den qualifizierten Akademikern in dieser Branche alarmierend. Die Bundesvereinigung Logistik (BVL) spricht schon heute von 5 000 fehlenden Akademikern pro Jahr. Der wirtschaftliche Schaden aufgrund des Fachkräftemangels ist immens. Demzufolge ist die Aus- und Weiterbildung in Schule, Ausbildung und Beruf unerlässlich für eine steigende Wertschöpfung der Wirtschaftszweige Hafen und Logistik. Unternehmen dieser Branche müssen sich rechtzeitig mit dem Fachkräftemangel und der Nachwuchssicherung befassen, wenn sie im „War for Talents“ wettbewerbsfähig sein wollen.
Am Logistikstandort Hamburg wird daher versucht, dem Fachkräftemangel mit einer gezielten Initiative entgegenzuwirken. Die Plattform www.logistik-lernen-hamburg.de – eine Gemeinschaftsinitiative von Handelskammer und Logistik-Initiative Hamburg – gibt einen Überblick über alle Hamburger Bildungsangebote im Berufsfeld Logistik. Wer schon im Beruf steht, der findet unter Fort- und Weiterbildung die passende Zusatzqualifikation. Die Rubrik Hochschule / Studium informiert über alle einschlägigen Hamburger Studiengänge mit Logistikschwerpunkt. Schulabgänger können sich über die verschiedenen Berufsbilder im Bereich Logistik informieren. René Löffler, Koordinator der Plattform für die Handelskammer, betont: „Hamburg ist die Logistikdrehscheibe Nordeuropas. Hier kann man optimal Theorie und Praxis miteinander verbinden – die Schlüsselunternehmen der Logistik sind direkt vor Ort.“
Die Arbeitsgemeinschaft Bildung und Medien – eine Organisation der norddeutschen Industrie- und Handelskammern für Meinungs- und Gedankenaustausch zwischen Wirtschaft, Bildung und Medien – informiert zudem regelmäßig über aktuelle Entwicklungen der Berufs- und Arbeitswelt und die damit verbundenen neuen Anforderungen an junge Menschen. So fand im September 2008 in Hamburg eine Informationsveranstaltung „Hamburg – Tor zur Welt. Berufsfeld Hafen und Logistik“ statt. Ziel der Veranstaltung war es, Verteter des Bildungsystems über aktuelle Entwicklungen im Logistiksektor zu informieren und als Multiplikatoren für die vielfältigen Perspektiven in diesem Berufsfeld zu gewinnen.