Handelskammer Hamburg 2009

< zurück

Studium

Weg nach oben

Die Welt der Werber ist für junge Kreative oft nicht einfach. Das Hamburger Institute of Design ermöglicht seinen Absolventen eine ­fundierte Ausbildung, die den Weg in Führungspositionen erleichtert.
Das Institute of Design an der Esplanade hat den Ruf, seinen Studenten eine konsequent am Markt ausgerichtete Ausbildung zum Kommunikationsdesigner zu ermöglichen. Das Studienprogramm läuft über sieben Semester und beinhaltet Kurse zu Printkampagnen, Film und Video sowie Cross Media Art Direction, zu Kreativitätstechniken, Fotografie, 3-D- und 4-D-Animation.

Da die Dozenten selbst als Führungskraft in einer Agentur oder einem Verlag arbeiten, lernen die Studenten neben dem handwerklichen Rüstzeug auch aktuelle Trends, Techniken und Konzepte kennen. Für sie ergeben sich viele Möglichkeiten, Praxiserfahrung zu sammeln und wichtige Netzwerke zu knüpfen. 90 Prozent der Absolventen steigen direkt nach dem Abschluss als angestellte Kommunikationsdesigner, Grafikdesigner oder Kommunikationsmanager ein, jeder Zehnte macht sich selbstständig.

Rolf A. Jeissing hat das Institute of Design vor 25 Jahren gegründet und ist dessen geschäftsführender Gesellschafter. Mit seiner Erfahrung als Chefdesigner für große Hamburger Firmen im Rücken, darunter Beiersdorf und Reemtsma, begann er im März 1984 mit der Ausbildung der ersten 20 Studenten. Inzwischen studieren über 150 junge Menschen am Institute of Design, der Frauenanteil liegt bei 60 Prozent. „Die größten Herausforderungen seit der Gründung“, so Jeissing, „waren das Erlangen der staatlichen Anerkennung im Jahr 1998 sowie die Einführung der Computertechnologie in den Unterricht.“

Das Institut firmiert als „GmbH & Co. KG“ und finanziert sich ohne staatliche Förderung überwiegend durch Studiengebühren, die bei monatlich 450 Euro liegen. Etwa die Hälfte der Studenten kann diese Kosten durch Anspruch auf BAföG reduzieren. Nur in wenigen Fällen bezahlt eine Werbeagentur die Ausbildung. Doch die Investition von etwa 19 000 Euro für das gesamte Studium kann sich ­lohnen. Herausragende Beispiele für eine ­Karriere in der Werbebranche, die ihren Ausgang am Institute of Design nahmen, sind Dirk Haeusermann, Geschäftsführer Kreation bei Jung von Matt/Elbe, und Sina Peters, ­Executive Creative Director bei der Kommunikationsagentur The Brand Union. Das Insti­tute of Design hat 1995 in Düsseldorf und 2007 in Berlin Dependancen gegründet. Die Studenten können zwischen den drei Standorten wechseln. Nach dem Abschluss besteht für Absolventen mit einem sehr guten Ergebnis die Möglichkeit, in zwei Semestern an der Partneruniversität in Birmingham einen ­Master of Arts nachzulegen. Etwa 50 Prozent der Studenten kommen aus Hamburg, 30 Prozent aus anderen Bundesländern. Die übrigen 20 Prozent gehören – obwohl die Unterrichtssprache Deutsch ist – derzeit 14 weiteren ­Nationen an. Sie stammen beispielsweise aus Nord- und Südamerika, aus Russland, China und Korea. Da das Institute of Design immer wieder ausländische Dozenten einsetzt, wird insbesondere in den höheren Semestern auch in englischer Sprache unterrichtet.

Alle Dozenten verfügen nicht nur über ­eine fun­dierte Ausbildung und über in der Praxis bewiesene Fertigkeiten, sondern auch über unterschiedlichste pädagogische Erfahrungen. Was sind die Aufnahmebedingungen? „Wir folgen hier dem Motto des Instituts ‚Think wild, be chief’“, sagt dessen Leiterin, Ulrike Krämer. „Erfolgreiche Bewerber überzeugen uns von ihrer Kreativität, Intelligenz und Persönlichkeit sowie von ihrem Talent und Potenzial im persönlichen Gespräch und durch eine möglichst bunte Mappe. Da wir den Anspruch haben, künftige Führungs­kräfte auszubilden, setzen wir Abitur oder Fachhochschulreife voraus.“ Um eine möglichst aussagekräftige Mappe zu erstellen, empfiehlt sich der Besuch eines Vorbereitungskurses, den zum Beispiel das Institute of Design kostenlos anbietet. Interessierte können sich jederzeit bewerben, mögliche Einstiegsdaten sind jedes Jahr der 1. März und der 1. September. Hamburg ist in Deutschland die Stadt mit dem vielseitigsten Angebot für die Ausbildung zum Designer. Neben dem Institute of Design bilden hier noch weitere Privatschulen in diesem Bereich aus, darunter die Design Factory International, die Hamburger Technische Kunstschule und die Schule für Grafik Design Alsterdamm, dazu kommen einige staatliche Schulen, beispielsweise die Hochschule für Angewandte Wissenschaften und die Hochschule für bildende Künste. Ulrike Krämer: „Es gibt in Hamburg acht bis zehn Designschulen – deutlich mehr als in jeder anderen deutschen Stadt. Die besten Kreativen Deutschlands kommen immer wieder von hier, aber in der öffentlichen Wahrnehmung ­spiegelt sich das leider nicht wider. Hamburg sollte sein kreatives Potenzial daher stärker hervorheben und bewerben.“
Claudia Sye
claudia.sye@hk24.de
Telefon 36 13 8 250

Informationen

Umfassende Informationen zu Studien- und Ausbildungsmöglichkeiten in Hamburg im Bereich Design bietet das Handbuch „Medien- und IT-Berufe 2009“. Es wird jährlich vom Service Digitale Arbeit herausgegeben und ist im Internet abrufbar unter www.it-medien-hamburg.de

Informationen zum Institute of Design unter www.ingd.de.

hamburger wirtschaft, Ausgabe März 2009