Handelskammer Hamburg 2009

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LD Lederdesign Hamburg

Businessbag Coupé

Das Produkt

Das Kreieren edler Damentaschen ist ihre Passion, kaum jemand beherrscht dieses Metier so gut wie sie. Ihre Kollektionen, die sie nicht nur deutschlandweit, sondern auch in Österreich und in der Schweiz unter dem Label „LD Lederdesign“ vertreiben, entwerfen Claudia Tiedemann und Claudia Hellmundt seit über 20 Jahren im eigenen Atelier. Zu ihren Verkaufsschlagern zählt die formschöne Businessbag Coupé mit Paspelierungen und farbigem Lederfutter aus der Serie Classic. „Das Praktische ist der umlaufende Reißverschluss“, erzählen sie. „Man kann die Tasche vollständig öffnen, alles ist griffbereit, sogar ein Laptop findet darin Platz – wie ein kleines Minibüro.“ Der Preis: rund 600 Euro. Erhältlich ist das leicht trapezförmige Modell in den unterschiedlichsten Ausführun­gen, sowohl was die Farbe als auch was die Prägung des Leders betrifft. Claudia Hellmundt: „Wir fertigen sämtliche Taschen nach individuellen Kundenwünschen an.“ Dennoch ist die Handschrift der beiden Designerinnen stets unverkennbar, LD-Produkte sind grundsätzlich schlicht, zeitlos und elegant. Sie bestehen – abgesehen von einigen Nylonkreationen – immer aus Kalbsleder und verfügen über stufenlos verstellbare Veloursriemen, über ein farbiges Innenfutter sowie über glänzende Kappen an Riemen und Reißverschluss – und sie sind weich.

Die Geschichte

Schon immer hatten die beiden Hamburgerinnen, die sich seit der Schulzeit kennen, ein Faible fürs Nähen. Darauf, ihre kreative Ader zu Geld zu machen, kamen sie allerdings erst später. Die eine studierte zunächst Gesellschafts- und Wirtschaftskommunikation, die andere Sozialwissenschaft, danach landeten beide im Marketing. Irgendwann fuhren sie gemeinsam durch die Toskana und waren begeistert von der italienischen Taschenmode: „Die Taschen bei uns waren damals noch so unglaublich langweilig.“ Dann ging alles ganz schnell: Sie recherchierten, besuchten Fachmessen, organisierten Lieferanten, kauften eine Ledernähmaschine – und kündigten ihre Jobs, um sich mit dem Label LD selbstständig zu machen. Da sie mit der Lederverarbeitung persönliches Neuland betraten, gingen sie nach eigener Aussage „textil“ an die Sache heran – was LD in der Branche einzigartig machte. „Wir setzten auf neue Formen, verarbeiteten nicht die gängigen Materialien und nähten mit einer ganz speziellen Technik.“ In Offenbach, der einstigen Hochburg für Lederwaren, war man seinerzeit für Innovationen noch nicht bereit. „Wir machen hier Taschen, keine Beutel“, hieß es, als die Damen dort Fuß fassen wol­l-ten. Inzwischen hängt ihr erstes Modell, das mit seiner halbrunden Form an eine Sattel­tasche erinnert, im Offenbacher Ledermuseum.

Das Unternehmen

Gegründet haben Claudia Tiedemann und Claudia Hellmundt ihr Label 1987 in der Magdalenenstraße, irgendwo im Souterrain. Die Firma expandierte, und schon bald reichten die Räumlichkeiten nicht mehr aus. Es erfolgte der Umzug in ein Hinterhofgebäude im Eppendorfer Weg, wo die beiden 52-Jährigen noch heute ihre Kollektionen entwerfen und von vier Angestellten produzieren lassen. Das Ladengeschäft im Vorderhaus kam erst 1998 hinzu, zuvor lief der Verkauf ausschließlich über Messen. Inzwischen führt LD mehr als 100 verschiedene Taschenmodelle, etwa 2 000 Stück verlassen jedes Jahr die Werkstatt. Das Geschäft floriert, die Stammkundschaft wächst, über 35 Einzelhändler, darunter Görtz, lassen sich regelmäßig beliefern. Daran, die Fertigung ins Ausland zu verlegen, denken Claudia Tiedemann und Claudia Hellmundt nicht: „Nur in Hamburg können wir ein Auge auf die Produktion haben und ein erstklassiges Ergebnis garantieren.“

Frank Schlatermund
redaktion@hamburger-wirtschaft.de
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hamburger wirtschaft, Ausgabe März 2009