
Es war Helmut Schmidt, der den entscheidenden Impuls gab: Bei einem
Empfang im Rathaus stellte der ehemalige Bundeskanzler seine Idee vor,
bedeutende Hamburger in einer Buchreihe zu würdigen. Mit seiner
Rede gab der frühere Senator die Initialzündung zur Reihe
„Hamburger Köpfe“. „Die Idee war es, an die
Menschen zu erinnern, die Hamburg zu dem gemacht haben, was es heute
ist“, sagt Gerhard Richter, Geschäftsführer von Ellert
und Richter. Seit 1998 bringt der Verlag zusammen mit der Zeit-Stiftung
Ebelin und Gerd Bucerius die Reihe heraus.
Erschienen sind in der auf 50 Bände angelegten Reihe unter anderem
bereits die Lebensbilder von Carl Petersen, Max Brauer, Rolf Liebermann
und Herbert List. Bei Komponisten wie Johannes Brahms liefert der
Verlag auch gleich die passende CD mit. „So bekommt der Leser
auch einen musikalischen Eindruck“, erzählt Marita
Ellert-Richter, die zusammen mit ihrem Mann den Verlag führt.
Geschrieben werden die knappen, anschaulichen Biografien von
Journalisten und Wissenschaftlern. Zweimal im Jahr werden bei
Redaktionssitzungen zusammen mit der Zeit-Stiftung die nächsten
Ausgaben besprochen. „Wir haben eine Wunschliste, doch welche
Biografien erscheinen, hängt auch davon ab, ob man den passenden
Autor findet“, sagt Gerhard Richter. Zwei bis drei Biografien
veröffentlicht Ellert und Richter pro Jahr. Mit dem Werk über
den Dirigenten Hans Schmidt-Isserstedt erschien in diesem Jahr bereits
der 28. Band. Das gefragteste Lebensbild sei aber immer noch das
Erstlingswerk über den Kaufmann Albert Ballin, erzählt die
Geschäftsführerin. Ballin habe einfach ein sehr
aufregendes Leben geführt, das viele Leser auch noch heute
interessiere. Der 300 Seiten starke Klassiker erscheint bereits in der
vierten Auflage.
Gegründet wurde Ellert und Richter 1979 von Marita Ellert-Richter, Frank Grube und Gerhard Richter. Gleich mit der ersten Buchreihe sorgte der Verlag, der seinen Sitz am Schwanenwik in Uhlenhorst hatte, für Aufsehen: Mit großformatigen Fotos und niedrigen Preisen setzte sich die „Weiße Reihe“ deutlich von den üblichen Angeboten auf dem Literaturmarkt ab. „Es lag einfach im Trend, mit großen Bildern und weniger Text zu arbeiten“, sagt Gerhard Richter. Der Erfolg der Reihe bildete die Basis für die weitere Entwicklung. Heute ist Ellert und Richter bekannt für seine große Auswahl an regionaler Literatur. Zu jedem Bundesland führt der Verlag zahlreiche Stadtführer, Bildbände und unterhaltsame Romane.
Aus dem schönen beschaulichen Uhlenhorst hat sich der Verlag inzwischen verabschiedet. Mittlerweile sitzt Ellert und Richter mitten im quirligen Zentrum von Ottensen. Dort publiziert das Ehepaar mit acht Mitarbeitern jährlich 40 neue Bücher. Zuletzt wurde die neue Reihe „Stille Winkel“ vorgestellt, ein unterhaltsamer Wegweiser zu den unbekannten Ecken in deutschen Städten. Neben regionaler Literatur und Reiseberichten führt der Verlag, der im Juni sein 30. Jubiläum feierte, auch viele Krimis, Geschichtsbücher und Ratgeber.