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STANDORTPOLITIK

Demografie-Rechner – Belegschaft im Wandel

Angesichts älterer Belegschaften und drohendem Fachkräftemangel müssen in den Betrieben heute die richtigen Weichen bei der Personalentwicklung und -rekrutierung gestellt werden. Der erste Schritt dazu ist eine systematische betriebliche Selbstanalyse.

Um den demografischen Wandel und dessen Auswirkungen auf Gesellschaft und Wirtschaft erleb- und nachvollziehbar zu machen, bietet das Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Internet-Anwendung „Der interaktive Demograf” an. Der Nutzer kann die demografischen Variablen Geburtenrate, Wanderungssaldo und Lebenserwartung verändern und erfahren, welche Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur Deutschlands damit verbunden sind. Solche „Was wäre, wenn –”-Simulationen sind auch mit anderen Variablen durchführbar: Durchschnittliches (tatsächliches) Renteneintrittsalter, durchschnittliches Berufseintrittsalter und Beschäftigtenquoten sind dabei wichtige Stellschrauben, an denen die Politik direkt oder indirekt drehen kann, um auf die Herausforderungen im Zuge der Bevölkerungsentwicklung zu reagieren.

Wie stark hingegen einzelne Betriebe konkret vom demografischen Wandel betroffen sind, zeigt der „Demograf für Unternehmen”, ein weiteres vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales angebotenes Tool mit zwei Informationsbereichen: Über eine Checkliste zur Selbsteinschätzung erhalten Unternehmen einen Überblick über ihre demografische Ist-Situation – und damit erste Hinweise zu eventuellem Handlungsbedarf. Mit Hilfe einer betrieblichen Altersstrukturanalyse können sich Unternehmen zudem einen Eindruck davon machen, was sie in fünf, zehn, 15 oder 20 Jahren erwartet.

Die Möglichkeit zu Altersstrukturanalysen mit regionalen statistischen Daten bieten – ausgehend von der Industrie- und Handelskammer Osnabrück-Emsland – auch weitere Kammern.

Der excelbasierte Demografierechner der Handelskammer Hamburg zeigt aus den Blickwinkeln von Unternehmen, Branchen und Regionen, ob ein Betrieb fit für den demografischen Wandel ist.

  • Die betriebliche Altersstrukturanalyse im Rahmen des Demografierechners bildet die aktuelle Personalstruktur eines Unternehmens ab und prognostiziert die Entwicklung für die kommenden Jahre.
  • Diagramme erleichtern es dabei, die Entwicklung der Altersstruktur zu analysieren. Schon während der Dateneingabe wird die Prognose laufend aktualisiert.
  • Zur Erfassung des Ist-Zustandes werden die Mitarbeiter eines Betriebes zunächst nach Altersklassen erfasst.
  • Deutlich steigern lässt sich die Aussagekraft der Altersstrukturanalyse, wenn Planungs- und Erfahrungswerte für die jährlichen Zu- und Abgänge von Mitarbeitern mit in den Demografierechner eingegeben werden.
  • Außerdem kann das im Betrieb übliche Renteneintrittsalter bei den Berechnungen berücksichtigt werden.
  • Auch der Prognosezeitraum ist an die Bedürfnisse des Unternehmens anpassbar.
  • Letztlich kann mit dem Demografierechner zum Beispiel abgeschätzt werden, wie viele Neuzugänge erforderlich sind, um die Mitarbeiterzahl langfristig konstant zu halten oder um eine ausgewogene Altersstruktur zu erreichen.
  • Zudem ermöglicht der Demografierechner auch Branchenvergleiche. Unternehmen können sehen, wie die aktuelle und künftige Altersstruktur ihrer Belegschaft vom Wettbewerbsdurchschnitt abweicht.
  • Der Demografierechner enthält Daten zur Beschäftigungs- und Bevölkerungsentwicklung auf Bundesebene, für die Länder Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein und für die Kreise der Metropolregion Hamburg. So gibt der regionale Fachkräfte-Check auch Hinweise, wo es künftig bei der Besetzung offener Stellen eng werden könnte.

Personalverantwortliche, die sich neben Altersstrukturanalysen gleich einem anderen demografierelevanten Thema widmen möchten, haben die Möglichkeit, eine weitere Internet-Anwendung zur Personalentwicklung zu nutzen. Das Bundesfamilienministerium stellt mit „Logib-D” ein Instrument zur Verfügung, um schnell und anonym Entgeltstrukturen in Unternehmen zu analysieren und Entgeltunterschiede zwischen Frauen und Männern zu identifizieren.

DOKUMENT-NR. 59465

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