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STANDORTPOLITIK

DIHK-Konjunkturumfrage Jahresbeginn 2009

Mit der Auswertung "Wirtschaftslage und Erwartungen im Februar 2009" präsentiert der DIHK die Ergebnisse seiner aktuellen Konjunkturumfrage bei den 80 Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Deutschland.

Wesentliche Ergebnisse der DIHK-Konjunkturumfrage:

Wirtschaftslage:

Die Gesamtwirtschaft ist derzeit noch in einer besseren Verfassung als vielfach dargestellt. Zwar ist die Lagebewertung der meisten exportorientierten Industriebranchen innerhalb weniger Monate vom Positiven ins Negative gekippt. Insgesamt vermeldet ein Viertel aller Unternehmen zu Jahresbeginn 2009 schlechte Geschäfte. Allerdings beurteilen drei Viertel der Unternehmen ihre Geschäftslage mindestens als befriedigend. Die Krise hat längst nicht alle Branchen erfasst. Pharmaindustrie, Versicherungsgewerbe sowie konsumnahe Branchen wie Lebensmittelindustrie, Gastgewerbe, Einzelhandel und personenbezogene Dienstleister zeigen sich noch relativ widerstandsfähig.

Erwartungen:

Die Geschäftserwartungen sind im Keller. Bemerkenswert ist allerdings, dass die Investitions- und Beschäftigungspläne der Unternehmen nicht im gleichen Maße wie die Erwartungen nach unten angepasst werden. Dies spricht dafür, dass die überaus schlechten Erwartungen nicht nur das Ergebnis eines rein wirtschaftlichen Kalküls sind, sondern zugleich die starke Verunsicherung am aktuellen Rand widerspiegeln. Auch scheint es, dass Hoffnungsgrößen wie die gesunkenen Rohstoff- und Energiepreise, die Konjunkturpakete oder die Notenbankzinssenkungen in den Erwartungswert noch nicht eingepreist sind. In den kommenden Monaten bleibt die Konjunktur jedoch abwärts gerichtet.

Export:

Innerhalb kurzer Zeit haben sich die Aussichten für das Auslandsgeschäft so stark verschlechtert wie nie zuvor. Die vergangenen Monate waren von Auftragsrückgängen und -stornierungen in bisher nicht gekanntem Ausmaß gekennzeichnet. Schienen zunächst vor allem Nordamerika und die alten EU-Länder konjunkturell von der Finanzmarktkrise betroffen, hat sich die Hoffnung inzwischen zerschlagen, dass sich die Wachstumsmärkte insbesondere Mittel- und Osteuropas sowie Asiens auf Dauer abkoppeln könnten. Die lange Zeit gute Weltkonjunktur kam gerade der in Deutschland starken Investitions- und Vorleistungsgüterindustrie zugute. Der Nachfragerückgang trifft sie nun besonders hart.

Investitionen:

Die Unternehmen müssen ihre Investitionspläne in den nächsten Monaten deutlich reduzieren. Der Investitionssaldo ist so schnell gefallen wie nie zuvor. Mit minus 25 Punkten liegt er aber immer noch über dem Tiefpunkt des Rezessionsjahres 2003 (minus 30 Punkte). Mancherorts sind Lichtblicke erkennbar: Die Pharmazeutische Industrie und Dienstleister – wie Nachrichtenvermittler, Versicherungsgewerbe oder Freizeitwirtschaft – weisen sogar einen positiven Saldo aus.

Beschäftigung:

Die Unternehmen schrauben ihre Beschäftigungspläne für die nächsten Monate deutlich zurück. Dennoch spiegeln sich die Auftragseinbrüche nicht eins zu eins bei der Beschäftigung wider. So sind die Planungen mit einem Saldo von minus 22 Punkten noch merklich besser als in den Rezessionsjahren 1993 (minus 32 Punkte) oder 2003 (minus 31 Punkte). Die Unternehmen halten auch in der Krise an ihrer Stammbelegschaft fest – nicht zuletzt infolge des nach wie vor bestehenden Fachkräftemangels. Hier zeigt sich, wie wichtig Vereinfachungen beim Kurzarbeitergeld sind.

Kreditkonditionen:

Die Befürchtungen einer sich insgesamt dramatisch verschlechterten Finanzierungssituation sind bislang nicht eingetreten. Die Quote der Unternehmen mit Kreditablehnungen ist aktuell wieder auf zwei Prozent gesunken – nachdem sie im November bei sechs Prozent lag. Dieses positive Ergebnis kann jedoch nicht über branchenspezifische Probleme, z. B. bei den Automobilherstellern, im Gastgewerbe, in Teilen der Verkehrswirtschaft und bei den Reisevermittlern, hinwegtäuschen. Deren Ablehnungsquote ist jeweils über dem Schnitt. Trotz der andauernden Finanzmarktkrise spüren immerhin Dreiviertel der Unternehmen bislang keine negativen Auswirkungen auf die Kreditkonditionen.

Quelle: DIHK

DOKUMENT-NR. 51642

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