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EXISTENZGRÜNDUNG UND UNTERNEHMENSFÖRDERUNG

Vorkehrungen für den Notfall

Haben Sie sich schon einmal die Frage gestellt, was passieren würde, wenn Sie als Unternehmenslenker plötzlich ausfallen?

Eine von unserer Handelskammer in Auftrag gegebene Studie zur Unternehmensnachfolge in Hamburg ergab, dass nur 65 % aller Unternehmensübertragungen planmäßig erfolgen. Drei von zehn übergebenen Unternehmen müssen aufgrund von unerwarteten Vorfällen wie Unfall, Krankheit oder Familientrennungen relativ kurzfristig und unvorbereitet übertragen werden.

Wenige Unternehmen der Studie trafen eine Vorsorge für den Fall der unvorhergesehenen Abwesenheit des Unternehmensleiters: Nur knapp über 50 % haben eine Stellvertretung. Dabei kann bereits eine 14-tägige ungeplante Abwesenheit für das Unternehmen schwerwiegende Folgen haben.

Wir empfehlen daher: Notfall-Koffer packen

Damit Ihre Familie und Ihr Unternehmen im Falle eines Unglücks in Form von Unfall oder Krankheit nicht unnötigen Schaden nimmt, sollten Sie einen Notfall-Koffer gepackt haben. Er sollte Regelungen und Unterlagen für folgende Punkte enthalten:

  • Geregelte Stellvertretung
  • Vollmachten für alle Konten
  • Unternehmertestament
  • Liste der wichtigsten Lieferanten und Kunden
  • Anweisung für wichtige Projekte
  • Passwörter, Codes und PINs für Computer, Online-Banking usw.
  • Wo finden sich die wichtigen Unterlagen, Schlüssel usw. des Unternehmens

Planspiel: Was wäre, wenn...

Sprechen Sie das Thema auch in der Familie und im Unternehmen an. Stellen Sie sich doch mal die Frage, „Was geschieht, wenn ich morgen nicht in meinen Betrieb gehen kann?“ Versuchen Sie dabei zunächst die großen, dann aber auch die kleinen Detailprobleme zu berücksichtigen.

  • Haben Sie für Ihren Lebenspartner und eventuell für Ihre Kinder Vorsorge getroffen?
  • Existieren Ehevertrag, Erbvertrag oder Testament, die alle aktuelle Firmensituation berücksichtigen?
  • Zu klärende Detailfragen sind beim Testament: Gibt es ein Testament oder finden die gesetzlichen Regelungen Anwendung? Wie wird das Unternehmen auf die Erben aufgeteilt? Wie hoch sind die Pflichtteilansprüche der Erben und existiert ausreichend sonstiges Vermögen, um diese zu befriedigen? Gebt es Regelungen, welcher Erbe welches Vermögen erhalten soll?
  • Kommt es in diesem Zusammenhang zu einem Liquiditätsabfluss aufgrund der Auszahlungen von Erbansprüchen oder gibt es Pflichtteilsverzichtverträge? Beim Liquiditätsabfluss sollten Sie auch eventuell anfallende Erbschaftssteuern berücksichtigen (vielleicht kann dies auch Anlass sein, über eine vorgezogene Erbfolge nachzudenken).
  • Existiert ein Gesellschaftsvertrag, und welche Regelungen enthält er bezüglich der Geschäftsführung?
  • Kommt der Nachfolger aus der Familie oder handelt es sich um einen Fremdgeschäftsführer?
  • Wer leitet das Unternehmen in einer eventuell notwendigen Übergangsphase? Gibt es einen Firmenbeirat zum Schutz Ihres Unternehmens?
  • Wer weiß über die aktuell anstehenden Aufträge, die besten Kunden, wichtige langfristige Projekte Bescheid?
  • Hat außer Ihnen noch jemand Bankenvollmachten und einen Überblick über alle Konten?
  • Wer kommt an die Schlüssel, die Passwörter, die Codes usw.?

Es gibt eine Vielzahl von Fragen die Sie klären sollten, damit Sie sicher sein können, dass der Betrieb im Ernstfall den Umständen entsprechend geregelt weiter geht.
Insbesondere für die erbrechtlichen Angelegenheiten ist es ratsam, den Rat eines Anwalts einzuholen oder ein notariell beglaubigtes Testament zu machen. Erkundigen Sie sich insbesondere, welche Regelungen eintreten, wenn Sie selbst keine Regelung treffen.

DOKUMENT-NR. 22785

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  • Telefon: 040 36138138
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