Pflicht in der Ausbildung

Berichtshefte

Im Berichtsheft dokumentiert der Azubi, was er im Betrieb und in der Berufsschule gelernt hat. Fehlt dieser Ausbildungsnachweis, droht die Nichtzulassung zur Prüfung. Tipps zum Führen eines Berichtshefts.

Pflicht zur Führung eines Berichtshefts

Auszubildende haben während ihrer Ausbildung einen Ausbildungsnachweis zu führen, sofern die Ausbildungsordnung dies verlangt. Das Führen des Ausbildungsnachweises dient dem Ziel, Auszubildende und Ausbildende zur Reflexion über die Inhalte und den Verlauf der Ausbildung anzuhalten sowie den zeitlichen und sachlichen Ablauf der Ausbildung im Betrieb und in der Berufsschule für die an der Berufsausbildung Beteiligten sowie für die zur Überwachung der Berufsausbildung zuständigen Stellen in einfacher Form nachvollziehbar und nachweisbar zu machen.
Zulassungsvoraussetzung
Der ordnungsgemäß geführte Ausbildungsnachweis ist gemäß § 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG Zulassungsvoraussetzung zur Abschlussprüfung, auch bei vorzeitiger Zulassung. Umschüler u.a. müssen ebenfalls ein Berichtsheft nachweisen. Für Auszubildende gilt, dass Berichtshefte mit dem Antrag auf Zulassung zur Abschlussprüfung einzureichen sind. Bei einer gestreckten Abschlussprüfung ist das Berichtsheft sowohl mit dem Zulassungsantrag/Anmeldung zur Abschlussprüfung Teil 1 in der Mitte der Ausbildung, als auch mit dem Zulassungsantrag/Anmeldung zur Abschlussprüfung Teil 2 am Ende der Ausbildung einzureichen. Die entsprechende Aufforderung zur Anmeldung zur Abschlussprüfung wird an den Ausbildungsbetrieb rechtzeitig übersandt.

Pflichten des Ausbildenden
  • Ausbildende sollen Auszubildende zum Führen von schriftlichen Ausbildungsnachweisen anhalten und diese durchsehen (§ 14 Absatz 1 Nr. 4 BBiG).  
  • Ausbildende prüfen die Eintragungen in den Ausbildungsnachweisen mindestens monatlich (§ 14 Abs. 1 Nr. 4 BBiG). Sie bestätigen die Richtigkeit und Vollständigkeit der Eintragungen mit Datum und Unterschrift.
  • Auszubildenden ist Gelegenheit zu geben, die Ausbildungsnachweise während der Ausbildungszeit im Betrieb zu führen.
  • Die erforderlichen Nachweishefte, Formblätter o. ä. sind den Auszubildenden kostenlos von den Ausbildenden zur Verfügung zu stellen (§ 14 Abs. 1 Nr. 3 BBiG).
  • Ob das Berichtsheft täglich, wöchentlich oder monatlich geführt wird, entscheidet der Ausbildende.
  • Ob das Berichtsheft als Fließtext oder nur in Stichworten geführt wird, entscheidet der Ausbildende.

Schnell-Check für Azubis: Was ist ein ordnungsgemäß geführtes Berichtsheft?

  1. Das Berichtsheft sollte den Umfang eines Schnellhefters oder Heftes nicht überschreiten.
  2. Bitte verwenden Sie keine festen Aktenordner und keine Dokumentenhüllen.
  3. Auf jedem Blatt geben Sie Ihren Namen, das Ausbildungsjahr und den Berichtszeitraum an.
  4. Das Berichtheft führen Sie täglich oder wöchentlich, mindestens aber monatlich in möglichst einfacher Form schriftlich oder elektronisch (Umfang: mindestens eine Din-A4-Seite je Monat). Bitte reichen Sie auch ein elektronisch geführtes Berichtsheft in Papierform ein.
  5. Sie müssen die gesamte Ausbildungszeit (Zeiten im Betrieb und Zeiten in der Berufsschule) dokumentieren und nachweisen. Die Ausbildungsnachweise müssen mindestens stichwortartig den Inhalt der betrieblichen Ausbildung sowie die Themen des Berufsschulunterrichts wiedergeben.
  6. Die zeitliche Dauer der Tätigkeiten sollte aus dem Ausbildungsnachweis hervorgehen. Stellen Sie bitte sicher, dass Fehlzeiten wie Urlaub, Krankheit und sonstige Verhinderungsgründe dokumentiert sind.
  7. Das Berichtsheft muss regelmäßig (in der Regel monatlich) von Ihnen und von Ihrem Ausbilder mit Datumsangabe unterschrieben werden.
  8. Das Berichtsheft ist bitte trotz Abgabe bis zum Ende der Ausbildung weiterzuführen und dem Prüfungsausschuss auf Verlangen vorzulegen.
  9. Am letzten Tag der Prüfung erhalten Sie das Berichtsheft vom zuständigen Prüfungsausschuss zurück.

Download Berichtsheft-Muster

Als Download steht die verbindliche Empfehlung für das Führen von Ausbildungsnachweisen der Handelskammer Hamburg vom 22. Mai 2014 zur Verfügung, die auf den Empfehlungen des Hauptausschusses des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) vom 9. Oktober 2012 basiert.