Weiterbildungsstipendium

Begabtenförderung berufliche Bildung

Leistungsstarke junge Fachkräfte, die mittels Weiterbildung Karriere machen wollen, sehen sich mit finanziellen Hürden konfrontiert. Denn berufliche Weiterbildung ist teuer. Sehr gute Ausbildungsabsolventen haben aber die Chance auf ein Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Jedoch fördert nicht nur der Staat die berufliche Weiterbildung.

Unsere Handelskammer verwaltet die Förderprogramme und vergibt jährlich über 100 Stipendien.
Fotos von der letzten feierlichen Stipendienvergabe am 26. Mai 2016 finden Sie hier:

Förderprogramm des Bundesministerium für Bildung und Forschung

1991 hat das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) das Förderprogramm Begabtenförderung berufliche Bildung gestartet. In Anlehnung an die Begabtenförderung im Hochschulbereich sollen besonders leistungsfähige und leistungsbereite junge Absolventen einer Berufsausbildung in ihrer weiteren beruflichen und persönlichen Entwicklung gefördert werden.
Bei der Umsetzung des Programms sind die Kammern maßgeblich beteiligt. Im Rahmen der vom BMBF vorgegebenen Richtlinien legen sie die Grundsätze und die Ausgestaltung des Vergabeverfahrens fest, entscheiden über die Bewerberauswahl sowie über die Zuweisung der Fördermittel.

BMBF-Förderprogramm: Was wird gefördert?

Förderfähig sind berufsfachliche und berufsübergreifende Weiterbildungsmaßnahmen, Aufstiegsfortbildungen sowie Hochschulstudiengänge. Die Möglichkeiten reichen zum Beispiel von besonderen Arbeitstechniken oder berufsfachlichen Spezialkenntnissen über
EDV-, Fremdsprachen- oder Management-Kurse bis zu Seminaren zur Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit, zum Erwerb von Selbstsicherheit und zur Aneignung von Präsentations- oder Führungstechniken.
Förderungsfähig sind insbesondere auch Lehrgänge der zweiten und dritten Stufe des beruflichen Bildungsweges: Industriemeister, Techniker, Fachkaufleute, Fachwirte sowie der Technische Betriebswirt IHK bzw. der Betriebswirt IHK. Ferner sind berufsbegleitende Hochschulstudiengänge förderfähig, wenn diese inhaltlich auf dem erlernten Ausbildungsberuf oder der aktuellen Berufstätigkeit aufbauen.

BMBF-Förderprogramm: Wer wird gefördert

Erfolgreiche Absolventen einer geregelten Berufsausbildung im Zuständigkeitsbereich unserer Handelskammer Hamburg sowie Personen, die als Externe vor unserer Handelskammer eine Abschlussprüfung erfolgreich abgelegt haben, können sich um ein Stipendium bewerben, wenn sie folgende Voraussetzungen erfüllen:
  • Sie sind zum Zeitpunkt der Aufnahme in das Förderprogramm – Aufnahme jeweils ca. Mitte April – unter 25 Jahre alt. Ausfallzeiten (z. B. Dienstpflicht, Elternzeit, Mutterschaftsurlaub, freiwilliges soziales Jahr, berufliche Vollzeitschule, mehr als dreimonatige Arbeitsunfähigkeit) können bis zu einer Summe von 36 Monaten angerechnet werden.
  • Sie sind im erlernten oder einem anderen Beruf erwerbstätig. Ihre wöchentliche Arbeitszeit umfasst mindestens 15 Stunden. Oder Sie sind zur Zeit arbeitslos und stehen dem Arbeitsmarkt nachweislich zur Verfügung.
  • Sie sind weder Vollzeitstudent noch Hochschulabsolvent und haben auch nicht die feste Absicht, in Vollzeit zu studieren.
  • Sie haben Ihre Handelskammer-Abschlussprüfung mit sehr gutem Ergebnis bestanden: Die im Handelskammer-Prüfungszeugnis ausgewiesene Gesamtpunktzahl beträgt mindestens 88 Punkte und der Notendurchschnitt der Prüfungsfächer (ohne Zusatzfächer) oder gegebenenfalls der Prüfungsteile liegt zwischen 1,0 und 1,9. Ein nachgewiesener überragender Erfolg in einem überregionalen beruflichen Leistungswettbewerb ist gleichwertig.
  • Ausnahmeklausel beim Leistungsnachweis:
    Sie haben Ihre eigentliche berufliche Leistungsfähigkeit vor allem in der betrieblichen Praxis unter Beweis stellen können. Haben Sie einen Notendurchschnitt von 2,0 oder mindestens 85 Punkte erreicht, können Sie sich mit einem begründeten Vorschlag Ihres Arbeitgebers ebenfalls um ein Stipendium bewerben. Dieser begründete Vorschlag sollte sich insbesondere auch auf die Berufstätigkeit nach der Ausbildung stützen und detailliert z. B. die Übernahme erhöhter Verantwortung, überdurchschnittliche Selbständigkeit und Einsatzbereitschaft, Flexibilität, Kreativität oder soziale Fähigkeiten beschreiben.

BMBF-Förderprogramm: Wie wird gefördert?

  • Innerhalb eines Zeitraums von maximal drei Kalenderjahren können vorbehaltlich ausreichender Mittelzuweisungen durch das BMBF aktuell bis zu 6.000 Euro an Zuschüssen zur Finanzierung von Weiterbildungsmaßnahmen gewährt werden.
  • Pro Maßnahme wird ein Eigenanteil von 10 Prozent von den jeweiligen förderfähigen Kosten abgezogen.
  • Weiterbildungsmaßnahmen und Studiengänge, die zum Zeitpunkt der Bewerbung bereits begonnen haben, können nicht gefördert werden, auch nicht anteilig.
  • Ein Rechtsanspruch auf Aufnahme in das Förderprogramm besteht nicht. Die Förderung kann nur im Rahmen der vom BMBF zugewiesenen Mittel erfolgen. Ein Rechtsanspruch auf Förderung besteht ebenfalls nicht.
  • Unsere Handelskammer berät Sie gegebenenfalls bei der Planung und Auswahl Ihrer Weiterbildungsmaßnahmen.

Stiftung "Industriepreis zur Förderung kaufmännischen Nachwuchses"

Die seit 1987 bestehende Stiftung "Industriepreis zur Förderung kaufmännischen Nachwuchses" unterstützt finanziell junge Industriekaufleute bei Aufstiegsfortbildungen oder Fremdsprachenkursen. Gegründet wurde sie von Hamburger Unternehmern, um junge Kaufmannstalente durch Aufstiegsfortbildungen zu fördern. Jährlich wählt der fünfköpfige Stiftungsvorstand zwei bis drei Stipendiaten aus.
Ihre Kennzeichen: Ehrgeiz und ein überdurchschnittlicher Ausbildungsabschluss.
Ausgewählt wird anhand eines Bewerbungsbogens, den die Interessenten ausfüllen müssen. Maximal zwei Jahre lang können die Teilnehmer dann ihre Kenntnisse verfeinern und sich unter anderem als Industriefachwirt, Bilanzbuchhalter oder Betriebswirt IHK qualifizieren. Mindestens 2.000 Euro pro Teilnehmer werden dafür zur Verfügung gestellt. Auch andere Berufsgruppen haben zahlreiche Möglichkeiten, sich fortzubilden. Telefonisch oder online informiert zum Beispiel die Weiterbildung Hamburg e.V.