Business Improvement Districts (BIDs)

Alles über BIDs

Was sind BIDs?

Business Improvement Districts (BIDs) sind ein Instrument der Innenstadtentwicklung, für das Hamburg 2005 den rechtlichen Rahmen geschaffen hat. Seitdem können Grundeigentümer in ihr Quartier investieren, indem sie - in Abstimmung mit der Stadt - den öffentlichen Raum gestalten und pflegen und ergänzende Marketingaktivitäten entfalten.
BIDs sind ...
... räumlich klar umrissene Bereiche, in denen die Grundeigentümer - in Abstimmung mit der Stadt und mit den Gewerbetreibenden - zum eigenen Vorteil versuchen, die Standortqualität durch Maßnahmen zu verbessern, die aus dem Aufkommen einer selbst auferlegten und zeitlich befristet erhobenen Abgabe finanziert werden.
BIDs gibt es in ...
... den Ländern, die die rechtliche Grundlage dafür geschaffen haben. Das sind in Deutschland die Länder Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, das Saarland, Sachsen, Schleswig-Holstein und seit neuestem auch Berlin und Baden-Württemberg. In Bayern, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz wird aktuell über ein BID-Gesetz diskutiert. BIDs gibt es auch in Großbritannien, in den USA und Kanada sowie in Südafrika.
PACT heißen ...
... die BIDs in Schleswig-Holstein, wo sie im Gesetz als "Partnerschaften zur Attraktivierung von City-, Dienstleistungs- und Tourismusbereichen", kurz PACT, bezeichnet werden. Gebräuchlich sind auch die Bezeichnungen "Bündnis für Investition und Dienstleistung" (vor allem im Saarland), "Immobilien- und Standortgemeinschaft" (ISG; in Berlin und Nordrhein-Westfalen) und "Innerstädtisches Geschäftsquartier" (INGE; in Hessen). 

Die wichtigsten Meilensteine

Als erstes deutsches Bundesland hat Hamburg schon 2005 die rechtlichen Grundlagen für Business Improvement Districts (BIDs) geschaffen. Das Thema war bereits Ende der 1990er-Jahre in der Fachöffentlichkeit diskutiert worden, maßgeblich angeregt durch die Tagungsdokumentation „Stadtplanung als Deal? Urban Entertainment Center und private Stadtplanung. Beispiele aus den USA und Nordrhein-Westfalen“, die das Ministerium für Arbeit, Soziales und Stadtentwicklung, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen 1999 herausgegeben hatte.
In Hamburg hatte vor allem die Handelskammer maßgeblichen Anteil am Zusammenkommen des BID-Gesetzes, zunächst durch Vorträge in der Fachöffentlichkeit und durch internationale Kongresse zum Thema BID, ab 2004 auch beim Gesetzgebungsprozess.
Mit dem BID-Gesetz, dem so genannten Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels- und Dienstleistungszentren, war die Hamburgische Bürgerschaft 2004 deutschlandweit Vorreiter. Am 1. Januar 2005 trat das Gesetz in Kraft.
Die ersten Hamburger BIDs am Neuen Wall und am Sachsentor in Bergedorf haben bewiesen, dass das neue Instrumentarium für sehr unterschiedliche Maßnahmen, für Marketing ebenso wie für die Umgestaltung und Pflege des öffentlichen Raums, geeignet ist. Die Idee ist in Hamburg von vielen Initiativen aufgegriffen worden. Bis heute gibt es in keiner Stadt in Deutschland so viele BIDs wie in Hamburg.
2000
25. Januar. In einem Vortrag vor dem Städtebauseminar stellt Bernd Reichhardt, Handelskammer Hamburg, der Fachöffentlichkeit erstmals das Modell der „Business Improvement Districts“ vor.
2003
21. Januar. Erste Sitzung des BID-Impulskreises der IHK-Organisation in Berlin; regelmäßiger Austausch über BID-Gesetzgebungsverfahren und BID-Initiativen
19. März. Internationales Expertenhearing „Business Improvement Districts (BID) – Ein Modell (auch) für Deutschland?!“ in der Handelskammer Hamburg. Veranstalter: bcsd Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V. / Cima Lübeck / Handelskammer Hamburg
22. September. In seiner Rede vor dem Übersee-Club: „Halbzeit in Hamburg – Handeln im Bund: Eine Bestandsaufnahme“, spricht sich der Erste Bürgermeister Ole von Beust für ein BID-Modellprojekt in Hamburg aus.
2004
29. Januar. Workshop „Business Improvement Districts - Einführung des Modells in Hamburg“. Veranstalter: Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt
August. Die Handelskammer Hamburg legt das Analyse-Papier „Business Improvement Districts. Quartiersentwicklung durch Eigen(tümer-)initiative“ vor.
28. Dezember. Die Hamburgische Bürgerschaft beschließt das Gesetz zur Stärkung der Einzelhandels- und Dienstleistungszentren, das so genannte „BID-Gesetz“.
2005
1. Januar. Inkrafttreten des Hamburgischen BID-Gesetzes
24. August. Die Rechtsverordnung für das BID Sachsentor, das erste BID in Deutschland, tritt in Kraft
1. Oktober. Die Rechtsverordnung BID Neuer Wall für das BID Neuer Wall tritt in Kraft
2006
1. Januar. Das Hessische BID-Gesetz, des „Gesetz zur Stärkung von innerstädtischen Geschäftsquartieren“ (INGE), tritt in Kraft. Im selben Jahr folgen die BID-Gesetze von Bremen und Schleswig-Holstein.
Mai. Die Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, und die Handelskammer Hamburg geben den „Ratgeber Business Improvement District (BID)" heraus.
1. Juni. Abschluss der Bauarbeiten im BID Neuer Wall, „Grand Opening“ im August 2006
6. November. Kongress „Business Improvement Districts (BID) in Deutschland Stand 2006: Vom „Ob?“ zum „Wie?“ in der Handelskammer Hamburg. Veranstalter: Handelskammer Hamburg / bcsd Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland e.V.
7. November. IX. Hamburger Wirtschaftsrechtstag: Rechtsrahmen der BIDs. Veranstalter: Handelskammer Hamburg / Universität Hamburg
2007
2. Mai. Positionspapier des Deutschen Industrie- und Handelskammertages: „BIDs - eine neue Form der Quartiersentwicklung auf Initiative der Wirtschaft“
1. Juni. Mit dem PACT Flensburg, das den Kern der Flensburger Innenstadt umfasst (Holm, Große Straße, Norderstraße) wird erstmals auch in Schleswig-Holstein ein BID eingerichtet. Mit der Neugestaltung der Haupt-Fußgängerzone konnte die Flensburger Innenstadt ihre Position als Einzelhandelsstandort nachhaltig stärken.
12. Juli. Erstmals findet in der Handelskammer Hamburg der BID-Erfahrungsaustausch statt.
26.-28. September. Kongress „Business Improvement Districts - Bausteine erfolgreicher Stadtentwicklung?“ in der Handelskammer Hamburg. Veranstalter: Deutsches Institut für Urbanistik, Handelskammer Hamburg / Freie und Hansestadt Hamburg, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt / BID Neuer Wall
1. Dezember. Die Novelle des BID-Gesetzes tritt in Kraft. Wesentliche Inhalte sind die Ausdehnung auf Gewerbegebiete (bisher nur Einzelhandels- und Dienstleistungszentren) und Einführung einer Kappungsgrenze des Einheitswerts für einzelne Grundstücke (maximal das Dreifache des durchschnittl. Einheitswertes). Am selben Tag tritt das HID-Gesetz für Wohngebiete in Kraft.
7. Dezember. Das Saarländische Gesetz zur Schaffung von Bündnissen für Investition und Dienstleistung tritt in Kraft.
2008
10. Juni. Der Nordrhein-Westfälische Landtag beschließt das Gesetz über Immobilien- und Standortgemeinschaften (ISGG).
16. Juli. Die Rechtsverordnung für das BID Wandsbek Markt tritt in Kraft.
2009
22./23. Juni. In der Handelskammer Hamburg findet das Internationale BID-Forum „BIDs – ein Weg zu lebendigen Stadtquartieren“ statt; ihm folgende weitere BID-Kongresse. Das PACT in Flensburg wird mit dem ersten BID-Award ausgezeichnet.
24. Juni. Mit dem BID Sachsentor geht erstmals ein BID in die „zweite Runde“; anknüpfend an die erfolgreiche Arbeit des ersten BID (2005 bis 2008) startet das BID Sachsentor II, mit höherem Budget (600.000 Euro) und vergrößertem Gebietszuschnitt. Im selben Jahr nehmen auch das BID Alte Holstenstraße, unmittelbar an das BID Sachsentor angrenzend, das BID Hohe Bleichen und das BID Lüneburger Straße in Harburg die Arbeit auf.
25. November. Eröffnung des BID Hohe Bleichen; die Baumaßnahmen des BID sind damit abgeschlossen
2010
18. Juni. Eröffnung des BID Wandsbek Markt; die Baumaßnahmen im Bezirkszentrum von Wandsbek sind damit abgeschlossen
30. September/1. Oktober. BID-Bundeskongress in Bochum. Veranstalter: Deutscher Industrie- und Handelskammertag / IHK Bochum; Verleihung des BID-Award an das BID Seltersweg in Gießen sowie eines Sonderpreises an das BID Neuer Wall
30. November. Das BID Tibarg in Hamburg-Niendorf nimmt seine Arbeit auf; schon im April war das BID Ochsenzoll in Hamburg-Langenhorn an den Start gegangen. In Hamburg gibt es damit acht BIDs.
2011
15. Februar. Die Bürgerschaft beschließt eine erneute Novellierung des BID-Gesetzes.
Mit den BIDs Opernboulevard und Passagenviertel werden zwei weitere BIDs in Hamburg gegründet (9. April bzw. 6. August 2011). Damit gibt es in Hamburg zehn BIDs.
2012
Die Laufzeit der beiden BIDs Lüneburger Straße und Alte Holstenstraße endet (31. März bzw. 17. April); neue BIDs werden hier ebenso wie in anderen Hamburger Quartieren vorbereitet.
12. August. Das Sächsische Gesetz zur Belebung innerstädtischer Einzelhandels- und Dienstleistungszentren tritt in Kraft. Damit gibt es in sieben Bundesländern ein BID-Gesetz.
6. September. Nach dem Abschluss der Baumaßnahmen im BID Passagenviertel werden die neu gestalteten Straßen, die Großen Bleichen und die Poststraße, an die Stadt Hamburg übergeben.
28. November. Im Hamburger Stadtteil Steilshoop wird erstmals in Deutschland ein "Housing Improvement District" (HID) eingerichtet.
2013
12./13. Juni. Die Hamburgische Bürgerschaft beschließt die dritte Novelle des BID-Gesetzes.
23. Oktober. Das BID Lüneburger Straße geht in die zweite Runde; die Laufzeit beträgt wiederum drei Jahre.
13./14. November. Beim BID-Bundeskongress in Bochum erhält das BID Neuer Wall für seine App den 3. Preis des BID-Award.
2014
6. Mai. Das BID Reeperbahn nimmt seine Arbeit auf.
5. August. Mit dem BID Nikolai-Quartier gründet der Senat das größte BID Deutschlands, das sich von der Handelskammer bis zum Rödingsmarkt erstreckt.
16. Oktober. Das Berliner Abgeordnetenhaus verabschiedet das Gesetz zur Einführung von Immobilien- und Standortgemeinschaften (BIG).
21. Oktober. Das BID Alte Holstenstraße (II) in Hamburg-Bergedorf nimmt seine Arbeit auf.
19./20. November. In Bremen findet der 6. BID-Kongress der IHK-Organisation statt.
2015
7. April. Das BID Hohe Bleichen / Heuberg II nimmt seine Arbeit auf.
1. Juli. Das BID Quartier Gänsemarkt nimmt seine Arbeit auf.
2. und 3. Juli. Der 7. Internationale BID-Kongress der IHK-Organisation findet in der Handelskammer zu dem Thema "BIDs und Digitalisierung" statt.
Parallel laufen in Hamburg und anderen Städten Deutschlands die Vorbereitungen für mehrere BIDs, u.a. in der Hamburger Innenstadt, für das Quartier Sand/Hölertwiete in Harburg sowie für mehrere BIDs, die in die zweite oder dritte Runde gehen, u.a. Neuer Wall, Tibarg und Sachsentor.

BID-Kongress

Die Industrie- und Handelskammern, die sich für BIDs engagieren, tauschen sich regelmäßig im BID-Impulskreis über ihre Erfahrungen aus. Der BID-Impulskreis organisiert einmal jährlich einen BID-Kongress, der 2009 erstmals in Hamburg stattgefunden hat. In dem Rahmen vergibt der Impulskreis den BID Award an beispielgebende BID-Initiativen; erster Preisträger 2009 war das BID in Flensburg.
Der letzte BID-Kongress im Jahr 2015 stand unter der Überschrift "BIDs und Digitalisierung". BID-Akteure – Gewerbetreibende und Eigentümer, aber auch Kommunal- und Landesvertreter aus dem In- und Ausland – erfuhren, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf Geschäftsstraßen hat. Sie besuchten BIDs in der Hamburger City und in Stadtteilzentren und nahmen an der feierlichen Verleihung des BID-Awards 2015 sowie einem gemeinsamen Abendessen teil. Der zweite Veranstaltungstag begann mit einem Panel International, bei dem BID-Manager aus den USA und aus Großbritannien von ihren Erfahrungen und Strategien berichteten. Im Anschluss ging es um nationale Projekte aus Solingen-Ohligs, Hessen und Flensburg.
Der nächste BID-Kongress wird am 15./16. September 2016 in Wuppertal stattfinden.

BID News

In den BID NEWS finden Sie einen Überblick über die BID-Aktivitäten in Hamburg und den anderen Bundesländern Deutschlands. Nebenstehend finden Sie die aktuelle Ausgabe der BID News. In dieser Ausgabe der BID News erfahren sie unter anderem alles über anstehende Veranstaltungen, wie den BID-Kongress in Wuppertal, sowie aktuelles über die BIDs und BID-Aktivitäten aus Bremen, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.