Vor Ort auf dem Wochenmarkt

Bürokratie frisst mehr als ein Drittel der Arbeitszeit

Auf dem Wochenmarkt in Fuhlsbüttel trafen sich Marktleute und Lokalpolitiker, um sich ein Bild von der aktuellen Situation zu machen.

 

Auf diesen Besuch hatten die Marktleute in Fuhlsbüttel gewartet. Organisiert hatte ihn Heiner Schote, Leiter der Abteilung Handel in der Handelskammer. Eingeladen zum Gespräch vor Ort wurden Abgeordnete der Bürgerschaft und der Bezirksversammlung Nord. Ziel:  Die Politiker über bürokratische Hindernisse zu informieren, die für Kleinunternehmer wie die Marktbeschicker sogar existenzbedrohend werden können.
"Seit 30 Jahren stehe ich auf dem Wochenmarkt", erzählt Wilfried Thal, Präsident des Landesverbandes des Ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg. "In den Vier- und Marschlanden hatten wir unseren Gartenbetrieb. Den Salat, die Gurken, die Paprika und vieles andere haben wir selbst angebaut. Aber die Bürokratie lässt mir keine Zeit mehr dazu. Sie verschlingt mehr als ein Drittel meiner Arbeitszeit."
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Thal ist mit seinem Problemen nicht allein. Muss ein Metzger, fragen die Marktleute, der seinen Fleischsalat selbst anrichtet, für jede 100 Gramm alle Zusatzstoffe, Allergene und die Mindesthaltbarkeit mit einem Aufkleber dokumentieren? Thal sagt: "Für Kleinhersteller wird die Bürokratie immer erdrückender." Wie die Vorschriften ausgeartet sind, dafür hat Thal viele Beispiele. Für seinen Marktstand etwa braucht er einen Ersthelfer für Notfälle. Der muss einen Erste-Hilfe-Kurs nachweisen. "Das gilt selbst für einen Zwei-Mann-Betrieb", sagt Thal. Die Politik zu sensibilisieren, damit die Kleinbetriebe nicht durch bürokratische Hürden ihre Wettbewerbsfähigkeit verlieren - das hat sich die Handelskammer vorgenommen. Das Treffen auf dem Wochenmarkt war ein wichtiger Schritt in diese Richtung.
Hinweis: Der Artikel, geschrieben von Norbert Scheid, wurde veröffentlicht in der HK Plus - 2/2017. Die Ausgabe können Sie hier online lesen.