G20-Gipfel in Hamburg

Sicherheit geht vor

Am 7. und 8. Juli findet der G20-Gipfel auf dem Messegelände statt. Wir zeigen, worauf Sie als Unternehmer vor allem in der Nähe der Sicherheitszonen achten müssen.

 

Sie werden über die Weltwirtschaft, den internationalen Handel sowie die Regulierung der Finanzmärkte diskutieren; dieses Mal stehen aber unter anderem auch die Digitalisierung, Nachhaltigkeit und die Stärkung von Frauen auf der Agenda: Anfang Juli kommen die Staats- und Regierungschefs der 19 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer sowie der EU nach Hamburg. Und wenn sich die wichtigsten Frauen und Männer der Welt treffen, darf das Sicherheitskonzept keine Lücken aufweisen.

Sicherheitszonen rund um die Hamburger Messehallen

Deshalb sind rund um das Messegelände, den Haupttagungsort, zwei Sicherheitszonen geplant. Im Wesentlichen unterscheiden sie sich nicht von denen, die es bereits beim OSZE-Ministertreffen Anfang Dezember gab. Der äußere Bereich, die Zone 2, wird zum 5. Juli eingerichtet; der innere Bereich, der einige der Messehallen komplett umschließt, ist dann ab dem 6. Juli hermetisch abgeriegelt. An 14 Einlassstellen entlang der Absperrungen von Zone 2 werden die Zugangsberechtigungen kontrolliert.
Timo Zill, Pressesprecher der Polizei Hamburg
„Die unmittelbar betroffenen Unternehmer werden im Vorfeld persönlich über die polizeilichen Maßnahmen informiert"
„Die unmittelbar betroffenen Unternehmer werden im Vorfeld persönlich über die polizeilichen Maßnahmen informiert und es werden direkte Absprachen mit den Betroffenen getroffen“, sagt Timo Zill, der Pressesprecher der Polizei Hamburg, und ergänzt: „Für Personen, die in einer Sicherheitszone arbeiten, ist es von Vorteil, Ausweisdokumente mitzuführen und sich im Vorwege über seinen Arbeitgeber in einer Übersichtsliste für die Polizei einzutragen.“
Die Polizei versuche, so Zill, die Beeinträchtigungen durch den Gipfel so gering wie möglich zu halten.
Hinweis: Die genaue Verortung der Sicherheitszonen entnehmen Sie bitte dem jeweiligen PDF.
Sicherheitszone Elbphilharmonie
Sicherheitszone Messehallen

Bedenken der Unternehmer nahe der Sicherheitszonen

Dennoch haben vor allem die Unternehmer Bedenken, die in oder nah an den Sicherheitszonen 1 und 2 tätig sind. Stephan Watrin ist einer von ihnen. Ihm gehört das „Galerielokal Senator Watrin“ in der Marktstraße im Karolinenviertel, das direkt an die beiden Sicherheitszonen grenzt.
„Beim OSZE-Ministertreffen war es, mitten in unserer verkaufsstärksten Zeit um Weihnachten, sehr ruhig, sodass kein Umsatz gemacht wurde – obwohl uns zuvor ebenfalls gesagt wurde, wir können ganz normal arbeiten“, erinnert er sich.
Stephan Watrin, Inhaber „Galerielokal Senator Watrin“ im Karolinenviertel
„Ich bekomme auch Anfragen von Kunden, die wissen wollen, ob sie während des G20-Gipfels zu mir kommen können oder nicht“
Watrin geht davon aus, dass es während des Gipfels zu Ausschreitungen kommen werde und dass das Karoviertel deshalb situationsbedingt doch weiträumig abgesperrt werde. „Ich bekomme auch Anfragen von Kunden, die wissen wollen, ob sie während des G20-Gipfels zu mir kommen können oder nicht“, erzählt er nach einer Infoveranstaltung zu dem Thema in der Handelskammer.
Die Polizei rät – trotz verständlicher Bedenken von Unternehmern – die Geschäftstätigkeit ganz normal weiterzuführen und keine Läden zu verbarrikadieren. Auch Hotelgäste können die Unterkünfte problemlos erreichen. „Lediglich an ausgewählten Hotels wird es Absperrmaßnahmen geben, die allerdings nicht die räumlichen Dimensionen der Sicherheitszonen haben“, so Zill.
Hinweis: Bei Fragen rund um den G20-Gipfel wenden Sie sich bitte an das kostenfreie Bürgertelefon. Unter 08000-428650 ist die Polizei montags bis freitags von 8 bis 16 Uhr erreichbar. Weitere Informationen, unter anderem zu den Sicherheits- und Demonstrationszonen, finden Sie unter www.polizei.hamburg.de

Kurzzeitig Behinderungen an der Elbphilarmonie und am Flughafen

Neben den beiden Sicherheitszonen um den eigentlichen Veranstaltungsort in den Messehallen wird auch ein Teil der Innenstadt, Speicherstadt und HafenCity unter besonderer Beobachtung stehen. Schließlich wird es am Abend des ersten Gipfeltags ein Konzert und Essen in der Elbphilharmonie geben.
Der Flughafen werde ebenfalls betroffen sein, allerdings nur geringfügig. Wenn Donald Trump mit der Air Force One ankommt, dann werde der Flugverkehr kurz eingefroren, sagt Zill. Ansonsten gilt der normale Flugplan. „Aufgrund der Fahrten der Delegationen wird es zu temporären Straßensperrungen und Verkehrsbeeinträchtigungen kommen“, erklärt Innensenator Andy Grote. Deshalb sei es ratsam, die Hauptverkehrsrouten zwischen dem Flughafen und der Innenstadt zu meiden beziehungsweise komplett auf den öffentlichen Personennahverkehr umzusteigen.

Polizeieinsatz und Demonstrationszonen in der Innenstadt

Insgesamt, so Timo Zill, werden rund 15 000 Polizisten im Einsatz sein, um einen friedlichen G20-Gipfel mit dem im Grundgesetz verankertem allgemeinen Versammlungsrecht und dem städtischen Leben in Einklang zu bringen. „Mit den derzeitigen Anmeldern der Versammlungen mit G20-Bezug ist die Versammlungsbehörde in Abstimmungsgesprächen und die Ergebnisse stehen noch aus“, so der Polizeisprecher.
Andy Grote, Innensenator
„Es gibt bisher keine Hinweise, dass Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in der City nicht oder nur zu bestimmten Zeitfenstern erreichen könnten.“
Erst danach werden die Zeiten und Orte geplant, an denen die Demonstrationszonen eingerichtet werden. Innensenator Grote betont allerdings: „Es gibt bisher keine Hinweise, dass Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz in der City nicht oder nur zu bestimmten Zeitfenstern erreichen könnten.“
Hinweis: Der Artikel ist erschienen im Magazin der Handelskammer Hamburg "HW - Hamburger Wirtschaft - Ausgabe 06/2017.