Frage des Monats

Welche Auswirkungen hat organisiertes Betteln auf Ihr Unternehmen?

Bettler sind in der Hamburger Innenstadt an vielen Stellen präsent. Darunter sind auch Gruppen, hinter denen man organisierte Strukturen vermutet. Wir haben Unternehmer in der City dazu befragt.
Wie stark wirkt sich organisiertes Betteln auf Ihr Unternehmen aus?
Hamburgs Unternehmer gaben uns die folgenden Antworten auf die Frage:
"Welche Auswirkungen hat organisiertes Betteln auf Ihr Unternehmen?"

portrait-seeler © Torsten Kollmer

Christian Seeler
Intendant des Ohnsorg-Theaters
„Die zentrale Lage des Theaters am Hauptbahnhof bringt Probleme mit sich. Obdachlose, Alkoholiker und Bettler gehören am Hachmannplatz zum Stadtbild und bereiten immer wieder Probleme. Die Theaterbesucher sollen sich dennoch wohlfühlen und müssen vor organisierten Bettlern oder Trickbetrügern geschützt werden. Betriebsfremde Personen oder auffällige Gäste werden daher sofort angesprochen und gegebenenfalls aus dem Haus verwiesen. Zusätzlich hilft ein Security-Dienst, der vor der Tür auf die Gäste achtet. Damit ist das Theater gut gefahren.“

portrait-schneider © Alsterarkaden-Apotheke

Barbara Schneider
Inhaberin der Alsterarkaden-Apotheke
 „Die Belästigung durch aggressives Betteln hat in den letzten zwei Jahren stark zugenommen. Besonders in der Weihnachtszeit waren viele Bettler unterwegs. Gerade gehbehinderte Patienten leiden sehr unter der Aggressivität und wurden Opfer von Diebstählen. Wenn wir Kunden zu Hilfe kommen, die vor unserer Tür belästigt werden, müssen wir mit Drohungen rechnen oder werden bespuckt. Aber die sogenannten Klemmbretter sind aus der Innenstadt verschwunden, was einem massiven Einsatz der Polizei im letzten Sommer zu verdanken ist.“

portrait-oschaetzchen © Oschätzchen
Peter Oschätzchen
Geschäftsführer der Oschätzchen GmbH & Co. KG
 „Das Straßenbild ist für eine attraktive und lebendige Innenstadt sehr wichtig. Die Ansprache und Präsenz hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. Diese organisierte Bettelei passt nicht zu Hamburg und schreckt  sicherlich den einen oder anderen Kunden ab und macht für unsere – gerade für den Handel – so wichtigen Touristen kein gutes Bild.“
portrait-falkenhagen © Ulrich Perrey




Sabine Falkenhagen
Inhaberin der Gebr. Falkenhagen OHG, einem Hutfachgeschäft
 „Das übliche passive Betteln armer Menschen gehört zu einer Großstadt dazu und stört niemanden. Die gewerbsmäßige und aufdringliche Bettelei dagegen schadet der Hamburger Innenstadt. Die Politik ist hier in der Pflicht und sollte sich des Problems annehmen. Strafgelder und Verbote zu verhängen, halte ich für den falschen Weg. Wir werden uns daran gewöhnen müssen, dass wir auch in Hamburg mit der Kehrseite von Reichtum, Wachstum und Globalisierung konfrontiert  werden. Ich persönlich habe bisher noch keine direkte Auswirkung auf mein Geschäft gespürt. Unsere Kunden haben sich bisher nicht bedrängt gefühlt.“
Die veröffentlichten Aussagen sind privater Natur und ihre Auswahl Ergebnis einer nicht repräsentativen Umfrage.
Die "Frage des Monats" erscheint in unserem Mitgliedermagazin "Hamburger Wirtschaft" sowie auf unserer Website. Wenn Sie selbst einmal als Mitglied der Handelskammer Hamburg an der "Frage des Monats" teilnehmen möchten, melden Sie sich gerne per E-Mail bei Diana Mühlberg.